Freitag, 20. Oktober 2017

#freitagsgedanken – "Wunder" der Natur


"Wunder" der Natur

Am Sonntag verschafften wir uns noch ein bißchen Extraurlaub, da der eigentliche Wien-Urlaub nicht ganz den erhofften Effekt hatte.
Wir waren für einen Tag an der Ostsee, fuhren mit der Fähre auf eine kleine Landzunge mit Yachthafen und passenden Yachtbesitzerwohnungen in einer Art "Gated Community". Direkt daneben gab es einen kleinen, ganz puren, ruhigen Strand, mit wunderschönem Dünen-Wald-Streifen dahinter.

Als wir mit er Fähre wieder zurück Richtung Festland setzten, schaute ich auf die großen Transporter, auf die Segelschiffe und die verschiedenen Fähren, dreht mich um und sagte zu meinem Mann, dass mich wundert, warum Werke der Menschen nie als Wunder der Natur bezeichnet werden.

Ab dem Moment, in dem ich lernte, dass der Mensch zu den Säugetieren gehört, war meine Verwunderung darüber groß, dass der Mensch sich anscheinend als nicht zur Natur gehörig empfindet. Der Begriff "Natur" wird meist im Gegensatz zum Menschen verwendet. Als wäre der Mensch ein künstliches und kein natürliches Wesen.
Wenn dann der Mensch in "die Natur" geht, bestaunt er, was "diese Natur" alles so erschafft. Dabei ist er selbst ein Teil dieser Natur, dabei erschafft er selbst wunderbare Dinge.

Dokumentationen, die faszinierende Tiere und ihre Verhaltensweisen und Lebensräume zeigen, haben oft die Worte "Wunder der Natur" im Titel. Das irritiert mich, da es einen Widerspruch in sich darstellt. Eine Dokumentation hat immer eine Art wissenschaftlich-objektiv-beobachtenden Charakter. Die Phänomene, die in Dokumentationen gezeigt werden, werden dort in der Regel auch wissenschaftlich erklärt.
Wenn ich auf Wikipedia die Definition von "Wunder" anschaue, finde ich folgendes:
Als Wunder (griechisch θαῦμα thauma) gilt umgangssprachlich ein Ereignis, dessen Zustandekommen man sich nicht erklären kann, so dass es Verwunderung und Erstaunen auslöst.
Aber es wird doch erklärt. Es ist doch untersucht worden, um eine Erklärung zu finden. Wieso ist dann von einem "Wunder" die Rede?

Wenn Vögel aufwendige Nester bauen, wenn  Spinnen riesige Netze knüpfen, wenn Vogelschwärme in perfekten Konstellationen fliegen und Pflanzen auf den trockendsten Böden sprießen, wird von "Wundern" gesprochen.
Wenn Menschen Schiffe, Flugzeuge, Raumstationen und architektonische Meisterwerke bauen, wenn sie Symphonien komponieren und im Orchester spielen, wenn sie neue Kunstformen ausprobieren, wissenschaftliche Untersuchungen anstellen, Demokratie entwickeln – dann spricht niemand von einem "Wunder".

Wir Menschen machen viel Scheiß. Wir machen aber auch viel Schönes und Bewundernswertes. Genauso wie die anderen Tiere auf diesem Planeten auch.
Ein einzelner Marienkäfer auf einem taubesetzten Grashalm ist nur deshalb so schön, weil er in dem Moment gerade nicht in riesigen Schwärmen als Plage über die Nordseestrände herfällt.

Ich sehe die Welt und all ihre Bewohner nicht als Wunder. Zuviel wurde schon erforscht, zuviel wissen wir schon darüber, wie wir entstanden sind. Dennoch fasziniert mich diese Entwicklung. Ich betrachte sie mal mit Erstaunen, mal mit Erschrecken, aber die meiste Zeit mit Neugierde.

Neugierde darauf, wie sich diese Erde weiter entwickeln wird, was mit der Tier- und Pflanzenwelt passiert.
Und es ist ein beruhigender Gedanke, doch einfach nur ein Teil dieser Natur zu sein.









Freitag, 13. Oktober 2017

#freitagsgedanken – Was ist Theater?


Was ist Theater?

Wenn ein neuer Gruppendrang-Kurs startet, kommen Menschen zusammen, die Theater spielen wollen. Einige haben schon Erfahrungen gemacht, andere noch nicht. Aber jeder, der schon Theatererfahrung hat, hat andere Erfahrungen als die anderen.
Diese Erfahrungen prägen auch stets unsere Erwartungen. Entweder fanden wir die Erfahrungen nicht so gut und erwarten uns etwas Neues. Oder wir mochten die Erfahrungen und möchten genau so etwas noch einmal haben.

Nun sitzen diese Menschen zusammen und brainstormen, was sie gemeinsam für eine Inszenierung auf die Beine stellen könnten. Und beim Brainstormen zeigen sich dann nach und nach die Unterschiede in den Erwartungen.
Mein neuer Kurs wurde am Anfang quasi überrannt und dünnt sich nun nach und nach ein bißchen aus.
Das ist ganz natürlich und passiert jedes Mal, aber es ist gleichzeitig immer auch schade. Es ist für alle Seiten stets ein bißchen ernüchternd. Wie der Montagmorgen nach einem Partywochenende.

Je mehr man miteinander spricht, desto schneller erkennt man, ob man gemeinsam in eine Richtung marschiert. Manchmal ist das nicht der Fall. Dann muss man für sich entscheiden, ob man spontan in die andere Richtung mitmarschieren oder lieber umkehren oder sich einen eigenen Weg suchen will.

Mitte dieser Woche telefonierte ich mit einer Teilnehmerin meines Kurses, die auch wie ich theaterpädagogische Erfahrung und schon sehr viel mit anderen Menschen inszeniert und gespielt hat. Sie will kein Stück eines anderen Autoren spielen, im Kreis sitzen und Inszenierungsideen diskutieren. Sie will Aktion, Bewegung, Improvisation und die daraus entstehenden ganz eigenen Geschichten der Teilnehmer auf die Bühne bringen. Für sie ist genau das Theater. Und das finde ich wunderbar! Sie hat Recht, das ist Theater.

Für mich aber kann beides Theater sein. Für mich ist beides Theater.

Heute erreichte mich die eMail einer anderen Teilnehmerin, die doch lieber in Richtung Tanztheater gehen möchte. Auch das finde ich toll, kann ich aber selbst leider mangels Erfahrung nicht bieten. Aber auch das ist für mich Theater.

Dennoch hadere ich damit, einen Satz mit "Für mich ist Theater ..." zu beginnen. Denn Theater ist ein so unglaublich allgemeiner Begriff, dass alle möglichen Formen der Darstellung auf der Bühne mit hineingezählt werden können: Sprechtheater, Improvisation, Tanz, Gesang, Pantomime, Varieté, Revue, Schwank, Regietheater, Playbacktheater, Onlinebühnen, Figurentheater, Objekttheater, Drag ... die Liste ist lang und wird noch länger werden.

Während meiner Ausbildung zur Theaterpädagogin leitete ich nebenbei mit meiner Kollegin unsere Freizeittheatergruppe. Wir machten klassisches Amateurtheater, das halbwegs textgetreu Stücke fremder Autoren inszenierte. Und wir haben es geliebt!
Unsere Dozenten waren nicht immer so begeistert davon. Sie erzählten in der Ausbildung kopfschüttelnd, dass Schüler immer Textauswendiglernen und Rollenverteilung erwarten, wenn von Theater die Rede ist. Dabei sei das doch kein Theater. Es sei doch deprimierend, dass das die einzige Vorstellung sei, die die Schüler von Theater haben.
Ich fand das nicht deprimierend, sondern ganz natürlich. Die Schüler haben doch Recht: das ist Theater.

Theater hat keine enge Definition, sondern eine ganz weite.
Genau deshalb habe ich für mich keine bestimmte Antwort auf die Frage "Was ist für dich Theater?". Ich will keine Definition für mich aufstellen und damit so vieles ausklammern.
In einer Welt, die ich mir voller Vielfalt und absolut gleichberechtigt wünsche, möchte ich für mich diese Definitionen meiden. Ich sage nicht mehr "Das ist für mich eine Frau." oder "Das ist für mich ein Mann." Und eben auch nicht "Das ist für mich Theater."


Wenn ihr jedoch wissen wollt, was ich zur Zeit für Theater mache – dann fragt mich gern. Oder schaut es euch einfach an.







Freitag, 6. Oktober 2017

#freitagsgedanken – Urlaub ... oder nicht?



Urlaub ... oder nicht?

Es war letzte Woche Zeit für unseren Jahresurlaub. Der besteht normalerweise jedes Jahr aus einer Woche in Wien. Im Herbst. Inklusive Besuch des Konzertes „Hollywood in Vienna“, bei dem jedes Jahr ein anderer Filmkomponist für sein Lebenswerk geehrt wird.
Wir lieben diesen Urlaub, mein Mann und ich. Wien ist schon eine Art zweites Zuhause geworden und das Konzert verwandelt uns jedes Mal in schick gekleidete Heulsusen. Wunderbar, so soll es sein.

