Mittwoch, 28. Juni 2017

#monthlyfavourites - Juni-Lieblinge



Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im Juni! 




Zum Arbeiten


Nach dem wirklich schlechten und unübersichtlichen Buch "Statusspiele" (Tom Schmitt/Michael Esser) lese ich gerade "Die smarte Art, sich durchzusetzen". Die Texte sind auf den Punkt und leicht verständlich, das Buch toll strukturiert und ansprechend gestaltet.
Meine Johnstone-Bibel ist bei mir trotzdem auf Platz 1, aber für jeden, der mehr über Status-Verhalten erfahren möchte, ist dieses Buch hier eine super Wahl.



 
Zum Aufhübschen

Im Sommer darf es gern bunt zugehen - bei der Kleidung und im Gesicht.
Neu eingezogen sind deshalb Lipglosse in Pink (Manhattan) und hellem Braun (essence), türkise Wimperntusche (p2), eine Kette mit kleinem Mundharmonika-Anhänger, Ohrstecker in Seestern-Form (six) und ein lustiges Wackelbild-Täschchen, das einem zuzwinkert (Zoella Kollektion, bei Rossmann erhältlich).



Zum Lesen


Neben der Fachliteratur ist ein bißchen leichte Lektüre immer schön. Im Juni begleiten mich die wunderschöne "flow" und das passende und deutlich dickere "flow Ferienbuch".



Zum Essen


An den heißen Tagen war es wieder Zeit für Eistee! Das Rezept habe ich schon einmal verbloggt und der Eistee-Sirup wird im Moment wieder regelmäßig nachgekocht.
Auch ein anderes Blogrezept kam wieder zum Einsatz: Möhrenküchlein, diesmal mit Walnüssen und in dieser schönen Form gebacken.
Und ich liebe im Moment klassische bunte Kaugummis. Ich habe zu Hause einen kleinen Kaugummi-Automaten im Retro-Look, der nun mal wieder nachgefüllt werden muss. Die sommerliche Flamingo-Box ist eigentlich eine Tampon-Box (aktuell bei DM erhältlich), aber passt von der Größe her perfekt für die Kaugummis.



Zum Stöbern

Wie im letzten Monat gibt es auch dieses Mal als Tipp einen sehr langen, aber sehr interessanten Artikel. Dieses Mal über Chelsea Manning. Die Fotos im Artikel finde ich wunderschön!
https://www.nytimes.com/2017/06/12/magazine/the-long-lonely-road-of-chelsea-manning.html?smid=tw-share&_r=0



Zum Hören

Im Moment läuft bei mir ständig im Hintergrund der schöne Podcast "Die kleine schwarze Chaospraxis" von Ninia LaGrande und Denise M'Baye. Die beiden reden ganz frei und ungezwungen über alles mögliche, ihren Alltag, ihre Arbeit, die Gesellschaft und Kultur. Wie ein anregender Plausch unter Freunden.




Sobald die Hitze zunimmt, wird mein iPod neu bespielt. Neben sommerlichen Klängen wie Beach Boys und Gipsy Kings höre ich auch gern Berliner Lieder. Hier eines meiner Favoriten, vorgetragen von Günther Pfitzmann (nach einem Gedicht von Kurt Tucholsky):





Zum Anschauen

Diesen Monat war ich sogar zweimal im Kino! Ein großer Spaß war "Guardians of the Galaxy Vol. 2":





Sehr beeindruckt hat mich "Wonder Woman"! Tolle Hauptdarstellerin und überraschender Plot:





Auch eine neue Netflix-Perle ist jetzt online: die grandiose Serie "Glow" über die Produktion einer Wrestling-Show mit Frauen, in den 80ern. Sehr witzig, mit super Schauspielern und Hammer-Outfits:




In den letzten Monthly Favourites wurde ja schon deutlich, dass ich eine Vorliebe für handwerkliche Shows habe - sei es Backen, Nähen, Töpfern oder Puppenbau.
Auf Netflix habe ich "Skin Wars" entdeckt, eine Show, in der Bodypainter gegeneinander antreten.
Leider habe ich keinen vernünftigen Trailer gefunden, deshalb hier mein Lieblingsteilnehmer Gear:





Achso, darf ich vorstellen: das ist Londo, mein kleiner schwarzer Kater. Er hat auch eine getigerte Schwester - G'Kar -, leider nicht im Bild. Die beiden sind vor einem Monat bei uns eingezogen und wir haben sehr viel Spaß miteinander:






Montag, 26. Juni 2017

Flyer-Design für Veranstaltungen - Tipps & Tricks!

