Freitag, 20. April 2018

#freitagsgedanken – So viele Ideen ...


So viele Ideen ...

Kennt ihr dieses Gefühl des Inspirations-Overloads? Bei mir ist das oft der Fall, wenn gerade Projekte abgeschlossen sind und neue Projekte entstehen. Wenn neue Gruppen starten, wenn ein neues Theaterstück ausgewählt wurde, wenn ich einen neuen Kurs plane.
Dann dreht mein Kopf vollkommen am Rad.
Alles um mich herum ist Inspiration pur. Ich hänge den ganzen Tag auf Pinterest rum und lege neue Pinnwände an, durchstöbere alte Fotoalben und mein Bücherregal, will hier noch was machen und dort noch was und bin in null komma nix umgeben von 1000 angefangenen Sachen.

Und dann kommt der Moment, wo ich erst einmal durchatmen und mich und meine Ideen sortieren muss. Was will ich wirklich angehen?
Ist das wirklich wichtig?
Ist das JETZT wichtig?
Was davon ist eine Schnapsidee und was davon könnte wirklich toll werden?
Gibt es auch eine Idee, von der du dich mal verabschieden könntest?
Welcher Ballast ist noch da, der weg kann?

So ging es mir diese Woche und ich bin noch immer am Sortieren. Meine Vorspieler haben sich für ein neues Stück entschieden und ich freue mich sehr auf die Inszenierung, die wir planen. Wenn man nach unserem Plan geht, den wir beim Brainstorming entwickelt haben, wird sie ein absoluter Knaller. Und die Proben versprechen entsprechend aufregend und lustig zu werden.
Gleichzeitig fehlen aber noch Mitspieler im Team und wir sind noch auf Männersuche. Das ist etwas frustrierend und verpasst der Vorfreude einen zähen Anstrich.

Auch die Spielschauer haben ein neues Stück gefunden. Dienstagnachmittag habe ich mich mit einer Tasse Tee auf´s Bett gesetzt und es tatsächlich geschafft, das Stück in einem Rutsch durchzulesen. Und auch dieses Stück ist wirklich toll und wird sicherlich ganz fantastisch in der Umsetzung.

Mein erster Teil der Meeres-Trilogie hat Premiere gefeiert und ich bin etwas hibbelig, weil alles gerade so ein bißchen schwebt. Ich habe viele Ideen für Teil 2 und 3, aber die Textarbeit für den zweiten Teil wird lange dauern, da die Textvorlagen dicke Wälzer sind, die ich erstmal durchlesen oder als Hörbuch durchhören muss. Aber es ist gut, dass ich in dem Fall einen natürlichen Dämpfer habe, der mich ein bißchen runterbremst.

Mein aktueller Gruppendrang-Kurs alias die "Hütchenspieler" hat in zwei Tagen Premiere. Sie sind aufgeregt und ich bin so gespannt, wie das Stück dann auf der Bühne wirkt. Auch hier gibt es einen guten natürlichen Bremser für meinen Inspirationswahn. Bei anderen Gruppen würde mein Kopf schon arbeiten und überlegen, was sie als nächstes spielen. Hier werden wir erst einmal ausführlich reflektieren, wie die Inszenierung lief und schauen, ob die Gruppe weiter besteht – und wenn ja, in welcher Konstellation. Und DANN erst wird in Überlegungen für ein neues Stück gestartet.

Privat habe ich tausend Ideen, wie ich die Wohnung weiter gestalten kann. Hier gibt es noch unendlich viele Baustellen, die vor allen Dingen damit zusammenhängen, dass viel Müll einfach nur rumsteht, ohne je einen festen Platz zu haben. Einen ersten Schritt habe ich schon gemacht und neben meinem Schreibtisch einen Magazinständer für meine Arbeitsmaterialien und zwei schwebende Bücherregale für Fachliteratur und Notizbücher angebracht. Ich hoffe, ich kann mich aufraffen, noch mehr zu tun.

Und bei euch so? Wie ist es bei euch mit den Ideen?





Freitag, 13. April 2018

#freitagsgedanken – Fehler & Status


Fehler & Status

Wie auf Flügeln trug mich mein Auftritt am Samstag in diese Woche. Ich war stolz darauf, dieses Projekt wirklich geschafft zu haben, innerhalb von zwei Monaten dieses kleine Stückchen Märchen auf die Bühne gebracht zu haben. Ich hoffe, ich kann es noch öfter spielen, denn es liegt mir sehr am Herzen und macht einfach Spaß zu spielen.
Wenn ihr also Ideen für Auftrittsmöglichkeiten (z.B. Open Stages, bei denen auch 18-minütige Auftritte erlaubt sind) in Berlin habt: immer her damit!



Aber als ich so in die Woche hineinflog, kristallisierte sich ein Wochenthema heraus, das mir plötzlich jeden Tag in anderer Form begegnete und somit meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Nämlich das Thema "Fehler".

Fehlerkultur ist immer ein schwieriges Thema und irgendwie unangenehm. Es ist mit Schuldgefühlen und vor allem Schuldzuweisungen verbunden. Diese Woche habe ich drei wunderbare Beispiele dafür geliefert bekommen ... und dazu noch eines, wie es denn im Optimalfall läuft.

1)
Am Dienstag traf ich mich mit Business Coach Michael Weyl. Ich kenne ihn seit meinem ersten LifeWorkCamp und wir haben uns sofort gut verstanden.
Michael war beruflich in Berlin und die Gelegenheit habe ich natürlich genutzt für ein Treffen im schönen Kreuzberg. Wir saßen in der Sonne und erzählten uns Geschichten von unserer Arbeit. Die Gemeinsamkeiten in den Gruppen, mit denen wir arbeiten, waren wieder verblüffend und ich sage es ja immer wieder: ob Projektteam in einer Firma oder Amateur-Theatergruppe – die Strukturen, Konflikte und die Gruppendynamik sind gleich.
Michael erzählte mir von einem Fall, den ich dann unter Status-Gesichtspunkten analysierte. Es ging nicht direkt um einen Fehler, aber darum, das Selbstvertrauen zu haben, um zuzugeben, dass man etwas nicht versteht und jemand anderen um Hilfe bittet. Aber da wir mit solch einem Eingeständnis des Nicht-Verstehens unseren eigenen Status massiv senken, fällt uns das enorm schwer. Vor allem, wenn uns das Gegenüber sowieso in einer Art natürlichem Hochstatus gegenüber steht.

2)
Perfider wurde es in Fall Nummer 2. Auf Facebook folge ich seit längerer Zeit PR Coach Marike Frick. Sie gibt tolle Webinare und Online-Kurse zum Thema PR-Arbeit. Ich finde sie sehr kompetent und mag ihre Arbeit.
Marike hat es jedoch gewagt, ein Bild zu posten, auf dem sie in einer Weinbar sitzt, und darunter schreibt, dass diese Bar teuer war und sie es genossen hat, auf einer ebenfalls teuren Reise sich so etwas gönnen zu können – sowie neue Kleider und teure Coachings dazu. Sie sagte, vor ein paar Jahren hätte sie sich das niemals leisten können, aber jetzt ist sie stolz auf das Erreichte und genießt es.
Zu Recht, wie ich finde!
Die Kommentare waren jedoch zwiegespalten: neben begeistertem Feedback gab es so einige negative Meinungen. Hier ein paar Beispiele:

"Buah...geht es nur um Zahlen, Leute? Schade..!"

"Bin ich der Einzige, dem dieses Posting ein wenig "großkotzig" vorkommt? Ich bitte den etwas vulgären Ausdruck zu entschuldigen, aber das trifft es einfach am Besten!
Bislang habe ich mir ihre Postings immer gerne angeschaut..."
"Ich kenne dich nicht also werde ich auch nicht über dich urteilen....Doch "anziehen" tut mich dieses Statement nicht...
Werde ich deshalb "arm sein" ?
Bestimmt nicht...Denn ich folge meinem Herzen und das führt mich zu den "richtigen" Menschen für mich.
Und so werde ich mich von deiner Seite wieder entfernen....Dennoch alles Gute auf deinem Weg."  
"Klar...Wenn sich genug blöde Tüffel finden,die dir in "Webinaren" die Kohle für nix nachwerfen,kannste auch weiterhin die Gräfin Rotz von Kaloderma raushängen,während man dir Tafellambrusko zu überhöhten Preisen undn Woolworth Fetzen mit Nobeletikett andreht..
Ohne mit der Wimper zu zucken "

Was sich durch alle diese Kommentare zieht: der Drang, Marikes Status zu senken und den eigenen gleichzeitig zu erhöhen. Eine natürliche Reaktion, die im Alltag oft vorkommt, aber in den sozialen Medien noch viel öfter.
Mein Lieblingsbeispiel war aber dieser schöne Verlauf:

Person A: "Diesen Erfolg gönnt Dir jeder. Du hast Dir das, wo Du jetzt stehst, hart erarbeitet.
Diesen Erfolg jedoch in diesem Postings mit dieser Art von Formulierung zu verarbeiten, ist auch meine Sache nicht. Es klingt auch mir ein Stück zu abgehoben und dabei ist mir egal, wie oft Du so etwas im Jahr machst, was der Wein genau kostet und wie viele Kleider Du in den letzten drei Wochen gekauft hast.„Was kostet die Welt? Wer hat der kann - und ich kann Dank Euch, die ihr fleißig meine Webinare bezahlt“ hat doch ein wenig Beigeschmack..."
Marike: "Meine Webinare sind kostenlos."