Dieses Jahr haben wir zwei kleine Katzen, die uns schon sehr ans Herz gewachsen sind. Wir waren etwas nervös in den Wochen und Monaten vorher, wie wir die beiden am besten versorgen, wenn wir nicht da sind. Klar war: wir werden keine ganze Woche fahren, sondern nur vier Tage. Mit der Betreuung ging es hin und her, aber letztendlich fand sich die perfekte Lösung: mein Bruder wohnte in der Zeit in unserer Wohnung.

Nun hätten wir die vier Tage voll genießen können. Aber irgendwie waren wir nicht so ganz da. In unserem schönen Wien. Wir haben schöne Dinge gemacht, keine Frage, wir waren in der Stadt unterwegs, haben die Sonne und das warme Wetter genossen.
Das Konzert war wirklich toll, aber es zog an uns vorbei. Wie in Watte gepackt saßen wir da, den ganzen Urlaub. Und stellten danach fest: so richtig Urlaub war es nicht.

Es waren viele Kleinigkeiten, die zusammenkamen, die uns nicht richtig abschalten ließen. Aber der Hauptfaktor war ganz einfach Stress. Die Wochen vorher waren vollgepackt mit Terminen: Networking, Aufführungen, mein leidiger Arztbesuch, die Kastration unseres Katers, Theaterbesuche und der Start meines neuen Gruppendrang-Kurses.
Um ein bißchen abschalten zu können, habe ich in Wien Facebookpause gemacht. Ich wollte aber trotzdem per Mail und WhatsApp erreichbar sein – wegen der Proben, die ohne mich stattfanden, wegen des neuen Kurses und wegen der Katzen, natürlich.

Und das war die Krux. Normalerweise mache ich im Urlaub komplette Online-Pause: keine Mails, kein Facebook und optimalerweise kein WhatsApp. Für niemanden erreichbar, außer in Notfällen.
Hatte bisher gut funktioniert, letztes Jahr in Wien habe ich aber damit gebrochen, denn es gab einen Notfall. Mein Opa starb an meinem dritten Urlaubstag. Der letztjährige Wienurlaub ist mir dadurch umso intensiver im Gedächtnis geblieben. Ich erinnere mich an viele Tränen – auf dem Dach des Haus des Meeres, im Naturkundemuseum, in der Ferienwohnung. Es war ein gefühlsintensiver Urlaub mit vielen Erlebnissen. Mit vielen Zeichnungen.

Doch dieses Jahr war ich im Kopf zu sehr in Berlin. Ich habe mit Freunden gechattet, mit meinem Bruder, ich habe Mails beanwortet. Durch die Termine in den Wochen davor, wurde ich am Wochenende vor der Reise krank und habe mich erst dort so richtig auskuriert.

Immerhin: ich habe endlich wieder mit meiner analogen Kamera und Schwarz-Weiß-Film fotografiert. Jetzt warte ich ganz aufgeregt auf die entwickelten Fotos.

Notiz für´s nächste Jahr: Urlaub vor dem Urlaub! Wenig Termine, viel Zeit und Entspannung, um mich auf den Urlaub in Ruhe vorzubereiten. Eine Woche statt vier Tage. Und dann: alle Kommunikationskanäle aus.








Mittwoch, 4. Oktober 2017

Recap/Preview #8



Der Herbst ist da! Zeit für Recap #8!


Gruppendrang statt Gruppenzwang
Der beliebte Gruppendrang-Kurs geht in die vierte Runde. Bis jetzt ist ein lustiges Team aus 13 ganz eigenen und engagierten Persönlichkeiten zusammengekommen, das nun gemeinsam in den nächsten Monaten ein Stück inszeniert und im Frühjahr auf die Bühne bringt. Ihr könnt gespannt sein!


Praktisches Netzwerken
... fand beim NewWorkCamp statt. Einen Tag lang sprachen alle Teilnehmer in selbstorganisierten Sessions darüber, wie sich die Arbeitswelt ändert und welche Werte uns in Zukunft wichtig sind.

Weiter geht es in der Gründerwoche mit "Ich so: Och bitte! Die andern so: Nö", einem meiner Workshopklassiker über die Persönlichkeitstypen des Riemann-Thomann-Modells. Zwei Stunden lang lernt ihr die Persönlichkeitstypen kennen, probiert sie aus und erfahrt, wie ihr auf andere Typen eingehen könnt.
Nebenbei lernt ihr bestimmt interessante Leute kennen. Und das ganze für umme! Im Meeet Mitte: Klick!


Endspurt ...
... bei den Spielschauern! Sie stehen in den Startlöchern für ihre Premiere von Kästners "Die Schule der Diktatoren".
Bildergalerien und Videos gibt es hier: Spielschauer auf Facebook

Auch der nächste Status-Workshop "Machtspielchen" rückt immer näher! Wenn ihr dabei sein wollt, schreibt mir, es sind noch Plätze frei.

Facebook? Was ist das?
Eine halbe Woche habe ich Facebookpause gemacht und es war gar nicht so einfach wie ich dachte. Aber: ich habe es geschafft! Tschacka!
Mein Tipp für alle, die es ebenfalls mal eine kleine Pause wollen: die Facebook-App auf dem Handy in einen Ordner verschieben, so dass sie nicht präsent auf dem Startbildschirm ist. So wird sie auch nicht automatisch angeklickt – aus Langeweile etc.
Die ganz harten machen komplette Online-Pause. Aber man muss ja noch Ziele haben.


Wie ein Tagebuch
... ist meine neue Kategorie #freitagsgedanken. Darin schreibe ich wild und frei über alles, was mir innerhalb der letzten Woche durch den Kopf ging. Schaut mal rein: #freitagsgedanken

Freitag, 22. September 2017

#freitagsgedanken – Das ist halt so.



Das ist halt so.

Als ich in der letzten Woche meiner Freundin von der Situation bei der Ärztin berichtete (ihr erinnert euch ...), da schrieb sie mir: "Wie du es selbst sagen würdest, Sarah: ist halt so."

Diese Woche habe ich öfter darüber nachgedacht. Wir sind alle so verschieden, mit unserer ganz eigenen Geschichte, unseren ganz eigenen Ängsten. Wir können reflektieren und eigene Probleme in Angriff nehmen. Zumindest klingt das so einfach in dem Selbstoptimierungswahn, der einen schnell packen kann, wenn man sich in den sozialen Medien umsieht.

Aber ganz ehrlich: wenn mich etwas an mir nicht stört, dann will ich es auch nicht ändern. Ich will einfach nur machen, was mir Freude macht.
Das braucht natürlich Selbstvertrauen. Hat ja auch nicht jeder. Und wer hat es denn schon immer und zu hundert Prozent? Ich nicht. Dennoch habe ich vermutlich mehr Selbstvertrauen als einige andere. Da hab ich Glück gehabt. Hätte ja auch anders laufen können. Den Rest erarbeite ich mir nach und nach. Warum? Weil ICH das gern will. Weil ich ein Idealbild habe, das sehr nah an Howard Roark aus "The Fountainhead" herankommt.
Dafür musste ich erstmal lernen, dass Dinge, die einem andere sagen, nicht automatisch weiterhelfen. Im Gegenteil. Oft sind sie einfach nur einschränkend.

Schon während meiner Ausbildung habe ich angefangen, im Theaterbereich selbständig zu arbeiten. Die Ausbildung zur Theaterpädagogin ging mit Unterbrechung insgesamt 4 Jahre. Im ersten Jahr habe ich schon meine erste Gruppe gegründet und die ersten Workshops gehalten. Warum? Weil ich meinen Kolleginnen voraus sein wollte, wenn wir alle fertig sind. Und weil ich am besten lerne, wenn ich etwas tue. Es einfach ausprobiere. Try and Error.
Ich erinnere mich, dass eine meiner Kommilitoninnen während einer Intensivwoche im Gespräch gesagt hat, dass sie es nicht gut findet, dass ich schon in dem Bereich arbeite, obwohl die Ausbildung noch gar nicht zu Ende ist.
Mich hat das natürlich angepickt, ich war getroffen. Das war ja auch ihr Ziel. Aber ich habe deshalb nicht spontan alles hingeworfen, sondern habe einfach weitergemacht. Ich merkte: andere wollen mich gern aufhalten. Nicht aus böser Absicht, es geschieht ganz unbewusst, um meinen Status zu senken. Und ihren eigenen somit zu erhöhen. Das ist halt so.