 
Wer mich kennt, weiß, dass ich bei meinen Theaterkursen, Workshops und besonders den Inszenierungen eine große Freude daran habe, mich gestalterisch beim Grafikdesign der Plakate und Flyer auszutoben.

Besonders häufig gestalte ich Veranstaltungsflyer und ebenso häufig werden mir welche übergeben oder ich nehme sie auf Events mit. Von letzteren bin ich manchmal begeistert, aber oft auch abgeschreckt oder verwirrt, denn es fehlen entscheidene Informationen, der Flyer ist unleserlich oder von schlechter Qualität. Das ist schade, ist doch der Flyer der erste Eindruck der Veranstaltung.

Egal ob ihr mit einem Grafikdesigner zusammenarbeitet oder alleine werkelt, ein paar essentielle Regeln habe ich über die Jahre in meine Flyer-Routine integriert.
Deshalb gibt es hier für euch meine persönlichen Tipps & Tricks:



1. Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Ein Flyer soll Menschen animieren, ihn mitzunehmen und zu lesen. Gerade Veranstaltungen, die um Zuschauer buhlen, können mit interessanten Fotos oder Grafiken punkten.
Wichtig: das Motiv sollte nicht zu detailliert und kleinteilig sein, sondern schnell zu erfassen, simpel, originell und ästhetisch ansprechend.

Trick 17: Wenn euch nichts tolles einfällt: Sex und Crime geht immer! ;) Wie bei Filmplakaten.


2. Großer Titel

Eure zukünftigen Teilnehmer/Zuschauer müssen auf einen Blick sehen, wie eure Veranstaltung heißt. Also spart nicht an der Textgröße für euren Titel. Der muss krachen!
Ebenfalls wichtig: Kontraste, Kontraste, Kontraste! Wählt zwischen Schriftfarbe und Hintergrund einen starken Kontrast, damit der Titel leicht ins Auge springt.


  4. Corporate Identity vs. "Logo reicht"

Habt ihr eine Website und/oder Visitenkarten in einem bestimmten Design? Dann passt nach Möglichkeit die Gestaltung des Flyers entsprechend an euer Design an. Wählt die gleichen Farbtöne und Schriftarten, die zu eurem Unternehmen oder eurer Gruppe passen.
Wenn euch allerdings die Einzigartigkeit der Veranstaltung wichtig ist, spricht auch nichts dagegen, mit Schriftarten, Farben und Bildern so zu experimentieren, das sie perfekt zur Veranstaltung passen. So verfahre ich in der Regel bei meinen Theaterinszenierungen, deren Flyer stets den "Vibe" der Veranstaltung widerspiegeln.
Achso: Logos nicht vergessen! Sowohl euer eigenes als auch das des Veranstalters, die der Kooperationspartner, Sponsoren usw.
Guckt genau in Gastspiel- oder Raumvermietungsverträge, ob eine Benutzung des jeweiligen Logos Bedingung ist!

Trick 17: Euer Flyer sollte in sich selbst einen festgelegten Stil haben. Ist der Flyer mehrseitig, sieht es toll aus, Elemente des Covers oder neue Elemente im gleichen Stil auf der Rückseite oder weiteren Seiten wieder einzubauen (Bilder, Schriften, Grafiken ...), um ein einheitliches Bild zu schaffen.