Person A: "Marike - da musste ich kurz überlegen, ob ich antworte 🤔 Okay, ich mach’s: Also streiche das Wort Webinare und setze genau das Wort - an EXAKT dieser Stelle ein - mit dem Du bei Deinen Kunden Geld verdienst 🙄 Puh..."

Marike: "Passt schon :-D Wer fleißig meine Kurse bezahlt, bekommt ja auch viel dafür. Jedenfalls sind meine Kunden sehr zufrieden. Dass die "Was kostet die Welt"-Attitüde nicht jedermanns Ding ist, habe ich aber deutlich gemerkt und werde ich auf mich wirken lassen.
Danke jedenfalls an alle, die sich hier (wie du) um echte Debattenbeiträge bemühen. Es nervt, wenn mir einfach nur Geldgier unterstellt wird. So isses nämlich nicht.
"
Ein beispielhaftes Statusspiel, was hier gespielt wurde:
Person A hat erst Marikes Status erniedrigt, dabei aber einen sachlichen Fehler gemacht (das Wort "Webinar" für die zahlungspflichtigen Dienstleistungen benutzt), den Marike sofort genutzt hat, um den Status von Person A durch eine Richtigstellung zu senken.
Person A MUSS nun natürlich den eigenen Status wieder erhöhen ("da musste ich überlegen, ob ich antworte" + "Puh").
Und Marike hebt geschickt ihren eigenen Status ("Wer fleißig meine Kurse bezahlt, bekommt ja auch viel dafür.") und senkt ihn gleich danach, indem sie den von Person A und anderen hebt ("Dass die "Was kostet die Welt"-Attitüde nicht jedermanns Ding ist, habe ich aber deutlich gemerkt und werde ich auf mich wirken lassen. Danke jedenfalls an alle, die sich hier (wie du) um echte Debattenbeiträge bemühen.").
Am Schluss hebt sie aber wieder den eigenen Status aktiv ("Es nervt, wenn mir einfach nur Geldgier unterstellt wird. So isses nämlich nicht."). So eine gute Status-Spielerin! Chapeau!


3)
In meinen Gruppendrang-Kursen bleiben Konflikte natürlich nicht aus, die gehören zur Gruppenarbeit – besonders in der Entstehungsphase – einfach dazu.
Am Mittwoch gab es ein Gespräch mit zwei Gruppenteilnehmern, in dem es auch um das Thema Schuld ging. Wenn ich etwas in guter Absicht tue, sich andere dadurch aber nicht so gut fühlen wie gehofft, bin ich dann Schuld am Unwohlsein der anderen? Wenn man Schuld als ein objektives Wort benutzt: ja, natürlich. 

Aber leider ist Schuld ein extrem negativ behaftetes Wort. Und deshalb meide ich es gern, denn es trägt nicht gerade zu Problemlösungen bei.
Denn es ist doch eigentlich so, dass wir alle Dinge tun, die mal klappen und mal nicht. Das ist normal, das ist natürlich, das nennt man Entwicklung. Und es ist vor allen Dingen enorm wichtig, dass Dinge schief laufen – für alle Beteiligten. Denn nur so kann eine Veränderung stattfinden, nur so können Bedürfnisse erkannt und kommuniziert werden. 




4)
Wie gerufen kam da die Star Trek Folge "Disaster" aus der 5. Staffel von "The Next Generation". Nach einem Notfall und Ausfall des Computers sind die Crew-Mitglieder in verschiedenen Teilen des Raumschiffes "gefangen". Plötzlich müssen sie Posten und Rollen übernehmen, die für sie neu und ungewohnt sind. 

Zwei Frauen geraten aneinander, weil eine den Chefposten inne hat, aber darin unerfahren ist, die andere jedoch Schwierigkeiten mit Autoritäten hat. 
Diejenige mit dem Chefposten trifft eine Entscheidung, die die andere nicht gutheißt. 
Am Schluss stellt sich aber diese Entscheidung als genau die richtige heraus.
Anstatt beleidigt zu sein, weil sie Unrecht hatte, springt die Unterlegene über ihren Schatten und sagt: 

"I´m sorry, I´ve been wrong."
Und anstatt den eigenen Hochstatus auszukosten und ihn zu untermauern, sagt die Chefin:
"You could have easily been right."

Diese simplen zwei Sätze fand ich so wunderschön, dass ich sie mit euch teilen musste.

Wir müssen nicht um unseren Status kämpfen. Wir können auch einfach anderen mal einen hohen Status gönnen. Uns wird dadurch nichts kaputtgemacht, wenn wir auch mal Schwächen und Fehler zugeben und unseren Status senken. 
Im Gegenteil: diese Fähigkeit ist für uns und den anderen ein unglaubliches Geschenk.




Freitag, 6. April 2018

"Tropfen auf heiße Steine" - Deutsches Theater Berlin

Foto: Viktor Reim, Bildquelle: http://www.deutschestheater.de

"Ich weiß nicht ..."

So ein kleines, feines Theaterstück! So perfekt für einen kleinen, feinen, entspannt-unterhaltsam-verstörenden Theaterabend ... wie man ihn liebt.

Ein schlichter, schwarzer Raum, dessen Raffinesse sich erst zu Beginn des Stückes offenbart und einen Staunen lässt.
Kostüme in schwarz-weißer Stummfilm-Ästhetik, die zum intensiven Kammerspiel-Charakter passen. Die beiden Haupt-Charaktere tänzeln am Anfang umeinander, Leopold lüstern und willig, Franz zurückhaltend und unsicher. Besonders diese Unsicherheit spielt Daniel Hoevels fantastisch, alles wird in Frage gestellt, keine Entscheidung so richtig getroffen. Er ist ein Blatt im Wind des Lebens, das sich einfach mitwehen lässt, wohin auch immer die Reise geht.
Leopold hingegen ist klar und stringent und entpuppt sich schnell als Tyrann. Die Beziehung der beiden ist deprimierend schrecklich.

In einer knappen Stunde spitzt sich diese eigenartige Beziehung zu, verläuft im Zeitraffer vor dem Publikum. Am Schluss erreicht alles seinen Höhepunkt, wenn die Verlobte und die Ex-Frau der beiden Männer auftauchen.

Neben der Optik begeistert mich am meisten die Geschlossenheit des Stückes. Es ist aus einem Guss, in sich stimmig und kompakt.
Mit einer Stunde Spielzeit dazu auch optimal für einen Abend, der danach noch in Restaurant oder Kneipe ausklingen soll.

Wer es anspruchsvoll und einfach zugleich liebt – für den ist diese feine Fassbinder-Inszenierung von "Tropfen auf heiße Steine" genau das richtige!




Mittwoch, 4. April 2018

Recap/Preview #11



Der Frühling ist da! Zeit für Recap #11!

Premiere, Premiere!
Die Hütchenspieler bibbern schon, denn die Premiere ist nah! Am 20., 21. und 22. April werden sie auf der Bühne stehen und uns in einen spannenden Krimi entführen. Für den Sonntag gibt es noch ganz wenige Plätze, also haut rein!

Und auch ich feiere Premiere: diesen Samstag, 07. April, bei "Theater à la carte" in der WerkStadt. Was ich spiele? Den ersten Teil meiner Meeres-Trilogie, ein kleines Mini-Solo-Stück. Es geht um Unterwasserwelten und Meerjungfrauen. Also mystisch, geheimnisvoll ... und traurig.


Wo sind all die Männer hin?
fragen sich die Spieler der Theatergruppe Vorspiel. Die Antwort: Sie pausieren gerade und somit brauchen die Vorspieler noch männlichen Zuwachs. Wenn ihr Lust auf eine wilde, alberne Gruppe mit versautem Humor habt, dann seid ihr vielleicht genau richtig. Meldet euch!


Mit großer Macht geht große Verantwortung einher ...
... und das ist immer wieder Thema in meinen Status-Workshops.
Nun könnt auch ihr wieder in den Genuss kommen, nämlich Ende April bei meinem Workshop mit Business-Fokus für´s structura.lab, zu dem ihr herzlich eingeladen seid. Er findet am 27. April nachmittags in  Kreuzberg statt, alle Infos und Anmeldung hier: Klick!
Außerdem warten noch andere tolle Workshops auf euch.

Wenn ihr abends mehr Zeit habt, gibt es auch noch einen offenen Machtspielchen-Workshop am Freitag, 25. Mai. Es gibt noch freie Plätze, hier sind die Infos: Klick!