Manchmal, wenn ich mit fremden Menschen zu tun habe, scheue ich zuviel Nähe. Man könnte dann denken, ich sei bindungsscheu. Das bin ich nicht. Ich bin einfach nur ein eher distanzierter Persönlichkeitstyp. Ich zitiere gern aus dem Buch "Wie die Gruppe laufen lernt":


Bei dem distanzierten Persönlichkeitstyp handelt es sich um einen Menschen, dem die Eigenständigkeit und Autonomie und alles, was damit zusammenhängt, Bedingung zu einem befriedigenden Leben ist. [...] Der Wunsch, mit anderen in Beziehung zu stehen, ist trotzdem vorhanden, aber nicht immer prioritär. [...]
Das Leben im Kollektiv der Gruppe kostet den Distanzierten Kraft. Seine Erstorientierung zu Beginn einer Arbeit gelingt ihm am besten über interessante Sachthemen, mit denen er zunächst ein „Ich-Thema- Bündnis“ eingehen kann, welches ihm Sicherheit gibt. Während des Gruppengeschehens erlebt man ihn häufig mit einem Bein draußen stehend, was sich im Zurückziehen in den Pausen und im verstärkten Wahrnehmen von Außenbeziehungen äußern kann, im zurückhaltenden Einlassen am Anfang und in fast blitzartiger Abreise am Ende. Während man andere gewissermaßen auf die Realität des Endes hinweisen muss, ist er längst weg! [...]
Als Schutz vor allzu verbindlicher Nähe nutzt er auch gern die Gelegenheit, persönliche Inhalte in Sachinhalte umzumünzen. Lässt man ihm nicht den Raum, den er zu seinem Wohlbefinden braucht, so droht er von Eigenständigkeit in Eigensinnigkeit und Verbohrtheit überzuwechseln und damit auch aus der Gruppe herauszufallen. Ein konstantes Kontaktangebot auf sachlicher Ebene dagegen, das ihm gleichzeitig die Möglichkeit zur Distanz lässt, macht ihn offen für sehr konstruktive Mitarbeit, in der er dann auch sein meist differenziertes Wissen gern zur Verfügung stellt und Witz und Spontaneität zeigt.

Ich gehe seit letztem Jahr zu vielen Networking-Events.
Mein Ziel war es bisher, das Reden mit fremden Menschen zu üben, die Kontaktaufnahme hinzukriegen. Ich dachte, ich müsse doch irgendwann in der Lage sein, locker-flockig mit jedem zu quatschen. Kann doch nicht so schwer sein.
Aber ganz ehrlich: ich möchte meist nicht mit Menschen einfach nur reden um des Redens willen. Ich möchte mit Menschen etwas erschaffen.
Etwas zum Anfassen, etwas zum Nachdenken, etwas zum Ändern, etwas zum Essen, etwas zum Anschauen, etwas zum Ablehnen.
Wenn ich erfolgreich über ein Sachthema kommuniziert hab, kann ich auch gern quatschend in der Bar um die Ecke versacken. Dann kann ich Unsinn reden, rumspinnen und bin ganz anhänglich und nähesuchend.

Deshalb liebe ich Barcamps so sehr. Den ganzen Tag redet man über Sachthemen. Das entspannt mich und gibt mir Raum, auch ganz persönlich zu werden. Heute ist das NewWorkCamp, es wird wie ein Klassentreffen, nur in schön. Und es gibt Themen, über die man reden kann. Wundervoll!


Ich werde immer ein distanzierter Typ bleiben. Ich bin es sehr gern. Das ist halt so.



P.S.:
Einen Workshop über Persönlichkeitstypen gibt´s von mir im November während der Gründerwoche: Klick!
Der nächste Status-Workshop ist im Oktober: Klick!









Mittwoch, 20. September 2017

#monthlyfavourites - September-Lieblinge



Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im September! 




Zum Arbeiten


Bei neuen Schnupperterminen kommt immer meine Stifte-Tasche zum Einsatz, die ich für´s Brainstorming brauche. Ich habe sie vor Ewigkeiten mal bei Tiger gekauft. Die gleiche wird es wohl nicht mehr geben, aber es gibt dort immer tolle Täschchen in verschiedenen Größen.

In der flow war ein Extraheft zum Thema Handynutzung. Ein guter Impuls, um mir mal eine Woche lang mein Handyverhalten genauer anzusehen. Positive Folge: ich kann es mittlerweile viel besser ignorieren, bin entspannter und konzentrierter.

 
Zum Aufhübschen


Der Monat startete mit meinem Geburtstag und somit mit viel Glitzer. Diese Schuhe habe ich Secondhand bei Kleiderkreisel gefunden, den Ring und das Holo-Portemonnaie bei H&M.

Für´s Gesicht nutze ich momentan am liebsten meine neue Lidschattenpalette von Revolution. Den Namen "Fortune favors the brave" finde ich blöd, aber die Farben sind wunderschön.
In die fischförmigen Schminkpinsel habe ich mich sofort verliebt und nutze sie für Bronzer und Rouge. Ich habe sie von Amazon (grün & blau-lila).


Zum Lesen

Ich schwöre, das ist das letzte Mal, dass "The Fountainhead" von Ayn Rand in den #monthlyfavourites auftaucht!
Ein Jahr habe ich gebraucht, endlich habe ich es fast durchgelesen. Nur noch 25 Seiten! Ich bin noch immer begeistert und macht euch auf was gefasst: es werden hier im Blog noch einige Zitate folgen!



Zum Essen


Falls ihr euch fragt, wer die Idioten sind, die schon im September Lebkuchen und Spekulatius kaufen – ich bin's!!! Ich fiebere schon Monate vorher auf die 36. Kalenderwoche hin, in der die "Saisonware" in die Läden kommt. Ihr seht, ich bin informiert.

Zum Geburtstag habe ich eine meiner Lieblingsschokoladen – Bambina – in Riegelform geschenkt bekommen. Yeah!

Aber das absolute Highlight ist ein Tee, den ich seit Jahren vermisst habe. Den Tazo "Wild Sweet Orange" gab es früher bei Starbucks bis sie ihre Teemarke gewechselt haben. Seitdem habe ich immer mal online gesucht, aber immer nur amerikanische Shops gefunden, bei denen der Versand ungefähr zehnmal soviel kostet wie der Tee.
Nun endlich habe ich einen Shop gefunden, bei dem die Bestellung bezahlbar war. Nun schwebe ich im siebten Himmel. Und der Tee passt auch perfekt zu den Lebkuchen!



Zum Stöbern

Im September habe ich meine neue Reihe #freitagsgedanken gestartet, hier findet ihr den neuesten Artikel:
"Meine Ängste und ich"

Vorher wurde die Reihe #wertekatalog noch mit meinen Top Ten beendet, schaut mal rein:
http://theaterberlin.blogspot.de/2017/08/wertekatalog-top-ten.html

Für alle Bastler habe ich auch erstmalig ein DIY online gestellt, in dem ich zeige, was man praktisches aus ungeliebter Fachliteratur zaubern kann:
http://theaterberlin.blogspot.de/2017/09/theatrediy-visitenkartenhalter-aus.html




Zum Hören

Eine neue Narcos-Staffel ist online! Und mit ihr kam der Ohrwurm wieder zurück. Hier der wunderschöne Titelsong:





Zum Anschauen

Wie schon erwähnt: Narcos! Staffel 3! Seeeehr geil!





Wer Menschen gern beim Häuserbauen zuschaut, dem sei "Grand Designs" (deutscher Titel: "Große Träume, Große Häuser") auf Netflix empfohlen. Unterhaltsam UND interessant. Hier der Trailer zur Episode mit einem meiner Lieblingshäuser:










Montag, 18. September 2017

#theatreDIY – Visitenkartenhalter aus altem Buch




Habt ihr auch Bücher, die ihr blöd findet? Die ihr deshalb auch nicht weiterverschenken wollt? Aber wegwerfen wollt ihr sie auch nicht?

Dann wird es Zeit für eine kleine simple Bastelrunde. Aus einem ungeliebten Buch lässt sich nämlich immer noch ein geliebtes Schreibtisch-Accessoires basteln, das als Visitenkarten-, Flyer- und Briefhalter eine gute Figur macht.
Und so geht's:


1.
Such dir ein Buch, das du nicht magst.

2.
Schlaue Menschen lösen zuerst den Bucheinband ab. Ich gehöre anscheinend nicht zu ihnen.



3.
Nimm die äußere Ecke der ersten Seite und falte den oberen Teil der Seite nach unten. (s. Bild)



4.
Nun folgt auch die untere äußere Ecke, mit der du den unteren Teil der Seite nach oben faltest. Auf diese Weise ist ein Dreieck entstanden.


5.
Genauso verfährst du mit dem Rest der Buchseiten. Ich bin Rechtshänderin, evt. ist es für Linkshänder angenehmer die Seiten umzublättern und jeweils auf der Rückseite zu falten.


6.
Da das ewig dauert, ist zwischendurch Zeit für eine Pause zum Katzenstreicheln.


7.
Weiter geht's.
 


8.
Ein Tee zwischendurch ist auch nicht übel. Mittlerweile ist auch der Buchdeckel ab ...



9. Fertig!!!


Jetzt könnt ihr dieses Wunderwerk nach Lust und Laune bestücken. Vielleicht hänge ich meines auch an die Wand ... 



Freitag, 15. September 2017

#freitagsgedanken – Meine Ängste und ich



Meine Ängste und ich

Eigentlich finde ich mich relativ mutig. Ich habe keine Angst nachts allein in Berlin, ich habe keine Angst vor anderen Menschen, ich habe keine Angst vor dem Reden vor Publikum, ich habe keine Angst vor Nähe, ich habe keine Angst vor Liebeserklärungen, ich habe keine Angst vor Emotionen, ich habe keine Angst vor Entscheidungen, ich habe keine Angst vor Lebensveränderungen.

Aber da gibt es so ein paar Sachen, vor denen ich wirklich Angst hab. Generell nämlich ein bißchen vor Schmerzen und im Besonderen vor Arztbesuchen und im ganz, ganz Besonderen vor Spritzen, Nadeln, Kanülen ... you name it.

