Freitag, 9. Juni 2017

Toleranz - Blogreihe #wertekatalog

Es ist Value-Friday und es geht weiter mit der Blogreihe #wertekatalog,

Der siebenundfünzigste Wert ist:


TOLERANZ

Wikipedia sagt:
Toleranz, auch Duldsamkeit, ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen anderer oder fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten. Umgangssprachlich ist damit heute häufig auch die Anerkennung einer Gleichberechtigung gemeint, die jedoch über den eigentlichen Begriff („Duldung“) hinausgeht.[...] (https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz)

Vor über einem Jahr schrieb ich einen Artikel über "Akzeptanz", in dem ich auch die Toleranz erwähnte. Denn wie auch in der Definition angedeutet, verschwimmen im modernen Sprachgebrauch die Grenzen zwischen den Begriffen.

Toleranz ist eine notwendige Grundhaltung, ohne die ein gewaltfreies menschliches Zusammenleben nicht funktioniert. Daran, dass es bis jetzt noch kein gewaltfreies menschliches Zusammenleben gibt, wird offensichtlich, dass auch Toleranz noch nicht von jedem gelebt wird.

Um tolerieren zu können, muss ich andere Meinungen aushalten, ohne sie als Angriff auf meine eigenen Überzeugungen zu sehen.
Das hieße aber ein komplett unabhängiges in sich ruhendes Ich zu haben - und das haben die allerwenigsten. Fast alle machen wir uns von Meinungen anderer abhängig - manche sehr stark, andere weniger.
Wenn unsere Ansichten in Frage gestellt werden, können wir zeitweise entspannt den anderen einfach sein lassen. Manchmal fühlen wir uns herausgefordert und diskutieren gern. Und ab und zu fühlen wir uns einfach hilflos.
Hilflos, weil die Unterschiede so gravierend sind, dass wir keine Brücke sehen, auf der wir uns begegnen können, keine gemeinsame Ebene.
Das ist der Moment, in dem wir zu Toleranz gezwungen sind oder aggressiv werden, je nach Charakter. Dabei wäre es gewinnbringender - über die bloße, passive Toleranz hinaus - aktiv an der Akzeptanz zu arbeiten. Zu akzeptieren, dass wir Menschen verschieden sind.

Alle einzelnen kleinen Faktoren, die uns in unserem Leben umgeben, haben Einfluss auf uns. Sie legen die Grundsteine für das Verarbeiten von Informationen, sorgen für Ängste und Unsicherheiten, führen zu bestimmten Vorlieben und Interessen. Jeder von uns hat unterschiedlichste Faktoren, die ihn in seinem Leben beeinflusst haben und es immer noch tun. Und jede Entscheidung führt zu anderen Entscheidungen. Dabei gleichen wir uns aneinander an oder entfernen uns meilenweit.

Toleranz ist die Basis, aber sie gibt uns nicht viel Handlungsspielraum. Akzeptanz ist ein Feld voller Möglichkeiten. Wir sollten es freudig beschreiten - es lohnt sich.
Denn vielleicht merkt man, dass eine andere Sichtweise auch eine Option ist ... und das wir unsere eigene überarbeiten sollten.

So wie es Kurt Tucholsky beschreibt:

Foto: "Die Vögel", Schnellzünder-Projekt: https://www.facebook.com/groups/voooegel/

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