Texte lernen? Kann ich nicht!
Oh doch, das kannst du! Es reicht ja ein einziger Satz ... denn den werden wir beim nächsten Impro-Morgen im Meeet brauchen, bei dem das Thema lautet: "Wie wär´s mit einem Textbuch?"
Wer also montags früh ab und zu mit Impro in die Woche starten will, sollte sich den Impro-Morgen vormerken!

Ebenfalls mit Texten beschäftigen sich die Teilnehmer am 13. April im Vorglühen-Workshop "Text & Stimme". Er ist leider schon ausgebucht, aber das nächste Mal wird im Juni vorgeglüht – mit Impro!







Freitag, 30. März 2018

#freitagsgedanken – Leichte Panik


Leichte Panik

Eine Woche liegt noch vor mir. In einer Woche muss Teil 1 meiner Meeres-Trilogie fertig sein.

Was habe ich bis jetzt? Ein Kostüm, einen Plan für´s MakeUp, eine Idee für die Hintergrundsounds und etwa zwei Drittel des Textes in meinem Kopf.
Inszenierung bis jetzt? Null.
Und ich spüre eine leichte Panik in mir aufsteigen. Die Panik, die auch meine Kursteilnehmer regelmäßig wenige Wochen vor den Aufführungen spüren. Die "Wir haben NICHTS geschafft!"-Panik.

Und so unangenehm diese Panik auch ist, bin ich froh, sie mal wieder zu erleben. Mir genau den Stress zu machen, den sich meine Teilnehmer auch machen. Das Adrenalin ein bißchen aufputschen und endlich ins Machen kommen.
Denn schon länger stand ich nicht mehr auf der Bühne ... genaugenommen seit etwa einem dreiviertel Jahr!

Diese 15 Minuten, die ich gerade erarbeite, sind schwieriger als ich dachte. Der Text geht schwerer in den Kopf als angenommen. Die Sprache Fouqés macht mich fertig, die Füllsel-Wörter sind einfach nur beliebig im Text verteilt.

Doch das schöne ist: ich weiß, ich werde es schaffen.
Es gibt eine Deadline und deshalb keine Möglichkeit, auszuweichen. Es muss getan werden, was getan werden muss.
Und das ist auch irgendwie beruhigend. In gewisser Weise.

Ich werde allein auf der Bühne stehen.
Das habe ich das letzte Mal vor vier Jahren gemacht, in meinem Solostück "The Lost Companion". Damals habe ich gesagt, dass ich das nie wieder mache.
Und zack, hier bin ich und mache doch wieder ein Solo. Aber nur ein kleines Solo. Und eines, das mir niemand schlechtreden kann, eines, für das ich nicht gemobbt werde, eines, das keinen Shitstorm auslöst. Immerhin. Das gibt mir Entspannung, erhält mir die Freude an der Schaffenskraft.

Und die ist trotz nervigen Textes und Zeitdrucks noch immer da!
Schon jetzt schweife ich im Kopf immer wieder zu Teil 2 und 3 meiner Meeres-Trilogie ab, für die es noch gar keinen Text, aber schon viele Ideen gibt.
Ich zwinge mich in diesen Momenten zur Achtsamkeit, zum Hier-Sein, Im-Moment-Sein.

Gleich werde ich mich weiter an den Text setzen, weiter lernen und ihn immer und immer wieder wiederholen.
Damit ich euch in einer Woche ein wunderbar trauriges und mystisches Märchen erzählen kann.




Mittwoch, 28. März 2018

#monthlyfavourites – März-Lieblinge



Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im März! 




Zum Arbeiten

Endlich, endlich, endlich konnte ich mir Periodenunterwäsche von Thinx leisten!
Gerade für die Arbeit habe ich mir schon lange eine gut sitzende, bequeme Alternative zu Standard-Hygieneprodukten gewünscht. Und jetzt habe ich sie! Diesen Monat kam die Lieferung aus Amerika an und ich konnte sie ausgiebig testen. Die Slips sehen gut aus, passen perfekt und dienen quasi als Binden"ersatz". Sie sind mehrlagig mit einem saugfähigen Kern. Bei starker Blutung ist eine zusätzliche (Stoff-)Binde praktisch, weil ein häufiges Wechseln der Wäsche unterwegs eher lästig ist. Aber zu Hause sind sie auch solo perfekt, besonders ab Tag 3.
Nach dem Tragen braucht man sie nur unter kaltem Wasser ausspülen und kann sie dann in der nächsten Wäsche bei 30 Grad mitwaschen. Alternativ kann man sie natürlich auch nach dem Ausspülen per Handwäsche mit etwas Waschmittel richtig waschen und dann trocknen lassen (nicht in den Trockner!), um sie am nächsten Tag gleich wieder zu tragen. Ich besitze jetzt 5 Paar und die Handwaschmethode funktioniert gut, so habe ich immer mindestens ein paar saubere, trockene parat.
Zusätzlich habe ich mir noch Stoffbinden bestellt, die ich aber erst im nächsten Zyklus testen kann. Ich hoffe, somit endlich eine umweltschonende langfristige Variante für meine Periode gefunden zu haben, die keine Wegwerfprodukte beinhaltet. Und falls es jemand vorschlägt: Menstruationstassen mag ich nicht.;)

Vom Verlag "Ein guter Plan" sind außerdem neue Sticker (endlich auch viele ganz kleine!) und ein To-Do-Listen-Notizblock eingezogen.


 
Zum Aufhübschen


Anfang März war ich mit Mutter und Bruder für ein Wochenende in Rom. Neben ausgiebigem Sightseeing und Essen wurde viel geshoppt. Mein Bruder stockte seine Garderobe ordentlich auf und ich suchte mir einfach die gleiche Hose aus, die er auch kaufte. Jetzt können wir im Partnerlook laufen. Besonders toll an der Hose: da sie für Männer geschnitten ist, sind die Taschen endlich mal so groß, dass die Hände wirklich reinpassen – und auch andere Dinge!

Mein Bruder kaufte sich und mir dann noch dieses geniale Sonnenbrillenmodell. Jetzt in den ersten Frühlingssonnenstrahlen das perfekte Accessoire!

Für´s Handgepäck suchte ich nach einer handlichen Variante eines Stylingproduktes für die Haare. Mehr als 100 ml durfte nicht in der Tasche dabei sein und meine vorherige Stylingcreme war ziemlich ausgetrocknet, weil ich sie aus Versehen offen gelassen hatte.
Von dieser von Syoss hier bin ich sehr begeistert. Man sieht nichts, sie riecht gut, klebt nicht und gibt einen leichten Halt, Struktur und einen natürlichen Look. Gibt´s in der Drogerie.

 

Zum Lesen

Die Hauptlektüre in den letzten Wochen ist der Text zu Teil 1 meiner Meeres-Trilogie. Es sind insgesamt etwa 3,5 Din A4-Seiten und ich verzweifle etwas am Auswendiglernen, weil der Text nicht gerade leicht in den Kopf geht. Dafür ist die märchenhafte Sprache aber wirklich wunderschön.

Zwischendurch habe ich dann in CORD gelesen, quasi dem neuen Männermagazin der Zeitschrift Flow. Die Idee ist nett, das Heft richtig schön gestaltet, die Artikel unterhaltsam – aber ich würde mir jetzt eine Zeitschrift wünschen, die wie flow und CORD zusammen ist. Was soll immer diese Trennung in Geschlechter? Eine Zeitung für Menschen reicht doch auch, oder?!



Zum Essen

Anfang März hat es mich gleich erwischt und ich lag erstmal mit einer Erkältung flach. Der Husten hat sich lange hartnäckig gehalten. Jetzt ist er so ziemlich weg, aber in der Zwischenzeit habe ich mehrere Packungen Kinder Em-eukal aufgebraucht.



Zum Stöbern

Habt ihr schon die Seite der Hütchenspieler gesehen? Sie sind die Gruppe, die in meinem aktuellen Kurs entstanden ist und haben eine tolle Facebookseite, auf der sie seit einiger Zeit ihre einzelnen Mitglieder vorstellen. Schaut unbedingt rein:
https://www.facebook.com/H%C3%BCtchenspieler-1889221407786114/




Zum Hören

Nach Italien hat mich auf meinem iPod eine Playlist mit italienischen Songs begleitet. Hier ein paar meiner Favoriten:












Zum Anschauen


Zuerst mal: Geht ins Theater!!! Diesen Monat habe ich zwei geniale Inszenierungen gesehen. Die erste war sehr lang und sehr mitreißend: "Sommergäste" im Deutschen Theater.





Viel kurzweiliger, aber dafür nicht weniger unterhaltsam und von den Figuren her höchst interessant ist "Tropfen auf heiße Steine" von Rainer Werner Fassbinder, ebenfalls im Deutschen Theater. Hier ein paar Worte von Schauspieler Bernd Moss über das Stück:




Und natürlich war diesen Monat Jessica Jones dran! Die neue Staffel war überraschend gut und gefällt mir von allen bisher am besten. Auch wenn Trish mich wahnsinnig genervt hat.