Seit einer paar Jahren habe ich Heuschnupfen. Das hatte ich früher nicht, aber plötzlich im Erwachsenenalter entwickelte sich das nach und nach. Seit Jahren nehme ich mir vor, einen Allergietest machen zu lassen.
Einen habe ich mal als Teenager gemacht und Wochen vorher Panik geschoben, weil da ja "die Haut eingeritzt wird", wie mir Freunde dramatisch erklärten. Nach vielen Weinkrämpfen an den Tagen davor, war der eigentlich Pricktest natürlich pille-palle. Absolut schmerzfrei. Um das Gesicht zu wahren, antwortete ich auf die Frage, ob es denn wirklich so schlimm war: "Es war erträglich ..."

Dieser Test ist allerdings etwa 18 Jahre her. Ich googelte gefühlte 1000 Stunden wie Allergietests ablaufen, was es für Desensibilisierungsmöglichkeiten gibt (ja, auch sublingual mit Tropfen, ohne Spritzen!) und war dann diesen Montag endlich, endlich, endlich so weit, einen Termin auszumachen. Für mich eine große Überwindung.
Die Arzthelferin sagte genau das, womit ich nicht gerechnet hätte: "Gern, sie können direkt heute kommen, passt Ihnen 11:30 Uhr?". Whaaaaat? Okay, durchatmen, Ja-sagen.
Um 11:25 Uhr sitze ich im Warteraum und versuche, entspannt zu sein. Die Arzthelferin hat mir gesagt, dass die Ärztin erst mal ein Gespräch mit mir führt, dann guckt man mal, ob der Test am gleichen Tag gemacht wird. Na gut. Das Entspanntsein klappt nur so halb, ich atme tief in den Bauch und zähle bis 10. Dreimal. Wartezimmer empfinde ich immer als bedrückend, ich fühle mich in Arztpraxen einfach generell nicht wohl. Zuviel Weiß, zuviel Licht, es wirkt immer, als wäre man schon im OP.

Die Ärztin ist ganz in Ordnung, wenn auch nicht super sympathisch. In Ordnung halt. Sie fragt nach den Allergiesymptomen, ich berichte, sie fragt nach Haustieren. Das übliche.
Und dann sagt sie genau das, weshalb ich nie zum Arzt gehe: "Gut, dann würden wir jetzt erst mal eine Blutabnahme machen."
Blutabnahme ist mein Horrorwort. Schlimmer geht es kaum. Ich habe ja schon vor Akupunktur Angst, finde Spritzen extrem scheiße, aber Blutabnahme geht gar nicht. No way.
Panik macht sich in mir breit. Ich gucke sie entsetzt an und sage: "Äh, das geht nicht."
Sie fragt warum und ich sage, dass ich zuviel Angst davor habe und dachte, dass ein Pricktest gemacht wird. Sie meint, mit einer Blutabnahme UND Pricktest hat man ein genaueres Ergebnis.
Ich denke: "Maaaaaan, weißt du, wieviel Überwindung es mich gekostet hat, überhaupt hierher zu kommen? Ich hatte einen Fanfarenzug und Konfetti dafür erwartet! Und ein genaues Ergebnis ist mir doch wurscht, ich will nur wissen, ob Birke und/oder Gräser!!!!"
Ich sage: nix (vor Schreck). Sie meint, ich kann am Donnerstag wiederkommen, dann machen wir den Pricktest, denn der dauert länger. Und ich kann mir ja dann überlegen, ob ich dann auch gleich den Bluttest machen will. HAHA! Natürlich! Am Donnerstag habe ich plötzlich total Bock da drauf. Bestimmt!

Ich bedanke und verabschiede mich, gehe aus der Praxis, stelle mich in den nächsten Hauseingang – und weine eine Runde. Über diese Anspannung in mir, die sich nun Bahn bricht, bin ich selbst überrascht. Aber ich kann es nicht ändern, die Angst ist groß.
Diese Angst kann ich im Notfall überwinden. Beziehungsweise ignorieren. Das weiß ich. Ich hatte schon Zahn-Notoperationen. Kein Ding. Aber das hier ist kein Notfall. Im Gegenteil. Und durch die fehlende Not ist die Angst umso größer.

Am Donnerstag bin ich wieder etwas angespannt, aber nicht so extrem. Die Arzthelferin ist lieb und beantwortet mir alle meine doofen Fragen, die ich nur stelle, um mich von meiner Nervosität abzulenken. Als sie die kleinen Ministiche beim Pricktest sticht, befehle ich mir einen ruhigen Atem.
Der rechte Arm mit den ganzen Pollenarten und Gräsern sieht heftig aus und juckt wie blöde. Einige Stellen schlagen sehr stark aus. Ich hatte Recht: Birke und Gräser. Aber dazu noch Hasel, Erle und einige Getreide.

Die Ärztin erklärt mir etwas widerwillig, wie die sublinguale Desensibilisierung abläuft. Sie würde es lieber sehen, wenn ich die Spritzenvariante nehme. Weil das sicherer für mich ist. Ich denke: Kommt drauf an, wie man "sicher" definiert. Emotional sicherer fühle ich mich, wenn ich zu Hause jeden Tag Tropfen nehme.
Über´s Wochende habe ich jetzt Zeit drüber nachzudenken. Mal sehen ...

Soviel zu meiner ängstlichen Woche. Und ihr so?





Freitag, 8. September 2017

#freitagsgedanken – Menschen und so ...




Menschen und so ...

Früher war das mal leichter, die langen Nächte einfach so wegzustecken und am nächsten Tag fit zu sein.

Nach dem Premierenwochenende mit dem Reinfeiern in meinen Geburtstag habe ich diese Woche ganz schön geschwächelt.
Kennt ihr dieses Gefühl, wenn alles ein bißchen schwerer fällt und jede Bewegung anstrengend wird? Als würde man gerade krank werden, aber irgendwie wird man es doch nicht. Kurios.

Obwohl ich diese Woche viele Termine hatte, habe ich versucht, mal etwas piano zu machen, wie der Berliner sagen würde.
Alles in Ruhe eben. Ging so halbwegs.

Diese Woche war auch wieder Networking dran und wenn ich so viele Events mit vielen Menschen hintereinander habe, strengen sie mich immer mehr an. Also die Menschen, nicht die Events.

Ich kann sehr gut mit Menschen. Ich kann mich gut auf sie einstellen, mich gut unterhalten.
Aber dieses Reservoir ist dann auch irgendwann aufgebraucht.

Am Wochenende hatte ich durch die Theateraufführung viele Menschen um mich herum, das hätte eigentlich gereicht. Es war schön, ich war gesättigt, müde und glücklich. Aber mich erwartete eine menschenreiche Woche ...

Montag war ich mit meinem Vater frühstücken, was schon immer ein bißchen Nerven kostet. Dienstagabend ging es auf ein Xing-Event, bestehend aus Theaterbesuch und gemeinsamem Essen im Restaurant im Anschluss. Die Leute dort sind nett, keine Frage. Aber ich merkte, wie sich mein Reservoir der Entspanntheit an dem Abend so langsam erschöpfte. Meine Begleitung und ich haben die Runde durch ein paar Kommentare teilweise in etwas unangenehme Stimmung gebracht ... (Gruß an Michael an dieser Stelle! ;)).
Mittwochfrüh war ich direkt beim nächsten Networking und hatte Gespräche mit tollen Menschen wie Jesta Phoenix, aber auch Gespräche mit Leuten, zu deren Business ich keinerlei Bezug habe. Ich sag nur Multi-Level-Marketing. Und Esoterik. Puuh ...
Und dann abends - Zack - noch der Schnuppertermin zum neuen Gruppendrang-Kurs ...

... ,der dann richtig, richtig gut war! Tolle Teilnehmer, die mit Spaß und Freude bei der Sache waren. Viel Lachen, viele schöne Ideen, ein angenehmes Miteinander.

Dennoch war ich am nächsten Morgen echt durch. Ich bin ausnahmsweise nicht zu meinem Yogakurs gegangen, sondern habe lange ausgeschlafen und bin entspannt ohne Menschen in den Tag gestartet. Diese kleine Pause musste sein, um das Reservoir für den Rest der Woche wieder aufzufüllen.
Und es hat erstaunlicherweise sehr gut geholfen. Mittags habe ich mit viel Humor mit einer Freundin in einem rohveganen Restaurant Mittag gegessen (und festgestellt, dass das dann doch eher das passende Essen für Sommerhitze ist statt für herbstliche Kälte). Abends ging es dann dick eingepackt mit den Vorspielern ins Freilufttheater zu "Der Sturm". Es war toll, ich hatte Lust auf die Truppe und wir hatten Spaß.
Was so eine kleine Auszeit doch ausmachen kann ...

Am Wochenende ist dann erstmal Menschenpause. Und nächste Woche dürfen sie gern wieder auf mich einstürmen.
Kommet in Scharen!






Freitag, 1. September 2017

#freitagsgedanken – Ein neuer Anfang



Heute startet meine neue Reihe #freitagsgedanken.
Jeden Freitag werde ich frisch und frei Gedanken runterschreiben, die mich gerade beschäftigen. Mal bunt durcheinander, mal fokussiert auf ein Thema. 