 

5. Wenig Schriften, wenig Stile

Für ein einheitliches und gut lesbares Erscheinungsbild, sollten es nicht mehr als zwei Schriftarten und -farben sein. Spielt lieber mit zwei bis vier verschiedenen Schriftgrößen sowie fetten und kursiven Varianten der Schrift.




 

6. Abstand halten!

Wie im Restaurant gilt auch beim Flyer: Der Rand gehört dem Gast! Lasst an den Seiten des Flyers ausreichend Platz, damit der Inhalt nicht gequetscht wird. Lieber den Text kürzen als den Flyer zu sehr überfüllen. Grundsätzlich gilt: so wenig Text wie möglich, so viel wie nötig.

Trick 17: Beim Druck werden die Ränder des Flyers für ein randloses Erscheinugsbild beschnitten. Achtet beim Design darauf, dass Bilder und Grafiken stets über den einzuhaltenden Druckrand hinausragen. Die Größen und Daten dazu teilt euch die Druckerei mit, bei Onlinedruckereien findet ihr die entsprechenden Infos inkl. passender Vorlagen auf der Website.


7. Weniger ist mehr

Beschränkt euch auf die wichtigsten Infos. Zu lange Ankündigungstexte liest sowieso niemand wirklich durch. Der Text sollte Lust auf die Veranstaltung machen ohne alles zu verraten.


8. Was, wo, wann, wieviel?

Diese vier Fragen sollte der Flyer präzise und knapp beantworten. Was ist es für eine Veranstaltung? Wo findet sie statt (Adresse!)? Um wieviel Uhr geht es los und wie lang dauert die Veranstaltung?
Und ein Punkt, der besonders bei Workshops oder Seminaren oft vergessen wird: Wieviel kostet der Spaß? Eine für eure Teilnehmer bzw. Zuschauer sehr wichtige Auskunft!

Trick 17: Wenn die Veranstaltung in Zukunft häufiger stattfinden soll, die Termine und Orte aber noch nicht feststehen, könnt ihr Geld sparen, indem ihr ein Blankofeld auf dem Flyer freihaltet und die Termine je nach Bedarf entweder per Stempel oder Aufkleber einfügt. Ein klassischer Bürostempel mit auswechselbaren Buchstaben hat mir dabei schon gute Dienste erwiesen. Wichtig: wasserfeste Stempfelfarbe verwenden! Mein Favorit ist diese hier: Klick!


9. Wer seid ihr?

Zum Schluss vergesst nicht zu erwähnen, wer der Veranstalter ist. Bei Platzmangel reichen Namen und Webadresse vollkommen aus.


10. Menschen lieben Menschen

Wir Menschen sind interessiert an anderen Menschen. Fotos und Namen der Akteure kommen also immer gut auf einem Flyer. Wenn der Platz es hergibt, erwähnt auch die anderen Mitwirkenden an der Technik, der Grafik etc. ... jeder hat eine Erwähnung und somit auch Werbung für sein Können verdient.



Ich wünsche euch viel Freude beim Gestalten eurer Flyer! Und das wichtigste: habt Spaß und tobt euch aus!






Freitag, 23. Juni 2017

Treue - Blogreihe #wertekatalog

Es ist Value-Friday und es geht weiter mit der Blogreihe #wertekatalog,

Der neunundfünzigste Wert ist:


TREUE

Wikipedia sagt:
Treue (mhd. triūwe, Nominalisierung des Verbs trūwen "fest sein, sicher sein, vertrauen, hoffen, glauben, wagen") ist eine Tugend, welche die Verlässlichkeit eines Akteurs gegenüber einem anderen, einem Kollektiv oder einer Sache ausdrückt. Sie basiert auf gegenseitigem Vertrauen beziehungsweise Loyalität, ist aber nicht der Beweis dafür, dass der Gegenstand der Treue ihrer auch würdig ist (vgl. Nibelungentreue).[...] (https://de.wikipedia.org/wiki/Treue)
Was für ein schöner Wert! Und gleichzeitig ein gar nicht so leicht zu lebender.



Doch was heißt Treue? Es ist die Verlässlichkeit einer oder mehreren Personen oder einer Sache gegenüber.