Im Kino war ich diesen Monat auch, und zwar in "The Shape of Water" – wunderschöner Film, einfach ein Augenschmaus!





Zum Schluss mal wieder BBC. Es gibt auf Netflix eine neue Reihe von "The world´s most extraordinary homes" und dieses hier ist nur eines davon:

Mittwoch, 21. März 2018

"Sommergäste" - Deutsches Theater Berlin

Foto: Arno Declair, Bildquelle: http://www.deutschestheater.de



"Du bist so brutal!"

Uff! Ein riesiges Ensemble-Stück von einem russischen Autor. Das klingt nach Unterhaltung, nach Drama und gleichzeitig Belanglosigkeit. Also genau das richtige für mich.
Ich kaufte eine Karte und schaute nicht drauf. Und dann las ich irgendwo etwas von 4 Stunden. Und ich dachte: Ach du scheiße, was habe ich getan?!

Aber man muss sich Herausforderungen stellen. Ich habe schon mal 6 Stunden Theater geschafft, da sollten auch 4 Stunden und 15 Minuten zu schaffen sein.

Machen wir es kurz: es waren die besten 4 Stunden und 15 Minuten, die ich seit langem auf der Theaterbühne gesehen habe.
Wegen des Bühnenbildes? Nein. Wegen der Musik? Nein. Wegen der Kostüme? Nein.
Wegen des Schauspiels!
Die 15 Schauspieler ziehen einen die ganze Zeit in ihren Bann, mit einer Intensität und Spiellust, die ihresgleichen sucht. Die Charaktere entfalten mit jeder Minute eine größere Komplexität und mit jedem Satz wechseln meine Sympathien zwischen den Figuren.

Wie eine Soap breitet sich dieses Theaterstück aus, wie die ganze Staffel einer geliebten Netflix-Serie. Wir Zuschauer lernen die Figuren intensiv kennen. So intensiv, dass unsere Zuneigung zu bestimmten Figuren wächst, dass wir die Augen verdrehen, wenn sie dumme Entscheidungen treffen, und dass gleichzeitig andere Figuren immer unbeliebter werden. Wir nehmen einige in Gedanken in Schutz und verurteilen die anderen.
Und merken irgendwann, dass jede dieser Figuren im Eimer ist. Unzufrieden, unglücklich und gefangen in der eigenen Handlungsunfähigkeit.
Die beiden jungen Menschen Sonja und Semin strahlen eine Leichtigkeit aus, die erfrischt und fast ein bißchen Hoffnung gibt ... aber nur fast.

Während ich in diesem langen Stück in der dritten Reihe sitze, entsteht eine unglaubliche Spiellust. Der Wunsch ebenso tief in Emotionen abzutauchen. Der Wunsch, mit diesem Ensemble zu leiden.

Die Schönheit und Frische des Stückbeginns ist am Ende aus den Gesichtern verschwunden. Das Ensemble sieht abgekämpft aus, verweint, verquollen und müde. Und genau dafür liebt man sie. Weil sie all das für einen erlitten und einem diese wunderbaren Stunden geschenkt haben. Danke!


Freitag, 16. März 2018

#freitagsgedanken – Freunde? Muss nicht sein.


Freunde? Muss nicht sein.

Teamarbeit ist ein Thema, das mich seit vielen Jahren begleitet. Im Alltag natürlich schon mein ganzes Leben, aber beruflich ist es wichtiges Thema seitdem ich als Theaterpädagogin selbständig bin.

Ich hab ein Herz für die Teamarbeit. Im Team kann man so geniale Ideen erdenken UND umsetzen, die man allein nicht unbedingt schafft.
Dafür braucht man natürlich ein gut funktionierendes Team. Aber was ist ein gut funktionierendes Team? Ich finde, das ist eine Frage, die gar nicht so leicht zu beantworten ist.
Zumindest ahne ich so langsam, dass diese Frage der Grundstein vieler Teamprobleme ist.
Wann zum Teufel ist man in einem guten Team?

Für mich ist das wichtigste: a good team gets shit done!
Man arbeitet in einem Team, um ein Ergebnis zu erzielen, ein Projekt auf die Beine zu stellen, gemeinsam etwas umzusetzen. Wenn dabei ein gutes Ergebnis rauskommt, ist das auf jeden Fall schon mal mindestens die halbe Miete.
Wenn am Schluss dann auch noch alle am Leben gelieben sind und nicht die Hälfte des Teams flöten gegangen ist, umso besser.

Meine Ansprüche an ein Team sind über die Jahre realistischer geworden. Es haben sich ein paar Werte herauskristallisiert, die ich versuche vorzuleben und meinen Gruppen zu vermitteln:
Wertschätzung untereinander, Respekt, Freundlichkeit, Offenheit, Transparenz, Spaß, Vertrauen, Informationsteilung und individuelle Aufgabenverteilung.
Mit diesen Werten kann ein Team angenehm, befriedigend und gewinnbringend zusammen arbeiten.

Was nicht in der Liste auftaucht: Freundschaft.
In all den Jahren, in denen ich selbst in Teams war, habe ich gemerkt, dass Freundschaft absolut kein Indikator für ein gut funktionierendes Team ist. Freundschaft kann für eine tolle Stimmung in der Gruppe sorgen, aber hat in der Regel keinen Einfluss auf die Arbeitsleistung. Manchmal ist der Einfluss sogar negativ, weil Arbeit liegen bleibt oder verschoben wird, weil keine Ergebnisse gefordert werden, weil keine Konsequenzen durchgesetzt werden.

Früher dachte ich, dass alle Teammitglieder befreundet sein müssen, besonders in einer Freizeitgruppe. Ein fataler Denkfehler. In meiner Freizeitgruppe wollte ich mit allen irgendwie befreundet sein. Das Bemühen um ein freundschaftliches Verhältnis mit meinen Mitspielern hat die Arbeit jedoch enorm erschwert, weil auf einmal private Entscheidungen mit Gruppenentscheidungen kollidierten und Gruppenprozesse extrem verkomplizierten.
In meiner Ausbildung lernte ich dann, dass eine gute Zusammenarbeit auch mit Menschen stattfinden kann, die man doof findet. Ein extrem wichtiges Aha-Erlebnis!

In einem guten Team müssen nicht alle befreundet sein. Das ist auch kaum möglich, denn es kommen nie nur Leute eines bestimmten Typs zusammen. Oft sind sogar sehr unterschiedliche Menschen in einem Team. Mit vielen harmoniert man einfach nicht auf einer persönlichen Ebene. Muss man auch nicht. Respekt und eine gute Aufgabenverteilung – mehr braucht es kaum.
Jeder sollte sich für seine Arbeit gewertschätzt fühlen und die anderen für ihre Arbeit wertschätzen. Mit dieser Wertschätzung ist die Grundstimmung innerhalb der Gruppe positiv und sorgt dafür, dass sich alle angenommen fühlen.
Freundschaften entstehen meist trotzdem – aber sie müssen nicht sein.




Freitag, 9. März 2018

#freitagsgedanken – Mein Bett, meine Liebe


Mein Bett, meine Liebe

Ich liebe mein Bett!
Schon immer habe ich mein Bett geliebt.

Als Kind hatte ich ein Einzelbett, zusammen in einem Zimmer mit meinem Bruder. Mein Bett stand an der rechten Wand, das meines Bruders an der linken. Manchmal hat sich einer von uns abends zum anderen mit ins Bett gelegt zum Kuscheln ... oder zum Kloppen, je nachdem. Das ging ja auch irgendwie stets ineinander über.

Später hatte ich ein Hochbett, eines von der großen Sorte. Darauf lag eine schmale Matratze und ein Teppich und jede Menge Kram, den ich hochgeschleppt habe: Kuscheltiere, Bücher, Süßigkeiten, Walkman, Discman, Puppen, Taschentücher ... Ich war eingehüllt in ein Meer der Wonne und des Mülls.

Später wurde es wieder ein Einzelbett, da war dann nicht soviel Platz für Kram neben mir. Eine Auszeit in meiner intensiven Bett-Liebe.

Als Jugendliche wünschte ich mir dann ein Doppelbett. Ein Ausklappsofa von IKEA sollte es werden, und ich habe es geliebt. Wenn nicht gerade Freunde, Partner oder irgendwelche Dates darin mit mir übernachteten, war auch diese Fläche von 1,40 x 2,00 m vollgeräumt mit allem, was man zum Überleben braucht. Ich lag in der Mitte oder am Rand und suhlte mich in dieser Dekadenz der Lethargie.