Ein neuer Anfang

Das Sommerloch ist vorbei. Endlich. So sehr ich es genieße im Sommer Zeit für Planung und Nichtstun zu haben, so sehr sehne ich mir dann doch die neue Saison herbei.

Ich bin ja eher der Wintertyp. Ich hasse Schwitzen, ich mag keine Wespen, keine Hitze und keine blendende Sonne. An heißen, schwülen Tagen fühlt sich mein Körper an wie ein vollgesogener, schwerer Schwamm, der einfach nicht ausgewrungen wird. Ich bin müde und platt, vermisse irgendwann das Schminken (im Gesicht hält ja sowieso nix) und fange an, Pläne für Weihnachtsgeschenke und Adventskalender zu machen.

Kaum rückt dann der September näher, blühe ich schlagartig auf. Anfang September habe ich Geburtstag, genauer gesagt übermorgen. And I fucking love it!
Neben Weihnachten ist mein Geburtstag mein Lieblingstag im Jahr. Es wird gefeiert, dass ich geboren wurde. Wenn das mal nicht fantastisch ist! Das feiere ich natürlich innerlich das ganze Jahr über, aber an diesem Tag machen meine Mitmenschen mit. Yes!

Mein Geburtstag läutet immer die neue Saison ein. Einige Leute sind zwar noch im Urlaub, aber der Großteil startet nun in die Arbeit. Viele neue Menschen kommen im Herbst nach Berlin, für ein Studium oder einen neuen Job. Oder einfach so. 
Es ist die Zeit der neuen Projekte. Mein Gruppendrang-Kurs startet am Mittwoch und ich bin gespannt, wie die Schnuppertermine laufen.
Fehler, die ich beim letzten Kurs gemacht habe, will ich dieses Mal nicht machen, aber dafür wird es mit Sicherheit neue Fehler geben. Man lernt ja nie aus.

Wie die meisten habe ich natürlich auch etwas Angst vor diesen ersten Terminen: Wer wird kommen? Wie sind die Leute drauf? Verstehen sich alle? Passt die Chemie? Und für mich essentiell: kommen genug Interessierte zusammen, um eine Gruppe zu gründen?

Diese Unsicherheit am Anfang ist immer schwierig und jedes Mal wieder eine Herausforderung. Aber es gibt einen tröstlichen Gedanken: nach ein bis zwei Monaten haben sich alle miteinander eingegroovt. Darauf freue ich mich jetzt schon.

Ebenfalls neu ab September sind die ganzen neuen Termine. Den Sommer über habe ich fleißig genetzwerkt und geprobt und plötzlich stehen lauter neue Events und Kooperationen ins Haus. Heute abend findet die Premiere von "Maria Stuart" statt, einem Extraprojekt einiger Vorspieler, bei dem ich als Technik mit an Bord bin. Beim "Business Netzwerken Berlin" werde ich nächste Woche einen Impulsvortrag über "Tipps gegen Lampenfieber" halten. Mit dem Meeet West plane ich eine Kooperation zur Gründerwoche. Ganz eventuell plane ich gerade meine erste Dienstreise.

Überhaupt Networking. Früher haben alle zu mir gesagt Kontakte sind das A und O. Ich habe immer müde abgewunken und es mir auf dem Sofa bequem gemacht. Ich hab eben nicht gern mit fremden Menschen gesprochen (und es fällt mir jetzt noch schwer), da hatte ich absolut gar keine Lust auf Networking. Schön dumm war ich. Seit letztem Jahr ist mir endlich mal bewusst geworden, dass die anderen Recht haben. Und vor allen Dingen: dass Networking Spaß machen kann! Es kommt eben nur auf die Events und die Leute an. Schreierische Motivationscoach-Events sind eher nichts für mich, genauso wenig wie Sing-a-long-Bandabende mit Xing-Unternehmern einer ganz anderen Generation. Überhaupt Xing-Events. Manchmal ganz schön, oft aber schon vom Titel her wahnsinnig abschreckend. Ich werde garantiert nicht zum "Kampf der Geschlechter Bowling" gehen. Ich liebe Bowling, aber da kräuseln sich mir die Fußnägel hoch.

So richtig passe ich in keine Schublade oder Szene, also picke ich mir nach und nach Events raus, die mir besonders Freude machen, bei denen ich mich wohlfühle. Try und Error eben. Vielleicht sollte ich zum Thema Networking mal wieder 'nen aktuellen Blogpost machen ...
Ein Event mache ich ja auch selbst, das Theater Meet Up. Steht auch bald wieder an, am 06. Oktober. Die Zeit rennt, sag ich euch!
Insgesamt fühlt sich gerade alles nach Neubeginn an. Ich spüre viel Energie in mir, das Feuer für neue Aktionen. Singen, Tanzen, viel Erleben. Ideen schmieden, Neues lernen.

Ick freu mir!



Mittwoch, 30. August 2017

"Theaterspielen ist entspannend für den Kopf." - Interview mit André Schneider

Bei einem meiner Theater Meet Ups lernte ich André Schneider kennen. Er ist Veranstalter der Theaterreihe "Theater à la carte" und auch sonst im Theaterbereich sehr aktiv. Es wurde also Zeit für ein Interview!


André, ich kenne dich als Veranstalter von „Theater à la carte“, habe zugeschaut und bin dort auch selbst schon aufgetreten. Was ist das für ein Veranstaltungsformat und wie bist du darauf gekommen?

Foto: Kodo Miura
Ich hab halt vor ein paar Jahren wieder Lust bekommen, Theater zu spielen und da hätte ich mir auch eine Theatergruppe suchen können oder sowas. Aber da ich hier in dem Verein bin und hier die Möglichkeit habe, die Räumlichkeiten zu nutzen, und das quasi mein zweites Wohnzimmer ist, hatte ich Lust, selber etwas zu machen und habe mit zwei Leuten angefangen hier Theater zu machen, kleine Sketche. 
Es hat sich dann bei der Arbeit mit den beiden herausgestellt, dass es ganz gut war, dass wir mit den Sketchen angefangen haben, denn es waren immer 2-Personen-Szenen und wir haben es irgendwie nie geschafft, uns zu dritt zu treffen. 
Dann ruhte es ein bißchen, weil die beiden andere Dinge zu tun hatten und abgesprungen sind. Da hatte ich dann die Idee zu „Theater à la carte“. Mir ging es darum, eine regelmäßige Veranstaltung zu machen mit kleinen Szenen, zu denen ich mir Gastgruppen einlade, denn ich allein schaffe es nicht, alle zwei Monate ein volles Programm zu machen.
Tatsächlich auf die konkrete Idee kam ich bei einem Firmenevent von der Firma, für die ich arbeite. Wir waren bei einem Abendessen und da dachte ich mir: warum nicht eine Speisekarte mit Theaterstücken drauf?
Außerdem haben wir hier im Verein eine Bar, die uns mitfinanziert. So war auch noch der Hintergedanke dabei, eine Veranstaltung mit mehreren Pausen zu machen, in denen die Zuschauer Getränke kaufen können. Also ein Event, das die Bar beleben kann. So entstand „Theater à la carte“. 
Ich bereite dafür eine Speisekarte vor mit Theaterstückchen, bestehend aus Vorspeise, Hauptgang und Nachspeise. Pro Gang gibt es zwei Wahlmöglichkeiten und das Publikum wählt sich sein Menü aus. Ein bis zwei Gänge bestreite ich selbst, für den Rest lade ich mir Gastgruppen ein.


Wie bist du noch im Verein WerkStadt e.V. aktiv, außer mit Theater? Und wie bist du in den Verein gekommen?

Die WerkStadt gibt es seit 2008 und von den sieben Gründungsmitgliedern kannte ich drei Leute, hab hier also oft rumgehangen und auch Barschichten übernommen. So bin ich dann langsam in den Verein reingekommen.
Seit drei Jahren bin ich im Vorstand und helfe mit, wo ich kann. Es ist ein Kunst- und Kulturverein, wir haben wechselnde Ausstellungen und Ateliers für günstige Preise, die wir an Künstler vermieten. Hier passiert viel Projektarbeit. Unser größtes Projekt ist der Kinder-Kultur-Monat, ein Programmheft voll mit kostenfreien Kunst-und-Kulturveranstaltungen für Kinder, z.B. eine Führung durch die Philharmonie. Es sind teilweise Angebote, die es schon gibt, und teilweise neue Angebote, die extra für den Kinder-Kultur-Monat entwickelt werden. Wir übernehmen dafür die Öffentlichkeitsarbeit.
Es gibt auch Kunstprojekte für Schulklassen, in denen Künstler mit Pädagogen zusammen mit einer Klasse über mehrere Wochen hinweg ein Kunstprojekt machen. Oder auch Umweltprojekte und Projekte für´s Quartiersmanagement.


Dein Engagement in der WerkStadt ist rein ehrenamtlich, oder?


Ja, das mache ich nur in meiner Freizeit, ich verdiene hier keine müde Mark. Ich bin eigentlich von Beruf Softwareentwickler. In meiner Arbeitszeit bin ich zum Glück recht flexibel und arbeite nur 4 Tage die Woche. So habe ich Zeit für Theaterprojekte, auch außerhalb der WerkStadt.