Treue ist eine Eigenschaft, die sich viele von ihrem Partner wünschen. Doch sagt Treue nicht automatisch etwas über die Zuneigung einer Person zu einer anderen aus. Sie ist in erster Linie eine Verlässlichkeit, eine Loyalität.

Wenn man in Berlin mit Theater zu tun hat - oder generell mit Projekten, die Engagement erfordern - gibt es oft ein Problem mit Verlässlichkeit und somit letztendlich auch mit Treue.
Am Anfang ist man euphorisiert, schwebt auf einer Wolke aus wunderbaren Ideen und ist der Meinung, dass die anderen Mitwirkenden die tollsten Menschen der Welt sind.
Doch dann bricht die Realität in diese Traumwelt ein und man merkt plötzlich, was einen alles stört. Das Stück sagt einem nicht zu, die Mitspieler sind blöd, die Regie hat komische Ansichten, der Probenraum ist im falschen Stadtteil ... tausend Gründe, die einen merken lassen: es passt nicht.

Wie bei einer Beziehung verändert sich die Verliebtheit und die Aufregung des Neuen in Gewohnheit und Alltag. Auf einmal fallen einem Fehler an den anderen auf und die Träume und Sehnsüchte vom Anfang verschwinden unter Sorgen, Gereiztheit und fehlendem Elan.

Ein Paar muss durch diese Phase (meist) allein durch - sie zeigt, ob die Beziehung Bestand hat und ob aus Verliebtheit Liebe wird.
Eine Theatergruppe hat im Optimalfall eine Leitperson (offiziell oder inoffiziell), die der Anker der ganzen Unternehmung ist. Eine Person, die der Gruppe Sicherheit gibt, die immer da ist, auch wenn der größte Unmut herrscht. Eine Person, die Probleme auf den Tisch bringt, die Diskussionen führt, die Mut gibt und neue Energie. Eine Person, die der Gruppe Raum lässt, ihren eigenen Weg zu finden ohne dabei unterzugehen.

Nach und nach wächst dann das Vertrauen in der Gruppe. Ineinander und untereinander. Denn um einer Person oder Gruppe treu zu sein, müssen wir ihr erstmal vertrauen. Und mit diesem Vertrauen wächst die Treue, die der langlebige Motor einer Unternehmung werden kann.


Marie von Ebner-Eschenbach hat dafür einen wunderbaren Satz parat:
Foto: "Wir sind noch einmal davongekommen", Theatergruppe Vorspiel: https://www.facebook.com/TheatergruppeVorspiel/

Freitag, 16. Juni 2017

Tradition - Blogreihe #wertekatalog

Es ist Value-Friday und es geht weiter mit der Blogreihe #wertekatalog,

Der achtundfünzigste Wert ist:


TRADITION

Wikipedia sagt:
Tradition (von lateinisch tradere „hinüber-geben“ oder traditio „Übergabe, Auslieferung, Überlieferung“) bezeichnet die Weitergabe (das Tradere) von Handlungsmustern, Überzeugungen und Glaubensvorstellungen u. a. oder das Weitergegebene selbst (das Traditum, beispielsweise Gepflogenheiten, Konventionen, Bräuche oder Sitten). Tradition geschieht innerhalb einer Gruppe oder zwischen Generationen und kann mündlich oder schriftlich über Erziehung, Vorbild oder spielerisches Nachahmen erfolgen. Die soziale Gruppe wird dadurch zur Kultur. Weiterzugeben sind jene Verhaltens- und Handlungsmuster, die im Unterschied zu Instinkten nicht angeboren sind. [...] (https://de.wikipedia.org/wiki/Tradition)

Zum Thema Tradition habe ich Vorspielerin und Freundin Anne-Katrin Hennig gefragt, ob sie einen Gastbeitrag schreiben will. Sie wollte glücklicherweise und hier ist er:



TRADITION
Als Kind bekam ich ein Buch geschenkt – zum Glück besitze ich es immer noch, es steht im Regal meines alten Kinderzimmers im Haus meiner Eltern – und ich brenne darauf, es demnächst meiner kleinen Nichte, sie ist fast sechs Jahre alt, zu zeigen und es gemeinsam mit ihr zu lesen (und in ein paar Jahren mit meinen eigenen Kindern). Das Buch heißt „Was weißt du von…“. Es geht um verschiedene Alltags- oder Freizeitaspekte, die der US-amerikanische Autor für die kleinen Leser beschreibt: Ballons, Hüte, Süßigkeiten oder einfach – Türen. Ich liebe den Aufbau dieses Buchs. Eine Doppelseite widmet sich stets einem Thema, eben zum Beispiel Türen: Haustüren, Hoftüren, Türen aus Holz, Kunststoff, Glas und so weiter. Auf jeder Seite spielen Kinder eine Rolle und erforschen sozusagen den Gegenstand: sie stehen beispielhaft an den Türen, öffnen sie, klemmen sich vielleicht auch mal den Finger, schließen sie wieder – und so fort. Es ist wahnsinnig liebevoll und anschaulich gestaltet. Das, was ich am Tollsten an diesem Buch fand, war der abschließende Satz, der jedes Thema so herrlich auf den Punkt gebracht hat, bei den Türen klang es so: „Aber die Hauptsache ist, dass Türen auf und zu gehen.“ BAM. So einfach.
Natürlich kann nicht alles im Leben so simpel heruntergebrochen werden. Wir leben ja nicht in Trumps Wunderland. Diese Welt ist kompliziert und vielschichtig. So ist es auch mit dem Wert Tradition. Ich will es trotzdem versuchen, denn ich schätze Traditionen sehr, beziehungsweise das, was wir aus ihnen lernen können. Und weil ich finde, dass man sich einer komplizierten Sache umso schlichter nähern sollte, habe ich während des Schreibens das wunderbare Buch „Was weißt du von…“ im Hinterkopf.
Fakt ist: Es gibt gute und es gibt schlechte Traditionen. Der Grund für die Entstehung von Traditionen findet sich im lateinischen Ursprung des Wortes: Es kommt vom Verb tradere, hinübergeben, beziehungsweise vom Nomen traditio, das Übergabe, Auslieferung oder Überlieferung bedeutet.
Der Mensch will nicht vergessen werden und überliefert seit Jahrtausenden seine Geschichte und Handlungsweisen an seine Nachfahren, auf dass sie nicht vergessen werden.

Traditionen haben sich in verschiedenen Bereichen verbreitet, in großen und kleinen Umfängen: Es gibt regionale Bräuche, die von den unterschiedlichen Religionen und deren Historie in ihrer jeweiligen Umgebung geprägt sind: Hochzeiten, Taufen, Bar Mitzwas und viele andere Feiertage. Es gibt traditionelle Tänze und andere Rituale, die uns eine wahnsinnige Gänsehaut bescheren können.
Beispiel: 