In der ersten WG war dieses Sofa mit im Gepäck. Hier wurde es fast noch schlimmer. Mein Zimmer war ein schmaler Schlauch von 12 qm und ich beschloss das Sofa an die linke Wand zu stellen. Wenn ich das Bett nun ausklappte, stand es einfach quer im Raum. Um den hinteren Teil des Raumes betreten zu können, musste ich über das Bett rübersteigen. Selbstredend wurde der hintere Zimmerteil dadurch eher selten genutzt.
Ohne Waschmaschine war das Leben in diesem Bett eher muffiger Natur. Zusätzlich hatte ich eine Katze, die mit mir in diesem Zimmer wohnte. Und einen Nebenjob, der größtenteils aus Nachtschichten im Homeoffice bestand ... alias mein Bett und mein Laptop.
Zusammen mit meiner Katze eingekuschelt in versiffter Bettwäsche, mit Chips, Schoki, Zeitschriften, Pizza, Döner, Cola und Tee um mich herum, saß ich dann dort bis in die frühen Morgenstunden. Zwischendurch fiel ich in den Sekundenschlaf und brachte mich somit meist um den eh schon viel zu geringen Verdienst.

Dann lernte ich online meinen Mann kennen. Er liebte mich trotz meiner engen Liebe zu meinem Bett und schaffte es, mich davon loszueisen.
Besagtes Sofa ging in der WG kaputt und die Matratze, auf der ich dann einfach auf dem Boden schlief, wurde beim Auszug entsorgt. Sein Bett zog als unser Bett ein und ich liebte es heiß und innig. Sofort wurde es wieder zu meinem Bett.

In unseren gemeinsamen Wohnungen gab es immer wieder Phasen, in denen ich weiterhin viel auf dem Bett rumhing. Immer wenn diese Phasen überhand nahmen, wies mein Mann mich darauf hin und ich kam zurück in die Zivilisation.

Mittlerweile ist das Rumlungern auf dem Bett eine Seltenheit geworden. Tagsüber gern mal kurz zum Kuscheln mit den Katzen, aber dann auch nur kurz.
Um ein Versacken zu verhindern, räumen wir das Bett einfach jeden Morgen leer. Wo keine verknautschten Decken rumliegen, neigt man auch nicht dazu, sich zu verkriechen.

Aber wenn ich krank bin, dann ist das Bett wieder meine stetige Heimat.
Diese Woche war ich krank und habe tagelang im Bett gelegen. Heute ist der letzte Tag des Bettliegens und ich bin ein bißchen traurig. Die Liebe zu diesem Bett zieht mich wie ein Magnet an der Matratze fest. Ich komme kaum davon los.
Doch die Bettwäsche ist gewechselt, der Krankheitsvibe aus dem Schlafzimmer entfernt und das Bett leer.
Diese #freitagsgedanken schreibe ich trotzdem noch vom Bett aus. Zwar vom gemachten Bett aus, aber zumindest noch im Pyjama. Yes!

Die Liebe zu meinem Bett wird nie sterben. Aber ab und zu am Schreibtisch sitzen – das ist gar nicht so übel. Und besser für den Rücken.



Freitag, 2. März 2018

#freitagsgedanken – Auffangbecken

 

Auffangbecken

Am Wochenende war Aufführungszeit.
Manchmal sind diese Tage locker und beschwingt, manchmal anstrengend und kräftezehrend, ganz oft beides auf einmal.

Aber immer sind Aufführungstage emotional.

Das Adrenalin putscht einen hoch und macht einen leistungsstark. Auch mit Erkältung schafft man auf diese Weise im Notfall eine abendfüllende Aufführung.
Ein Zaubermittel, das für unterschiedlichste Reaktionen sorgt. Manche fangen an zu Plappern, andere werden ganz ruhig, manche haben körperliche Aufregungssymptome, manche fühlen sich elend, manche aufgekratzt.

Das Adrenalin sorgt aber auch für Druck, die Nerven liegen schneller blank und sorgen mitunter für starke Reaktionen.
Es kann zu einer richtigen Partystimmung kommen, es können Streits entstehen und es können Tränen fließen.

Auch an diesem Wochenende war eine emotionale Zeit. Und als ich Trost spendete, war ich innerlich ganz ruhig und dachte: Das ist mein Job.


Theaterstücke inszenieren, Übungen und Spiele machen und Menschen auf die Bühne stellen – das ist das Bild, das nach außen sichtbar ist. Da bin ich auch stolz drauf, und meine Spieler ebenso.

Aber die eigentliche Arbeit und der eigentliche Gewinn für meine Spieler ist meine Funktion als Auffangbecken. Als Schwamm für all die Stimmungen, für die Missverständnisse, für Unzufriedenheiten, für Spaß, für Albernheiten, für Trauer, für Angst und für Verzweiflung.
Ich fange all das auf und gebe all dem Platz. All die Emotionen gehören zum Menschsein dazu und Theater bietet den Raum, die Maske des Alltags abzulegen und sich fallenzulassen.

Ich bin gern Auffangbecken. Denn die Natur hat mir ein Geschenk mit in die Wiege gelegt: eine unglaubliche Gelassenheit und Entspanntheit. Und somit ein riesiges Fassungsvermögen.
So kann ich der Fels in der Brandung sein.

Ich kann aber auch in das große Becken hineingreifen, wo alles gesammelt ist, was in der gemeinsamen Teamarbeit auftauchte, und immer genau das hinausreichen, was gerade gebraucht wurde. Ich kann Motivation und Sicherheit geben, ich kann Enthusiasmus schüren, aber auch Angst säen. Ich kann Druck nehmen und Druck aufbauen. Ich kann trösten und ich kann antreiben.

Wie ein Springbrunnen nehme ich auf und verteile neu – und sorge somit für Ausgeglichenheit im Team.
Ein toller Job!




Mittwoch, 28. Februar 2018

#monthlyfavourites – Februar-Lieblinge



Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im Februar! 




Zum Arbeiten

Zu Weihnachten schenkte mir mein Bruder einen "Stranger Things"-Beutel, der mich diesen Monat ständig begleitete, besonders zu den Aufführungen der Theatergruppe Vorspiel.

In diesem Monat gab es einige Premieren. Nicht nur im wortwörtlichen Sinne bei den Vorspielern, sondern ich war auch zum ersten Mal als Trainerin beim Impro-Morgen im Meeet dabei und gab meinen ersten Vorglühen-Workshop. Schon seit Jahren nutze ich schwarze Notizbücher der Marke claire fontaine für meine Kurse, Workshops und Theaterprojekte. Verziert mit Schwarz-Weiß-Grafiken ist gleich erkennbar, welches Buch zu welchem Thema gehört. Doch als ich mit der Vorbereitung starten wollte, merkte ich, dass mein Notizbuch-Vorrat unbemerkt zur Neige gegangen war. Nun habe ich wieder nachgekauft und habe sowohl für die Vorglühen-Reihe als auch für den Impro-Morgen eigene Notizbücher.

Textmarker benutze ich extrem selten, dafür aber gern Klebezettelchen zum Markieren. Da ich diesen Monat Recherchearbeit für meine Meeres-Trilogie mache, kam dieses praktische Lesezeichen mit kleinen Haft-Markierern zum Einsatz. Besonders toll: die Markierstreifen sind transparent, so dass man auch den Teil lesen kann, den sie verdecken!

Wie ihr wisst, liebe ich mein Livia-Gerät. Leider schwächeln allerdings die Kabel ziemlich, so dass ich nun endlich mal wieder nachbestellen musste. Was für eine Wohltat, Livia mit funktionierendem Kabel ohne Wackelkontakt zu tragen! Definitiv ein Highlight meines Monats.


 
Zum Aufhübschen


Das Sweatshirt mit poppigen Space-Motiven habe ich bei H&M im Onlineshop gesehen und mich schockverliebt. Jetzt trage ich es ständig: zu Hause, auf Arbeit, überall.

Passend dazu war diesen Monat besonders die Galaxy-Chic-Palette von bhCosmetics im Einsatz. Die Lidschatten der Marke sind relativ günstig und haben eine tolle Farbabgabe und Haltbarkeit. Zudem haben die Farben dieser Palette auch noch geniale spacige Namen wie "Moon", "Milky Way", "Asteroid", "Saturn" etc. Meine Palette habe ich vor Jahren auf Kleiderkreisel gekauft, mittlerweile hat sie ein anderes Design, ihr findet sie hier: http://www.bhcosmetics.de/Produkte/augen/galaxy-chic

Der aktuelle Holo-Trend geht natürlich nicht an mir vorbei – liebe ich doch alles, was glänzt und funkelt. Neu eingezogen sind der Prismatic Hololighter Stick von essence und ein rosa-weiß-schimmerndes Pigment von Rival de Loop.

Natürlich sind mal wieder Ohrringe dabei! Aber die orange-pinken Sterne passen einfach perfekt zum Sweatshirt! Gefunden habe ich sie bei Tiger.

Ebenfalls von Tiger sind die kleinen Cartoon-Pins, die für eine Theaterpädagogin quasi maßgeschneidert sind. (Insider wissen schon warum ... ;) )




Zum Lesen

Das gefühlt kleinste Buch der Welt war diesen Monat meine Lektüre ... als Vorbereitung auf Teil 1 meiner Meeres-Trilogie. Ihr wollt etwas aus dem Buch hören? Dann kommt am 07. April in die WerkStadt in Neukölln zu "Theater à la carte"!