Stimmt, ich habe dich mit den „Polyrealisten“ auf der Bühne gesehen.


Ja, das ist ein Theaterprojekt an der Schaubühne. Das war total interessant und ich kann es jedem empfehlen. Es wird aber immer schwieriger, sich dort zu bewerben. Im ersten Jahr haben sich 16 Leute beworben, die sind alle reingekommen. Im zweiten Jahr waren es 90, da mussten sie dann auslosen, wer mitmachen darf. Bei uns waren es 170 und dieses Jahr werden es bestimmt mindestens 200 Bewerber sein. 
Ich werde mich aber dieses Jahr nicht nochmal bewerben, weil ich Lust habe, noch andere Sachen auszuprobieren. Vielleicht einen Schauspielkurs, der mehr in die Tiefe geht, oder die Spielleiter-Ausbildung an der Volkshochschule Neukölln. Mal schauen.


Für die WerkStadt inszenierst du ja kleine Stücke. Schreibst du die Texte selbst?


Wir haben mit Fremdtexten angefangen und wollten dann irgendwann was anderes ausprobieren. Erst wollte ich Texte umschreiben, habe aber gemerkt, dass es schwierig ist, da passende Vorlagen zu finden, also habe ich angefangen, die Texte für die Szenen komplett selbst zu schreiben. Der Vorteil ist natürlich auch, dass die Rechte an den Texten dann auch komplett bei uns liegen.


Und natürlich noch die Standard-Frage: Warum Theater?

Es gibt häufig die Antwort: „Weil ich da andere Sachen ausprobieren kann, andere Leben ausprobieren kann.“ Das empfinde ich eigentlich nicht so. 
Ich würde mal sagen, auf der Bühne weiß ich, was ich zu tun hab. Es gibt keine Fragen. Im wirklichen Leben muss man immer was bedenken, auch bei den Proben kann man sich fragen, ob es sinnvoll ist, was man da macht. Aber wenn ich auf der Bühne stehe, dann zieh ich mein Ding durch. Dann gibt es nichts außer das Spiel. Und irgendwie ist das schön. Einfach mal quasi meinen Kopf zu entspannen. Theaterspielen ist entspannend für den Kopf.


Ja, finde ich auch!

Einfach mal loslassen. Wenn man selber Theater macht und selber Sachen schreibt und inszeniert, dann fragt man sich natürlich: Ist das gut? Was kann ich anders machen?  Dann hat man auch mal Zweifel und es gibt kurz vor den Aufführungen hier in der WerkStadt immer so den Moment, wo ich denke: Wozu mach ich den Scheiß hier eigentlich? Aber da bin ich auch Veranstalter, das ist der Grund. Das ist so ein Moment der emotionalen Erschöpfung. Aber sobald es auf die Bühne geht, ist das alles weg. Das macht Spaß, das ist gut, ich weiß, was ich zu tun habe, mein Kopf ist frei von allem anderen Scheiß.
Ich hab auch das Gefühl, auf der Bühne kann ich mehr. Mehr sein. Auf der Bühne bin ich frei, Sachen zu machen, weil sie notwendig sind. Weil sie jetzt, in dieser Situation, sein müssen. Ich hab keine Zweifel.
 


Findest du dann das Schauspielen besser als das Inszenieren?

Es hat beides seine schönen Seiten. Das Inszenieren ist anstrengender, weil es mehr mit Zweifeln verbunden ist. Man kann aber auch mehr gewinnen, finde ich. Wenn was Gutes bei raus kommt, ziehe ich da mehr raus als wenn ich bloß eine Rolle gespielt hab. Theaterspielen ist eher Entspannung und beim Inszenieren kann ich mehr stolz auf das Endprodukt sein. Weil ich weiß, das ist von mir.


Alle weiteren Informationen zu WerkStadt und zu "Theater à la carte" findet ihr hier:
https://werkstadt.berlin/

Freitag, 25. August 2017

#wertekatalog – Top Ten



68 Wochen, 68 Blogartikel.

In jedem ging es um einen Wert aus der Werte-Liste im Kalender "Ein guter Plan".

Nachdem ich in einem Workshop zum Thema "Authentiziät" mit dieser Liste gearbeitet habe, war ich angefixt und habe mir diese Challenge gestellt. Ich wollte über jeden dieser Werte nachdenken und schreiben.
Manchmal fiel mir viel ein, manchmal weniger. Es gab Werte, die waren weit weg von mir ("Spiritualität" z.B.), andere gehörten zu den für mich wichtigsten Werten (u.a. "Humor").
Manche Artikel gingen mir leicht von der Hand, mit anderen habe ich mich geplagt. Und ab und zu gab es Gastartikel.

Ich habe noch einmal alle Artikel überflogen und meine persönlichen Top Ten gefunden. Hier sind sie, in chronologischer Reihenfolge (ohne Prioritäten!):

Verantwortung

... weil ich die kleine Szene so mag, von der ich im Artikel erzähle.


Zeit für mich

... weil ich in dem Bereich mittlerweile – besonders diesen Sommer – starke Fortschritte gemacht habe!


Gesundheit

... weil wegen griechischem Essen. Reicht das als Grund? Wenn nicht: es ist ein toller Gastartikel meiner Freundin Anne.


Hoffnung

... weil Doctor Who und Babylon 5 in einem Artikel auftauchen. Und weil es um Hoffnung geht. Die verdient einen Ehrenplatz.


Ordnung

... weil es noch immer Thema bei mir ist ... und vermutlich immer sein wird.


Gerechtigkeit

... weil es für meine Arbeit ein essentieller Wert ist.


Schönheit

...weil mir dieses Thema extrem am Herzen liegt und der Schönheitswahn der Theaterarbeit so oft im Weg steht.


Sicherheit

... weil sich in den Artikel auch eines meiner liebsten Johnstone-Zitate geschmuggelt hat. Es ist eben DER Impro-Anti-Wert schlechthin.


Genauigkeit

... weil es ein toller Theaterwert ist und ich den Text einfach mag.


Nähe

... weil mich der Text an den Tod meiner Katze erinnert – auf eine schöne Weise.



Ich danke allen Lesern und hoffe ihr hattet Freude am #wertekatalog. Ich selbst hatte viel Spaß mit der Challenge.

Der Blog ist für mich eine wunderbare Übungswiese zum Schreiben. Eigentlich schreibe ich nämlich nicht besonders gern, aber ich will mich einfach darin üben. Es regelmäßig tun.

Nächste Woche startet die Reihe #freitagsgedanken. Das Wort ist nicht neu, der Hashtag bekannt. Aber ich mag die Idee, sich am Ende einer Arbeitswoche ein paar Gedanken zu machen. Worüber ich schreiben werde, weiß ich jetzt natürlich noch nicht. Und genau deshalb freu ich mich drauf!











Mittwoch, 23. August 2017

#monthlyfavourites - August-Lieblinge




Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im August! 




Zum Arbeiten


Ich bin ein Uhrenfan, aber vergesse sie oft, wenn ich zur Arbeit gehe. Ich arbeite daran, für die Arbeit stets eine am Arm zu tragen. Mein neuester Zugang von "Save our Oceans" hilft mir hoffentlich dabei. Besonders entzückend ist der Sekundenzeiger: ein kleines Flugzeug, das um die Welt fliegt.

Wenn neue Kurse geplant werden, nimmt die Anzahl meiner Miniflyer stetig zu. Dann reicht nicht mehr ein Mini-Täschchen, sondern es braucht etwas größeres. Die Tasche mit dem Katzendruck von "Tiger" hat ungefähr die Größe eines Brillenetuis und bietet Platz für viele, viele Flyer.


 
Zum Aufhübschen


August ist für mich immer ein maritimer Monat. Der Sommer wird entspannter und oft etwas windiger und somit dominiert im Moment die Farbe Blau die täglichen Outfits. Passend dazu sind neue Ohrringpaare von H&M eingezogen. Beide groß, beide transparent, beide super Eyecatcher.

Die Marke Catrice hatte eine Limited Edition im Regal, aus der es mir die beiden kleinen Nagellacke in mattem Dunkelblau und metallischem Blaugrau besonders angetan haben – nicht zuletzt wegen der hübschen Flaschen.#verpackungsopfer
Begeistert bin ich auch von diesem kleinen unscheinbaren weißen Stick. Es ist ein kühlender und mattierender Primer, den man einfach direkt auf´s Gesicht auftragen kann, mit oder ohne MakeUp und einfach immer mal zwischendurch.

So langsam wird es an den Abenden immer kühler, so dass ich diesen Monat erstmalig wieder zu Tüchern und Schals gegriffen habe. Dieser leichte weiß-beige Sommerschal war ein Geschenk meiner Mutter und ist so schön groß, dass man ihn sich auch gut um die Schultern legen kann.

Ein weiterer Favorit und ständiger Begleiter ist diesen Monat das dunkelblaue Sonnenbrillen-Etui, das mir mein Mann genäht hat.