Doch es existiert auch das genaue Gegenteil. Traditionen dienen nicht nur der Weitergabe von lieb gewonnenen und von Menschen-verbindenden Bräuchen und Sitten, sondern auch der Unterdrückung, Erniedrigung und Machtausübung. Dazu gehören etwa Ereignisse wie die Trennung von Ethnien – wie in den USA des 20. Jahrhunderts – oder die Beschneidung von Mädchen in einigen afrikanischen Ländern oder auch der per Gesetz (und nicht durch persische Tradition!) auferlegte Hijab-Zwang im Iran. Eine Facebook-Seite – My Stealthy Freedom – klärt in verschiedenen Sprachen zu diesem Thema auf und zeigt die Geschichten mutiger Frauen und Männer, die sich gegen das Verbot stemmen.
Was für ein ambivalenter Wert. Traditionen polarisieren also. Es gibt Rituale, die ins Tiefste des Herzens schielen, natürlich auch im privaten Raum – zum Beispiel liebe ich es, wenn mein Vater seine Gitarre hervorholt und wir rock’n’rollige Lieder gemeinsam mit der ganzen Familie grölen – getragen von der grandiosen rockigen Stimme meines Vaters, oder wenn wir zu Weihnachten zusammen sind und meine Mutter die schönste, liebevollste Atmosphäre schafft – mit ihrem einzigartigen herzlichen Esprit, oder wenn mein Mann, den ich schon 13 wundervolle Jahre kennen darf, mir zum Geburtstag unter anderem immer einen wunderschönen Kalender vom letzten gemeinsamen Urlaubsort schenkt, oder wenn mir meine kleine Nichte bei jedem Besuch ein selbst gemaltes Bild überreicht. Das alles rührt mich, und durch diese Rituale fühle ich mich beschützt, geborgen, behütet. In dieser großen, ungestümen Welt wirkt das sehr beruhigend.
Gleichzeitig gibt es furchtbare und unfaire Bräuche, auch in unseren Breitengraden. Einfaches Beispiel: die ungleiche Bezahlung von Frauen und Männern. Und solche gilt es stets unbedingt zu hinterfragen!
Das Hinterfragen hat übrigens auch seine Tradition. Zum Beispiel haben die Reformation und die Aufklärung in Europa sowie das Civil Rights Movement in den USA explosive und signifikante Anstöße gegeben, um schlechte Traditionen aus der Welt zu schaffen.
Dieser Kreislauf ist unendlich – so hoffe ich jedenfalls. Wir brauchen Traditionen, um uns in der großen und in unserer persönlichen kleinen Welt wohlzufühlen und unseren Platz zu finden – oder neu zu ordnen. Ebenso wichtig ist ein ständiges Hinterfragen: „Brauchen wir das noch so? Tut uns das gut?“
Tradition ist ein vielschichtiger Wert. Er lädt ganz offensichtlich zum Reflektieren ein – von privaten Traditionen und genauso von politischen oder nationalen Bräuchen, die die Gesellschaft hinterfragen muss.
Aber die Hauptsache ist, dass Traditionen unter die Haut gehen.




Danke, Anne, für diesen wunderbaren Text!

Das heutige Zitat zum Wert stammt von George Bernard Shaw:

Foto: "Meister und Margarita", Theatergruppe Vorspiel: https://www.facebook.com/TheatergruppeVorspiel/

Freitag, 9. Juni 2017

Toleranz - Blogreihe #wertekatalog

Es ist Value-Friday und es geht weiter mit der Blogreihe #wertekatalog,

Der siebenundfünzigste Wert ist:


TOLERANZ

Wikipedia sagt:
Toleranz, auch Duldsamkeit, ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen anderer oder fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten. Umgangssprachlich ist damit heute häufig auch die Anerkennung einer Gleichberechtigung gemeint, die jedoch über den eigentlichen Begriff („Duldung“) hinausgeht.[...] (https://de.wikipedia.org/wiki/Toleranz)

Vor über einem Jahr schrieb ich einen Artikel über "Akzeptanz", in dem ich auch die Toleranz erwähnte. Denn wie auch in der Definition angedeutet, verschwimmen im modernen Sprachgebrauch die Grenzen zwischen den Begriffen.

Toleranz ist eine notwendige Grundhaltung, ohne die ein gewaltfreies menschliches Zusammenleben nicht funktioniert. Daran, dass es bis jetzt noch kein gewaltfreies menschliches Zusammenleben gibt, wird offensichtlich, dass auch Toleranz noch nicht von jedem gelebt wird.

Um tolerieren zu können, muss ich andere Meinungen aushalten, ohne sie als Angriff auf meine eigenen Überzeugungen zu sehen.
Das hieße aber ein komplett unabhängiges in sich ruhendes Ich zu haben - und das haben die allerwenigsten. Fast alle machen wir uns von Meinungen anderer abhängig - manche sehr stark, andere weniger.
Wenn unsere Ansichten in Frage gestellt werden, können wir zeitweise entspannt den anderen einfach sein lassen. Manchmal fühlen wir uns herausgefordert und diskutieren gern. Und ab und zu fühlen wir uns einfach hilflos.
Hilflos, weil die Unterschiede so gravierend sind, dass wir keine Brücke sehen, auf der wir uns begegnen können, keine gemeinsame Ebene.
Das ist der Moment, in dem wir zu Toleranz gezwungen sind oder aggressiv werden, je nach Charakter. Dabei wäre es gewinnbringender - über die bloße, passive Toleranz hinaus - aktiv an der Akzeptanz zu arbeiten. Zu akzeptieren, dass wir Menschen verschieden sind.