Zum Essen

Keeeeeekseeeeee! Diesen Monat waren Kekse meine Hauptmahlzeit. Unter anderem selbstgemachte Nusstaler und Amaretti.



Zum Stöbern

Diesen Monat ging das neue Spielzeitmagazin online. Da MÜSST ihr drin stöbern!

http://sarah-bansemer.de/magazin




Zum Hören

Diesen Monat begleitete mich auf meinem iPod mal wieder das Heaven and Hell Orchestra:




Zum Anschauen

Mein Film des Monats ist ohne Zweifel "Master and Commander". Ja, Schande über mich, dass ich den Film erst jetzt entdeckt habe, aber das tut seinem Reiz keinen Abbruch.
Für meine Meeres-Trilogie bot er mir wunderbare Inspiration und zeigt das (Kriegs-)Leben an Schiff auf sehr authentische Weise. Ich war schwer beeindruckt von Akkuratheit, Stimmung und Schauspiel.





Ebenfalls ein ganz wunderbarer Film ist "Kedi – von Katzen und Menschen", den ich letztens in einer Sonntags-Matineé gesehen habe.
Wichtig: man sollte Katzen zumindest ein bißchen gut finden für den Film.;)




Sehr amüsiert habe ich mich über die Reality Show "Queer Eye" auf Netflix. Sie ist witzig gemacht und die "Fab Five" sind einfach unglaublich sympathisch und machen ihre Arbeit fantastisch!




Natürlich darf die BBC nicht fehlen! Diesen Monat mit einer faszinierenden Doku, in der sie Tiere mit Kameras ausgestattet haben:



Freitag, 23. Februar 2018

#freitagsgedanken – Ballast abwerfen?


Ballast abwerfen?

Manchmal kommt nach einer anstrengenden Phase eine Zeit, in der sich einiges verändert. Oder zumindest eine Zeit, die das Potential hat, dass sich in ihr etwas verändert.
Um dieses Potential auszuschöpfen, muss man aktiv werden. Als recht bequemer Mensch mag ich das Rumdümpeln gerne und empfinde allein das Wort "aktiv" in manchen Momenten abschreckend. Zum Beispiel im Begriff "Aktiv-Urlaub" ...
Aber es ist nun mal so: manchmal fühlt sich alles nach Veränderung an. Und irgendwas MUSS dann getan werden. Sonst schleicht so eine zähe Unzufriedenheit ein, die man dann mit sich mitschleppt.

Es gibt ja verschiedene Möglichkeiten, Veränderungen anzugehen.

Eine von mir gern praktizierte Variante ist die "Ich nehme alles mit, was sich anbietet"-Methode. Die ist besonders dann eine Option, wenn ich viel Zeit habe.
Letztes Jahr im Sommer habe ich beispielsweise ganz viel Kram einfach so mitgemacht, weil er in meinen Mailbriefkasten geflattert ist. Und hab dabei lustige Erfahrungen gesammelt, die ich nicht missen möchte.

Wenn ich hingegen weniger Zeit habe, neige ich zur "Alles abwerfen, was mich belastet"-Methode. Natürlich schaffe ich es nicht, allen Ballast abzuwerfen, aber es ist dann Zeit bestehende Gewohnheiten und mein Umfeld genauer unter die Lupe zu nehmen. Denn wenn ich wenig Zeit habe, merke ich erst, wie sehr mich bestimmte Dinge stören. Auch ganz banale Sachen wie ein blöder Haarschnitt.

Die letzten Monate habe ich meine Haare selbst geschnitten, ich war einfach zu geizig, um zum Friseur zu gehen. Und ich gehe generell nicht soooo gerne zum Friseur.
Aber irgendwie sah meine Frisur halt auch so aus wie selbst geschnitten und fiel nicht vernünftig. Ständig hatte ich Haare vor den Augen und war genervt. Also ging es letzte Woche Freitag endlich wieder zum Friseur. Und jetzt hab ich wieder für eine Weile Ruhe mit den Haaren. Ein befriedigender Gedanke.

Neben den Haaren musste ein Sessel unsere Wohnung verlassen. Ein Sessel, dessen Beschaffung unglaublich aufwendig war und mit einem langen Spaziergang an der Landstraße entlang durch tiefen Schnee zu tun hat, bei dem ich dann netterweise von einer Autofahrerin aufgelesen wurde, die zufällig meine Kollegin kannte ... ihr seht, eine lange Geschichte.
Also dieser Sessel, den ich aus sentimentalen Gründen von Wohnung zu Wohnung mitschleppte, stand nun schon ewig unbesessen im Schlafzimmer herum. Es hat wirklich nie jemand darauf gesessen und die Katzen haben ihn zum Toben benutzt. Vor einer Woche stellte ich ihn spontan zum Verschenken in ebay-Kleinanzeigen ein und wenige Stunden später freute sich ein junges Paar riesig über dieses Geschenk.

Ebenfalls in den Müll wanderten kaputte Socken und ein Pullover, den ich zwar richtig cool fand und den ich mal Secondhand erstanden hatte, der aber so stark nach Parfüm stank, dass kein Waschgang auch nur annähernd etwas daran ändern konnte.
Eine Mütze fiel dem Spielwahn meiner Katze zum Opfer. Sie hat mir also beim Ausmisten geholfen. Alte Tees wurden aus- und neue einsortiert, der Schreibtisch aufgeräumt und für die Notizbücher ein Magazinständer besorgt.

Nun will ich noch mehr Ballast abwerfen und Dinge ändern. Aufräumen, Strukturieren, Neuordnen. Bisherige Kurse verändern, neue Angebote ausprobieren.
Einmal einen frischen Wind durch alles hindurchwehen lassen.

Geht es euch genauso?

Montag, 19. Februar 2018

Networking in Berlin: Favoriten

Vor einer Weile habe ich über Netzwerktipps für distanzierte Persönlichkeitstypen geschrieben und mittlerweile bin ich beim Netzwerken ziemlich gut "drin".

Es gibt einige Events, die ich regelmäßig besuche, bei denen sich dann nach und ein familiäres Gefühl einstellt. Das ist richtig schön.
Ich mag kleine "Laber"-Events gern, aber auch Veranstaltungen, die straff organisiert sind und einen durch die Methodik mit anderen, fremden Menschen in Kontakt bringen.

Grundsätzlich bin ich kein großer Fan von geschlechtergetrenntem Netzwerken, ich mag am liebsten gemischte Gruppen, bei denen kein Geschlecht ausgeschlossen wird.
Natürlich verstehe ich den Sinn hinter reinen Frauennetzwerken und sie haben auch eine empowernde Wirkung, aber ich persönlich finde es gemischt einfach inspirierender.

Dennoch war ich immer sehr gern bei den Powerfrauen Berlin. Leider gibt es sie seit kurzem nicht mehr, aber so ein kleines, feines, gemütliches Netzwerk mit wenig Teilnehmern empfehle ich jedem als Einstieg in die Netzwerkerei.

Aber es gibt eine schöne Alternative – und die ist mein erster Tipp:

Name: Salz in der Suppe

Web: https://meeet.de/salz-in-der-suppe-netzwerk-event/


Warum ich das Netzwerk liebe:
Essen und Reden sind immer eine gute Kombination und bei "Salz in der Suppe" geht es genau darum. Beim Networking Lunch im Coworking-Space Meeet kommen in der gemütlichen Küche im Schnitt zwischen 4 und 10 Leuten zusammen, um gemeinsam eine Suppe zu essen und sich zu einem bestimmten Thema auszutauschen.
Es ist ein fester Ablauf vorgegeben, der aber nicht super streng gesehen wird. Das mag ich immer gern, so ist man nicht auf sich allein gestellt. Los geht´s mit dem Servieren der Suppe, dann gibt es eine kurze Vorstellungsrunde (jeder hat so lange Zeit wie ein Streichholz zum Abbrennen braucht) und im Anschluss gibt es einen kurzen Impulsvortrag zum Tagesthema – entweder von Frank Spandl, dem Meeet-Chef, oder von jemand anderem. Danach wird über das Thema diskutiert, gegessen und gelacht oder gestritten ... je nachdem.;)

Manko:
Der Netzwerkcharakter ist etwas geringer ausgeprägt als bei anderen Networking Events.

Mitgliedschaft / Teilnahme:
Es gibt keine feste Mitgliedschaft und man kann jederzeit einfach so teilnehmen. Selbst eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Also optimal für die ganz Spontanen.

Treffpunkt, Termine & Uhrzeiten:
Zweimal monatlich an einem Mittwoch, 12-14 Uhr.

Kosten:
Die Teilnahme am Event findet auf Spendenbasis statt. Jeder entscheidet, wieviel es ihm wert ist, es kann am Schluss des Events in bar in eine Spendendose eingezahlt werden.
Empfohlen wird ein Betrag von 10 €.






Weiter geht´s mit einem der aktivsten Netzwerke, die ich besuche: dem Business Netzwerken Berlin. Die Treffen finden dreimal im Monat statt, immer vormittags, und es sind auch größere Treffen für den Abend geplant. Eine regelmäßige Teilnahme ist hier unbedingt empfehlenswert!