Zum Lesen


Ich lese im Moment eher Online-Artikel und blättere Kochbücher durch. Eines, das ich schon ewig im Schrank habe, begeistert mich immer wieder: "Tea Time" von GU. Es ist ein kleines feines Buch mit Rezepten für Tee und passende Snacks. Es ist eingeteilt in vier Kapitel: "Deutsche Teetafel", "Englands Teekultur", "Afrika und Orient" und "Asiens Tradition".
Nächstes Wochenende will ich ENDLICH mal ein paar Rezepte ausprobieren, es wird vermutlich ein Full English Breakfast für meinen Mann und die süße Variante mit Karamelltee und Scones für mich.



Zum Essen


Der August war bis jetzt sehr süüüß!
Florida Eis gehört zu meinen Favoriten und die Sorte Haselnuss mit kleinen Nussstückchen war köstlich.
Ein ebenfalls seeeehr leckeres Eis ist die Sorte "Roché" beim Eisladen im Berliner Hauptbahnhof. Nur zur Info ...
Am Winterfeldtplatz in Schöneberg gibt es einen wunderschönen Schokoladen-Laden (inkl. Café), in dem es die kleinen Winterfeldt-Schokoladen gibt. Marshmallow ist meine absolute Lieblingssorte und diesen Monat habe ich noch Karamell ausprobiert. Auch lecker.
Für den gesunden Eindruck hat sich noch ein Müsliriegel eingeschlichen. Die Riegel von foodloose finde ich generell ziemlich gut (besonders Poesie Amelie), jetzt habe ich eine neue Sorte entdeckt: Poppy Limona. Ich freu mich drauf, denn ich liebe Mohn!



Zum Stöbern

Eine Networking-Bekanntschaft hat mir dieses Interview geschickt und ich war begeistert, beschreibt der Führungskräfte-Coach doch genau die Status-Mechanismen, die ich in meinen Workshops behandle:
https://editionf.com/Severin-von-Hoensbroech-Coaching-Auftritt-Buehne 

Wenn ich ein bißchen (oder sehr viel) Amüsement zwischendurch brauche, lese ich neuerdings die Familien-Tweets der Woche auf dem Blog Familienbetrieb. So, so geil!
http://www.familienbetrieb.info/familien-tweets-der-woche-166/




Zum Hören

Was aktuelle Musik angeht, bin ich immer Lichtjahre hinterher. Seitdem ich nicht mehr regelmäßig Radio höre, kriege ich gar nichts mit. Letztens stolperte ich dann über Alice Mertons "No Roots" und habe seitdem einen Hardcore-Ohrwurm. Hammer!





Ein weiterer Ohrwurm ist dieser Song aus dem Film "Valerian":





Sehr interessant ist auch diese kleine, aber feine Podcast-Episode, die über Frauen in der Programmierung erzählt und warum ihre Anzahl seit den 80er Jahren extrem abgenommen hat:
When women stopped coding



Zum Anschauen

Ich war mal wieder im Kino! Und zwar bei Valerian. Fazit: Wahnsinnig tolle Kostüme, ein hammermäßiger Ethan Hawke, tolle Regie mit gutem Timing und ein Fest für die Augen.





Und – natürlich! – Spider-Man Homecoming! Endlich, endlich, endlich ein Spider-Man, wie man ihn sich wünscht: jung, witzig, spritzig, naiv. Einfach herrlich!




Serien dürfen natürlich nicht zu kurz kommen. Ich lege euch eine Star Trek TNG Folge ans Herz, die mich schauspielerisch sehr begeistert hat: "The Most Toys" bzw. auf Deutsch "Der Sammler". Saul Rubinek spielt darin Kivas Fajo, einen Händler mit einer Privatsammlung einzigartiger Stücke. Eine so tolle Rolle, fantastisch gespielt! Leider konnte ich kein Video finden, das die besten Momente der Folge zeigt, deshalb hier einfach der Schluss als Video. Die ganze Folge gibt´s auf Netflix:





Ebenfalls auf Netflix gibt es eine neue Staffel RuPauls Drag Race. So gut wie alle, denen ich die Show gezeigt habe, sind süchtig danach. Also hopp, hopp, Netflix an und mitfiebern!
Kleiner Extratipp: Auf Youtube gibt es die passenden "Untucked"-Folgen!

Freitag, 18. August 2017

Abenteuer - Blogreihe #wertekatalog

Value-Friday, heute zum letzten Mal mit dem allerletzten Wert der Blogreihe #wertekatalog,

Der achtundsechzigste Wert ist:


ABENTEUER

Wikipedia sagt:


Als Abenteuer (lat.: adventura: „Ereignis“; mittelhochdt.: aventiure) wird eine risikoreiche Unternehmung oder auch ein Erlebnis bezeichnet, das sich stark vom Alltag unterscheidet. Es geht um das Verlassen des gewohnten Umfeldes und des sozialen Netzwerkes, um etwas Wagnishaltiges zu unternehmen, das interessant, faszinierend oder auch gefährlich zu sein verspricht und bei dem der Ausgang ungewiss ist. In diesem Sinne gelten und galten Expeditionen ins Unbekannte zu allen Zeiten als Abenteuer. (https://de.wikipedia.org/wiki/Abenteuer)

Abenteuer ist ein Wort, das ein bißchen von der ursprünglichen Bedeutung weggedriftet ist, um nun in ganz individuellen Kontexten gebraucht zu werden.
Noch immer bedeutet ein Abenteuer eine neue, ungewohnte Unternehmung. Etwas, bei dem man die eigene Komfortzone verlässt.
Jedoch wird der Begriff nicht mehr unbedingt für waghalsige Reisen oder Ausflüge genutzt, sondern bezeichnet auch berufliche neue Pfade, neue soziale Konstellationen und generell oft persönliche Herausforderungen.

Das Tolle an einem Abenteuer ist die Mischung aus Fazination und Angst. Ein Abenteuer hat stets zwei sehr stark ausgeprägte Pole, die miteinander in einer wichtigen Wechselwirkung stehen.
Wenn wir ein Abenteuer wagen, dann deshalb, weil wir sowohl unsere Angst überwinden als auch etwas Neues erleben wollen. Nur einer der beiden Punkte macht noch kein Abenteuer aus.
Ein Abenteuer hat für mich immer mit einem Funkeln in den Augen zu tun, mit dem Anflug eines herausfordernden Lächelns, mit einem Bild unendlicher Möglichkeiten. Es ist immer mit einem starken Reiz verbunden, etwas, was uns zieht und hinausträgt – trotz unserer Angst.

Da dies der letzte Artikel einer sehr langen Blogreihe ist, würde ich gern schreiben, dass es ein Abenteuer war. Aber das war es nicht. Es war am Anfang eine Challenge und später ein liebgewonnenes Ritual. Dabei von einem Abenteuer zu sprechen, wäre übertrieben. Schade eigentlich, es hätte so gut geklungen.

Generell bin ich kein abenteuerlustiger Mensch, aber ich habe dennoch Freude an einem Abenteuer, wenn es sich ergibt. Im Nachhinein sind abenteuerliche Situationen nämlich immer wunderbarer und aufregender als im Moment des Geschehens.

Schon immer hatte ich eine Affinität zu Abenteuergeschichten, besonders solchen, die auf hoher See spielen. Dabeisein möchte ich jedoch nicht.
Auch Roadmovies begeistern mich, ich selbst habe noch nicht einmal einen Führerschein.
Ich bin ein Sofa-Abenteurer, gucke mir Reisedokus auf arte an und trinke dabei Tee. Und ich liebe es.

Der Begriff "Abenteuer" ist immer ein individueller. Was für den einen mit einem (inneren) Risiko verbunden ist, ist für den anderen normal. Die Komfortzone ist für den einen eine Weltreise, für den anderen ein Häuschen im Grünen. Für den einen ist eine feste Beziehung eine extreme Herausforderung, für den anderen totale Normalität. Manch einer würde mit einem ersten Date niemals nach Hause gehen, für jemand anderen ist das gar kein Problem.

So habe ich in meinem Leben sicherlich viele Dinge gemacht, die für andere weit außerhalb ihrer Komfortzone liegen und vermutlich als Abenteuer bezeichnet würden.
Auf der Bühne stehen und Theaterstücke inszenieren, ist eines davon. Gruppenleiten ein anderes.
Es ist wunderbar, dass jeder von uns seine ganz eigenen Herausforderungen hat, dass wir jeder unsere ganz eigenen Abenteuer bestehen.


Mit meiner Arbeit kann ich anderen Menschen einen Raum für Abenteuer geben. Zum ersten Mal an einer Theaterproduktion mitzuwirken und auf der Bühne zu stehen, kann ein überwältigendes Abenteuer sein. Für manche meiner Teilnehmer ging damit ein Lebenstraum in Erfüllung.

Genau für diese Abenteuer liebe ich meine Arbeit. Und für all die Abenteuergeschichten, die es noch auf die Bühne zu bringen gilt. Let´s go for it!