Alle einzelnen kleinen Faktoren, die uns in unserem Leben umgeben, haben Einfluss auf uns. Sie legen die Grundsteine für das Verarbeiten von Informationen, sorgen für Ängste und Unsicherheiten, führen zu bestimmten Vorlieben und Interessen. Jeder von uns hat unterschiedlichste Faktoren, die ihn in seinem Leben beeinflusst haben und es immer noch tun. Und jede Entscheidung führt zu anderen Entscheidungen. Dabei gleichen wir uns aneinander an oder entfernen uns meilenweit.

Toleranz ist die Basis, aber sie gibt uns nicht viel Handlungsspielraum. Akzeptanz ist ein Feld voller Möglichkeiten. Wir sollten es freudig beschreiten - es lohnt sich.
Denn vielleicht merkt man, dass eine andere Sichtweise auch eine Option ist ... und das wir unsere eigene überarbeiten sollten.

So wie es Kurt Tucholsky beschreibt:

Foto: "Die Vögel", Schnellzünder-Projekt: https://www.facebook.com/groups/voooegel/

Mittwoch, 7. Juni 2017

Recap/Preview #6



Plötzlich ist der Sommer aufgetaucht! Zeit für Recap #6!



Sommerloch - Zeit für Neues!
Immer wenn das Sommerloch da ist, taucht bei mir die große Frage auf: was tun mit der freien Zeit? Letztes Jahr begann ich mit dem Networking, das Jahr davor habe ich mich intensiv Fortbildungen gewidmet.
Dieses Jahr geht es mit beidem weiter, in verschiedenen OpenSpace-Formaten:

  • bei MeetUps und dem ersten Local Wevent von intrinsify.me
  • beim nächsten Powerfrauen-Frühstück
  • im Workshop des Literatur-Ensembles Wortoertlich, das ich bei meinem letzten Theater MeetUp kennenlernen durfte
  • und zu guter Letzt bei der ausgiebigen Lektüre der Fachbücher, die in meinem Regal vor sich hin stauben ... irgendwann wird es ja mal Zeit, die zu lesen



Im Zeichen der Freundschaft

Nicht nur ich, auch andere meiner Freunde sind von privaten Theaterprojekten angefixt. So mancher Amateur-Schauspieler hat ein Herzensstück, was er gern mal inszenieren möchte.
Bei meiner Freundin Carmen ist es "Maria Stuart" von Friedrich Schiller. Zusammen mit einem kleinen Team von Theaterenthusiasten wird eine coole Fassung dieses Klassikers erarbeitet und am 01. und 02. September auf die Bühne des Verlängerten Wohnzimmers gebracht. Ich bin als Technikerin und Grafikerin mit an Board und auf die Proben sehr gespannt.

Vor einer Weile wurde der Kontakt zu einem ehemaligen Mitglied der Theatergruppe Berlin - Matthias Börner - wiederbelebt. Matthias ist freiberuflicher Regie-Assistent beim Film und dreht in seiner Freizeit gern Kurzfilme. Jetzt ist wieder ein Projekt geplant und ich bin für das Maskenbild mit an Board. Ich sag nur: Zombies!



Stürmische Zeiten
Die Vorspieler haben sich für Shakespeares "Der Sturm" entschieden - allerdings ganz anders inszeniert als man es erwarten würde, mit einem aufregenden Setting ... seid gespannt!