Name: Business Netzwerken Berlin

Web:
https://www.facebook.com/groups/netzwerken.berlin/
https://www.meetup.com/de-DE/business-netzwerken-berlin/
https://www.xing.com/communities/groups/business-netzwerken-berlin-2cd5-1095815

Warum ich das Netzwerk liebe:
Ich lerne jedes Mal neue Menschen kennen, weil in 15-minütigen Einheiten 2er-Gespräche geführt werden. Mein erster Gesprächspartner wird mir vor der Vorstellungsrunde zugelost, für die beiden weiteren Runden (oder auch mehr ...) suche ich mir selbständig neue Partner.
Dieses feste Konzept finde ich großartig, weil es besonders kontaktscheuen Menschen hilft, mit anderen ins Gespräch zu kommen.
Zudem gibt es bei jedem Treffen einen 10-minütigen Vortrag von einem der Teilnehmer. Auch ich war schon mal dran und habe Tipps gegen Lampenfieber vorgestellt.

Manko:
Um nachhaltig etwas vom Netzwerk zu haben, ist eine regelmäßige Teilnahme wichtig. Das gilt zwar allgemein für alle Netzwerke, aber für dieses braucht man Zeit. Einmal im Monat sollte man auf jeden Fall dabei sein.

Mitgliedschaft / Teilnahme:
Es gibt keine feste Mitgliedschaft und man kann jederzeit einfach so teilnehmen. Eine Anmeldung per Facebook, Xing oder meetup ist aber empfehlenswert, damit die Veranstalter wissen, wer alles dabei ist.

Treffpunkt, Termine & Uhrzeiten:
Dreimal im Monat gibt es ein Netzwerktreffen, jeweils ab 10 Uhr, man sollte aber mind. 15 Minuten früher vor Ort sein.

Kosten:
Die Mitgliedschaft im Netzwerk ist kostenlos, auch die Teilnahme an den Frühstückstreffen.
Ansonsten wird nur bezahlt, was in der jeweiligen Lokalität getrunken/verzehrt wird.







Das größte Netzwerk in der Liste ist mit Abstand intrinsify.me. Thema des überregionalen Netzwerks ist New Work und die Zukunft der Arbeit. Es gibt große Wochenend-Events, kleinere Meet Ups in verschiedenen Regionen Deutschlands und Sonderveranstaltungen wie z.B. mein Workshop "Machtspielchen auf Augenhöhe?", den ich gerade für das Netzwerk gegeben habe.

Name: intrinsify.me

Web: https://intrinsify.me/


Warum ich das Netzwerk liebe:
Das Thema New Work ist wahnsinnig wichtig und bietet immer wieder interessanten Gesprächsstoff. In diesem Netzwerk kommt es mir manchmal so vor, als würde sich die intellektuelle moderne Elite der neuen Arbeitswelt versammeln – jung, achtsam, umweltfreundlich, intelligent. So taucht man immer in eine Welt ein, die ein bißchen wie eine große Zuckerwatteblase wirkt. Und das ist doch irgendwie schön.
Optimal für alle, die nicht nur Businesskontakte, sondern auch Freunde oder gute Bekannte suchen.
Die Events finden fast alle im Open Space Format statt, d.h. dass die Teilnehmer ihre eigenen Themen einbringen und dazu Sessions halten können. Selbst Sessiongeber zu sein, ist eine fantastische Möglichkeit, um sich bei mehreren Menschen gleichzeitig bekannt zu machen.

Manko:
Eben dieser Blasencharakter ist auch die Schwierigkeit bei intrinsify.me. Zudem sind die Veranstaltungsabläufe eher locker organisiert, was mich manchmal etwas nervt, weil dann die Zeiten nicht eingehalten werden (können).

Mitgliedschaft / Teilnahme:
Um zu den Veranstaltungen eingeladen zu werden, muss man sich einmal über die Website anmelden und erhält danach die Einladungen per Mail.
Man kann auch festes Mitglied werden, allerdings muss man dafür mindestens einmal ein Wevent besucht werden.

Treffpunkt, Termine & Uhrzeiten:
Es finden regelmäßige kleine (Meet Ups, ein Abend) und große Treffen (Wevents, 1-2 Tage) in verschiedenen Regionen Deutschlands statt. Zusätzlich gibt es Sonderveranstaltungen und Workshops, oft an Freitagabenden.

Kosten:
Die Meet Ups sind meist kostenlos, es wird aber um eine Spende gebeten. Die Wevents kosten etwas, den Betrag bestimmt man aber (meist) selbst.
Die feste Mitgliedschaft im Netzwerk kostet einen monatlichen Betrag nach Wahl.
Selbstverantwortung wird groß geschrieben, das gilt auch für die Preise.









Das absolute Klassentreffen unter den Netzwerkevents ist für mich das NewWorkCamp. An 1-2 Tagen kommen Menschen zusammen, beschäftigen sich ebenfalls mit Neuer Arbeit, Gesundheit und Ausgeglichenheit in der Arbeitswelt. Organisiert wird das Camp vom Barcamp-Profi Jan Theofel und von Gordon Geisler.

Name: New WorkCamp

Web: https://newworkcamp.de/


Warum ich das Netzwerk liebe:
Das NewWorkCamp hat einen stärkeren Businesscharakter als die intrinsify-Veranstaltungen und versammelt "Normalos". Ich habe dort unglaublich sympathische Menschen kennengelernt, auf die ich mich auch schon freue, wenn es das nächste Mal stattfindet.
Jan und Gordon organisieren straff und professionell, was mir sehr gut gefällt. Auch das NewWorkCamp funktioniert nach dem Open Space Prinzip. Es gibt sogar extra kleine Time-Slots nach den Mahlzeiten, für Aktiv-Sessions. Es wird also genau darauf geachtet, eine Balance aus Bewegung und Denkarbeit zu schaffen. Top! Und das Essen ist immer absolut fantastisch!

Manko:
Es findet nur einmal im Jahr in Berlin statt und kostet mehr als die anderen Netzwerke.

Mitgliedschaft / Teilnahme:
Jeder Interessierte kann sich einfach auf der Website anmelden.

Treffpunkt, Termine & Uhrzeiten:
Die Termine finden sich auf der Website. Im Schnitt findet es einmal im Jahr in Karlsruhe und einmal im Jahr in Berlin statt. Ursprünglich ging es über zwei Tage, mittlerweile nur über einen Tag, was aber auch sehr gut passt.

Kosten:
Die Kosten lagen im letzten Jahr bei 129 € für das eintägige Event, inklusive Verpflegung.




































Ich hoffe, ich konnte euch einen Einblick in verschiedene Netzwerkformate geben. Vielleicht ist ja auch das passende für euch dabei?
Wenn ihr euch allein nicht zum Netzwerken traut (ich kenne das Gefühl!), dann schreibt mir und ich nehme euch mit!

Freitag, 9. Februar 2018

#freitagsgedanken – Auf der Überholspur


Auf der Überholspur

Kennt ihr das Gefühl, wenn euch Erlebnisse und Ereignisse überrollen? Wenn irgendwie ganz viel passiert und ihr alles mitnehmt, was vorbeikommt, aber zwischendurch erschrocken denkt: huch, was war denn das gerade?

So hat mich diese Woche überrollt. Der Schaffensdrang der letzten Woche war noch präsent, da passierte plötzlich so viel anderes. Und mit den neuen Möglichkeiten und Dingen, die da passierten, kamen gleichzeitig lauter To Dos, die zu Beginn der Woche gar nicht da waren. Da kamen plötzlich haufenweise Emails und Anmeldungen, die bestätigt werden wollten. Es mussten Anfragen beantwortet werden, Fotos verschickt und Texte geschrieben werden. Streits mussten geschlichtet, Workshops geplant und neue Kontakte aufgenommen werden.
Eine volle Woche, in der erst heute ein bißchen Zeit zum Durchatmen ist. Mal wieder etwas runterkommen von diesem wilden Ritt, von dem Austausch, vom Netzwerken, vom Unterwegssein.

Ich fühl mich ein wenig auf der Überholspur, so viele neue Sachen passieren grad. Nach über einem Jahr intensivem Netzwerken zeigen sich die ersten Erfolge.
Das Dranbleiben hat sich gelohnt. Und was mich anfangs noch Überwindung kostete, macht mir mittlerweile richtig Freude.
Die Netzwerke, in denen ich unterwegs bin, sind schon fast zu Freundes-Treffen geworden. Man kennt sich, man mag sich, man freut sich über ein Wiedersehen. Vor einem Jahr hätte ich das noch nicht für möglich gehalten.