Dieser letzte #wertekatalog-Post endet mit einem Zitat von Erasmus von Rotterdam:

Foto: "DREAMS INC.", Theatergruppe Vorspiel: https://www.facebook.com/TheatergruppeVorspiel/

Freitag, 11. August 2017

Ehrlichkeit - Blogreihe #wertekatalog

Es ist Value-Friday und es geht weiter mit der Blogreihe #wertekatalog,

Der siebenundsechzigste Wert ist:


EHRLICHKEIT

Wikipedia sagt:


Ehrlichkeit bezeichnet die sittliche Eigenschaft des Ehrlichseins (von „ehrlich“, ahd. „êrlîh“, mhd. „êrlîch“) und wird heute meist in der Bedeutung von Redlichkeit, Aufrichtigkeit, Wahrhaftigkeit, Offenheit, Geradlinigkeit und Fairness verwendet.
Die Ehre (Ehrenhaftigkeit) als persönliches Attribut kann als Ergebnis der Ehrlichkeit (ehrlichen Verhaltens) angesehen werden. Parallel dazu läuft die Entwicklung von „ehrlich“ und „Ehrlichkeit“. Bis vor einigen Jahrzehnten verstand man unter einem ehrlichen Menschen ausschließlich einen Menschen, der nicht lügt und nicht stiehlt: So lautete die Forderung seit der Pädagogik der Aufklärung. Die Erziehung zur Ehrlichkeit oder – negativ gewendet – die Verabscheuung der Lüge blieb ein zentrales Anliegen erzieherischer Praxis. In neuerer Zeit – kurz nach dem Zweiten Weltkrieg durch literarische Werke wie etwa Osbornes Look back in Anger („Blick zurück im Zorn“) oder Kingsley Amis’ Lucky Jim angebahnt – hat sich eine Bedeutungserweiterung vollzogen: Als „ehrlich“ werden mittlerweile auch jene Menschen bewertet, die zu sich selbst, ihren Macken, ihren Defiziten, ihren entwicklungsbedingten Störungen usw. (reflektiert) stehen und nichts beschönigen. Unterschieden wird Ehrlichkeit im Reden, was bedeutet, die Wahrheit zu sagen, und die Ehrlichkeit im Verhalten, zum Beispiel um andere nicht zu manipulieren, nicht zu täuschen, um anderen nicht zu schaden oder einen Auftrag (ohne einen eigenen Vorteil wahrzunehmen und im Sinne eines fairen Auftraggebers) sachlich zu Ende bringen.(https://de.wikipedia.org/wiki/Ehrlichkeit)

Ehrlichkeit ist ein Wert, über den ich mir immer wieder Gedanken mache.
In einer Welt, in der wir einander liebevoll, auf Augenhöhe und mit Achtsamkeit begegnen wollen, stellt sich die Frage, wie wir Ehrlichkeit in diesem Zusammenhang leben.

Ehrlichkeit wird von vielen als Ausrede für Beleidigungen benutzt. "Ich bin einfach nur ehrlich" gilt als Legitimation, sich wie ein Arschloch zu verhalten und das Gegenüber zu bewerten und somit herabzusetzen.
Aber wie bin ich ehrlich, ohne gemein zu sein?
Ich denke, der erste Punkt ist, dass ich meine Meinung sage, wenn ich danach gefragt werde. Wenn jemand an mir als Person oder an meiner Arbeit / meinem Werk herumkrittelt, ohne dass ich ihn danach gefragt habe, empfinde ich das oft als übergriffig oder beleidigend.
In meiner Zuschauertypen-Sammlung habe ich diesen Typus auch mitaufgenommen, denn er begegnet einem immer wieder. Natürlich sollte jeder seinen kritischen Blick schulen und ich begrüße es, wenn jemand seine Meinung in Worte fassen kann, auch und gerade, wenn sie negativ ist.

Mir hat es geholfen, mir selbst ein paar Fragen zu stellen, bevor ich jemandem negatives Feedback gebe:
  • Ist es nötig, um in der aktuellen Situation voranzukommen?
  • Ist es für die Person wirklich hilfreich?
  • Ist es für die Person wichtig?
  • Habe ich einen Verbesserungsvorschlag?
  • ... oder fühle ich mich gerade unterlegen und möchte nur den Status der Person senken?
Letzteres ist leider sehr häufig der Fall.
Sagt jemand nach einer Theaterinszenierung zu mir "Ihr wart zu leise.", "Ich hätte mir noch mehr Energie auf der Bühne gewünscht." oder "Ich habe die Handlung im 2. Akt nicht verstanden.", ist das für mich hilfreiche Kritik. Derjenige gibt mir wertvolles Feedback und benennt konkrete Probleme oder Fehler. Darauf kann ich eingehen und es beim nächsten Mal verbessern.
Sagt jemand hingegen "Naja, bei euch geht es ja hauptsächlich um den Spaß." oder "Die Gesangsnummer grenzte an eine Zumutung.", sind die Aussagen unkonkret, beleidigend gemeint und dienen dem Kritikgeber als Status-Heber. Er fühlt sich dadurch (kurzfristig) besser, ich mich beschissen. Und geholfen ist mir damit auch nicht.

Werde ich nicht nach meinem Eindruck oder meiner Meinung gefragt, ist immer die Frage, aus welchem Grund ich meine ehrliche Meinung sagen möchte.
Um dem anderen ein gutes Gefühl zu geben? Super.
Um dem anderen wirklich zu helfen! Super.
Um meine schlechte Laune loszuwerden und mich dadurch besser zu fühlen? Unnötig.

Wenn mein Gegenüber eine negative Meinung von mir nicht braucht, also damit nichts anfangen kann außer sich schlecht zu fühlen, dann ist es am sinnvollsten, einfach mal die Klappe zu halten.
Den anderen nicht zu beleidigen heißt nicht, ihn anzulügen. Den anderen nicht zu beleidigen heißt, dass mir sein Wohlergehen wichtig ist und ich ihm auf Augenhöhe begegnen will. Dafür muss ich mit meinen eigenen Unsicherheiten umgehen können – und diese auch einfach mal aushalten.

Denn im Grunde ist Ehrlichkeit etwas wunderbares. Sie schafft eine Nähe zwischen Menschen und sorgt dafür, dass wir uns verstanden und gesehen fühlen.
Wir können ehrlich zu uns selbst stehen, uns dem anderen so zeigen, wie wirklich sind. Wenn wir uns das trauen, brauchen wir keine Beleidungen mehr. Dann fühlen wir uns einfach so richtig wohl.

Schön formuliert es William Somerset Maugham:

Foto: "Meister und Margarita", Theatergruppe Vorspiel: https://www.facebook.com/TheatergruppeVorspiel/

Mittwoch, 9. August 2017

Recap/Preview #7



Der Sommer geht in seine Schlussphase! Zeit für Recap #7!



Und schon wieder ein halbes Jahr vorbei ...
... , was ich daran merke, dass es Zeit für ein neues Spielzeitmagazin ist. Seit einer Woche ist es online und vollgepackt mit tollen Sachen: Fotostrecken, Interviews, Gruppeninfos, Zitaten. Guckt mal rein: Klick!

Ebenfalls vorbei ist in wenigen Wochen meine Blogreihe #wertekatalog. Über ein Jahr lang habe ich jeden Freitag über einen Wert der Werteliste des Kalenders "Ein guter Plan" gepostet. Nun sind bald alle Werte abgehakt. Schade und schön zugleich, denn bald gibt es die #freitagsgedanken. Ick freu mir!



Status-Shooting

Endlich konnte ich eine kleine Gruppe williger Menschen zusammenstellen, die für mich Fotomodell waren. In einem 1,5-stündigen Workshop gab es einen ersten Einblick in das Thema Status und nebenbei wurden eifrig Fotos geknipst. Das Ergebnis seht ihr als Hintergrund-Galerie auf meiner Website: http://www.sarah-bansemer.de/status



Neu, neu, neu!
Der Sommer gibt mir immer Zeit, neue Konzepte zu entwickeln, neue Kurse und Workshops zu planen. Und zwei neue Kurse beginnen im Herbst. Für alle, die morgens munterer sind, gibt es Freitags um 9 Uhr Improtheater pur im Kurs "Raus damit!". Direkt im Anschluss findet der Kurs "Weil ich´s kann." statt, ein Gemisch aus Theater, Networking und Selbsterfahrung. Ein ganz neues Format, das hoffentlich allen Teilnehmern viel Spaß bringt.
Ihr findet alle Infos zu den Kursen hier: Klick!



Theaterstückchen statt Theaterstücke
... gab es im Café Fincan in Neukölln beim Theater-Taster. Mit dabei: meine Genossenschaft und ich. Ein schöner Abend mit Impro, André aus der WerkStadt (ein Interview mit ihm findet ihr im Spielzeit-Magazin), einem Ausschnitt von Maria-Stuart (Probenfotos gibt´s ebenfalls im Magazin!) und einer neuen kurzen Überraschungs-Geschichte von uns.
Ich freue mich, wenn das Format wiederholt wird und wir werden bestimmt auch beim nächsten Mal dabei sein. Noch mehr Fotos gibt es hier: Die Genossenschaft








Barcamp-Time!
Ende September findet wieder das LifeWorkCamp in Berlin statt! Die Vorfreude ist riesig!
Dieses Mal geht es leider nur einen Tag, aber auch den werden wir mit tollen Sessions und schönen Gesprächen füllen.
Wenn ihr dabei sein wollt, könnt ihr euch hier anmelden (auf der Website sind noch zwei Tage angegeben, aber vom Organisator Jan Theofel weiß ich, dass es nur der Freitag sein wird):
http://www.theaterberlin.blogspot.de/2016/11/ruckblick-zum-lifeworkcamp-berlin-2016.html