Im Kontakt mit anderen, die nun meine Arbeit kennenlernen, merke ich, dass das Theaterspiel an Ansehen gewinnt. War das Wort "Theater" vor einiger Zeit im Business-Kontext noch extrem abschreckend, so öffnen sich die Menschen jetzt immer mehr. Denn die klassischen Seminare und Trainings, in denen jemand einem erzählt, dass im Himmel Jahrmarkt ist und man ja nur, dies, das und jenes machen müsse, helfen meist nicht wirklich weiter.
Hand auf´s Herz: wer ändert nach so einem Vortrag wirklich etwas in seinem Leben? Wer probiert eine andere Verhaltensweise aus? Ich nicht.
Wenn ich es jedoch spielerisch tatsächlich mit meinem eigenen Körper ausprobiere, ist die Hemmschwelle, das Erlernte auch im Alltag anzuwenden, deutlich geringer. Denn ich weiß ja schon wie es sich anfühlt.

Ein bißchen schwirrt mir im Moment der Kopf. Ich habe nachts Träume, in denen ich Termine vergesse und mich komplett verzettele. Und aus der Angst, vor einem bestimmten wichtigen Termin krank zu werden, ist die Angst geworden, ÜBERHAUPT krank zu werden. Denn in den nächsten Wochen stehen plötzlich so viele Termine an.


Die Überholspur ist nicht gerade die entspannendste, aber dafür die aufregendste. Ich freue mich, wenn bei allen neuen Projekten, die gerade anlaufen, ein Plan feststeht und eine gewisse Routine eingekehrt ist. Wenn man weiß, wie der Hase läuft, und alles wieder ruhiger zugeht.

Bis dahin: volle Fahrt voraus!

P.S.: Am 19. Februar starte ich mit euch mit vollem Körpereinsatz in die Woche, beim Impro-Morgen im Meeet West, den ich ab jetzt einmal im Monat leite. Na, wer ist dabei?


Mittwoch, 7. Februar 2018

Recap/Preview #10



Es ist kalt, es ist Februar, es ist Faschingsmonat ... Zeit für Recap #10!


Es wird brutal ...
... in den Aufführungen der Theatergruppe Vorspiel, die Shakespeares "Der Sturm" spielen. Die witzig-spannende Inszenierung mit fulminantem Schluss könnt ihr am 23. und 24. Februar im Theater Verlängertes Wohnzimmer und am 10. März in der Kulturfabrik Moabit bestaunen.

Auch die Hütchenspieler aus dem aktuellen Gruppendrang-Kurs haben sich dem düster-kriminellen Genre verschrieben und präsentieren das Krimi-Stück "Und dann gab´s keines mehr" im April auf der Bühne.


Workshop-Zeit
 Der Workshop "Machtspielchen auf Augenhöhe?" für intrinsify.me war ein voller Erfolg. Dreizehn Teilnehmer probierten gemeinsam Status aus und analysierten Situationen aus Alltag und Berufsleben. Für den Herbst ist eine Wiederholung geplant. Zudem geht es im November mit dem Workshop voraussichtlich nach Köln, zum dortigen intrinsify-Netzwerk. Yeah!

Und es folgt sogleich der nächste Streich: am 12. Februar wird endlich der Gründerwoche-Workshop "Ich so: Och bitte! Die andern so: Nö!" nachgeholt!

Jetzt im Februar findet auch zum ersten Mal ein "Vorglühen"-Workshop statt. Zwei Stunden lang werden die Teilnehmer sich zum Thema "Körper & Bewegung" in verschiedenen Theaterspielen und -übungen austoben. Dieser erste Workshop ist leider schon ausgebucht, aber im April gibt es den nächsten, zum Thema "Text & Stimme". Im Juni widmet sich dann ein Workshop dem Thema "Improvisation". Ich bin gespannt! Alle Infos und Termine findet ihr hier: Klick!


Rampensau
Auch ich werde wieder die Bretter betreten, die die Welt bedeuten. Und zwar am 07. April, beim nächsten "Theater à la carte" in der WerkStadt in Berlin-Neukölln.
Ihr werdet mich in einem kurzen Mini-Theaterstück sehen, das der erste Teil einer Trilogie wird. Das Thema wird erst später verraten ... seid gespannt!



Freitag, 2. Februar 2018

#freitagsgedanken – Schaffensdrang


Schaffensdrang

Als ich Sonntagabend ins Bett ging, hatte ich plötzlich eine Idee. Ich dachte sie intensiv durch und Montagfrüh konnte ich nach dem obligatorischen Katzenfüttern in den allerfrühesten Morgenstunden nicht wieder richtig einschlafen, denn die Idee musste komplett zu Ende gedacht werden.
Eine Stunde später stand ich endlich auf, schnappte mir meinen Rechner und notierte mir das Konzept für ein dreiteiliges Mini-Theaterprojekt. Anschließend erstellte ich mir ein geheimes Pinterestboard und füllte es mit unzähligen Bildern, Kostümideen, Plakatinspirationen und viel mehr.
Einen Tag später durchforstete ich meinen Bücherschrank wütete auf ebay, auf der Jagd nach der perfekten Perücke und weiterer Literatur.

Es ist ein Projekt, das ich ganz allein realisieren kann und mit dem ich somit sofort starten kann.
Das Thema ist eines meiner allerliebsten Themen, eines, das ich schon immer auf die Bühne bringen wollte. Es wird Texte aus Stücken und Geschichten beinhalten, die schon ewig auf meiner Inszenierungsliste stehen. Eine Welt, die nach ruhigen Bildern schreit und mystisch-kraftvolle Texte bereithält. Eine aufregende, eine dunkle, eine geheimnisvolle Welt voller Freiheit.

Diese Idee hat mich überrollt, komplett aus dem Nichts. Die letzten Wochen waren anstrengend, manchmal zäh und kräftezehrend. Nicht umsonst war ich im Schlafmodus, habe viel Zeit in Ruhe zu Hause verbracht – immer dann, wenn ich eben ein paar Stündchen zu Hause hatte.
Die kleinen Pausen reichten, um die Akkus aufzuladen. Aber nicht, um die große Maschine anzuschmeißen.

Nun hatte ich einen ganzen Sonntag in Ruhe, ja fast ein ganzes Wochenende. Ich war seit Ewigkeiten mal wieder im Kino, am Sonntagvormittag, bei "Kedi – von Katzen und Menschen". Ein wunderschöner Film by the way.
Und mit der Ruhe kam der Schaffensdrang. Der taucht immer dann auf, wenn ich Zeit habe, richtig Zeit zum Denken.
Mein Schaffensdrang begleitet mich seit meiner Kindheit, mal mehr, mal weniger stark. Neben meiner Arbeit, die ich liebe, in der ich aber bei den Projekten immer nur dabei bin, immer als Coach helfe und gemeinsam mit einer ganzen Gruppe ein Projekt erarbeite, brauche ich noch zusätzlich Projekte, in denen ich mich künstlerisch austoben kann.

Mit der Genossenschaft haben wir eine meiner liebsten Inszenierungen geschaffen, das Live-Hörspiel "Eins, Zwei, Drei". Und noch immer habe ich nicht genug davon, ich könnte es jederzeit wieder aufführen, soviel Spaß macht das Spiel und Zusammensein und Erschaffen mit meiner kleinen Genossenschaft.
Doch dieses Grüppchen illustrer Menschen pausiert gerade, da ein Baby dazugekommen ist.

Wohin nun mit meinem Schaffensdrang? Klar: Basteln, Stricken, Stempelschnitzen ... all das könnte ich machen, aber es ist nicht das gleiche, es ist nicht komplex genug.
Ein eigenes Theaterprojekt – und sei es auch noch so klein – hat genau die richtige Komplexität. Ich inszeniere wahnsinnig gern, und das am liebsten im großen Stil. Das heißt, dass ich nicht nur das Bühnengeschehen kreieren will, sondern auch und vor allem alles andere drumherum. Quasi die CI des Theaterstücks, inklusive Kostüme, Bühnenbild, Licht, Musik, Text und Flyer.
Ich liebe es, wenn alles aus einem Guss ist – und wenn alles genau so ist, wie ich es mir wünsche.

Jetzt seid ihr neugierig, ne? Aber ich werde (noch) nichts erzählen. Ganz einfach, weil einem alle reinreden, sobald man erwähnt, was man machen möchte. Das ist lieb gemeint, aber mit jeder Nachfrage und jeder Assoziation, die jemand hat, verändert sich das Projekt in eine andere Richtung – oder meine Motivation verändert sich, je nachdem. Also beiße ich mir erstmal noch auf die Zunge. Aber bald erfahrt ihr mehr, versprochen!

Schon mal soviel: Es sollen drei kleine Theaterstückchen à 15-20 Minuten werden, die ich gern einzeln auf Veranstaltungen wie "Theater à la carte" in der WerkStadt oder beim "Theatertaster" im Fincan spielen möchte. Ich werde allein spielen. Und wenn ich das irgendwann mal geschafft habe und es mir immer noch Spaß macht ... dann gibt´s vielleicht auch mal alle drei Stückchen an einem Abend als Trilogie.
Ach, und am ungewöhnlichsten ist: es wird ausnahmsweise mal keine Komödie!

Jetzt lasse ich mich weiter von meinem Schaffensdrang ziehen ... bis bald!