Im Sommer billiger ...
... ist es beim Summerdeal in diesem Sommer. Für mehrere Wochen wird es auf alle Schnuppertermine und Workshops einen Sommer-Rabatt geben. Wann genau? Das wird auf meiner Website und auf Facebook bekanntgegeben.




Freitag, 2. Juni 2017

Vertrauen - Blogreihe #wertekatalog

Es ist Value-Friday und es geht weiter mit der Blogreihe #wertekatalog,

Der sechsundfünzigste Wert ist:


VERTRAUEN

Wikipedia sagt:
Vertrauen ist in psychologisch-­persönlichkeits­theoretischer Perspektive definiert als subjektive Überzeugung von der (oder auch als Gefühl für oder Glaube an die) Richtigkeit, Wahrheit bzw. Redlichkeit von Personen, von Handlungen, Einsichten und Aussagen eines anderen oder von sich selbst (Selbstvertrauen). [...] (https://de.wikipedia.org/wiki/Vertrauen)

Als ich die Werte-Liste von "Ein guter Plan" das erste Mal durchgegangen bin und meine wichtigsten Werte rausgeschrieben habe, war Vertrauen mit dabei.

Vertrauen ist für mich die Basis für menschliche Beziehungen. Und dieses Vertrauen habe ich mir über die Jahre erarbeitet.
Als Teenager war ich eine extreme Traschtante und Lästerbacke und nicht besonders vertrauensselig. Mehrmals habe ich das Vertrauen von Freunden missbraucht - aus Neugier, Geltungsbedürfnis und Redseligkeit.
Irgendwann merkte ich dann, dass mir meine Freunde weniger anvertrauen. Und ich merkte, dass zur Vertrauenswürdigkeit gehört, verlässlich zu sein, Dinge für sich zu behalten und den anderen in seinen Wünschen zu respektieren und ernst zu nehmen.

Mein Vertrauen in andere war jedoch stets ungebrochen und offen. Grundsätzlich bringe ich jedem ein Grundvertrauen entgegen - auch weil ich aus eigener Erfahrung weiß, dass Vertrauensbrüche selten aus Bösartigkeit, sondern eher aus Gedankenlosigkeit, mangelndem Ernst ... und fehlendem Selbstvertrauen entstehen.
Letzteres brauchen wir für ein entspanntes Leben nach unseren eigenen Vorstellungen.
Je mehr wir uns selbst vertrauen - und auch ZUtrauen - desto leichter fällt es uns, anderen zu vertrauen. Wir müssen unsere eigenen Stärken und Schwächen kennen und vor allen Dingen akzeptieren, um sie auch bei anderen Menschen annehmen und verstehen zu können.

Wenn wir mit Vertrauen großzügig umgehen, schaffen wir eine Basis für ein angenehmes Miteinander auf Augenhöhe. Wenn wir unserem Gegenüber Vertrauen entgegenbringen, geben wir ihm die Möglichkeit sich uns gegenüber zu öffnen und seine eigenen Potentiale angstfrei auszuleben - was für alle in der Regel ein Gewinn ist.

Vertrauen ist besonders dann eine Herausforderung, wenn man ein Mensch ist, der ungern Kontrolle abgibt. Besonders sehr sicherheitsliebende Persönlichkeitstypen sind selten vertrauensselig, sie haben Sorge, dass sich andere nicht an Regeln halten und ihr sicheres Gefüge - und somit ihre Wohlfühlumgebung - aus den Fugen gerät.
Ich musste mühsam lernen, dass auch alles gut werden kann, wenn ich nicht alles kontrolliere oder selbst mache, sondern anderen den Raum gebe, sich zu entfalten - und ihnen einfach vertraue.
Dabei kommen wunderbare Dinge heraus, die nicht meine eigene Idee oder Leistung waren, sondern die eines Teams.
Und mit unterschiedlichen Qualifizierungen und extrem komplexen Aufgaben, ist diese Arbeitsweise die Arbeitsweise der Zukunft.
Die Fähigkeit im Team Stärken zu bündeln und gemeinsam neues zu erschaffen, ist extrem wichtig für die Zukunft der Arbeit.

Lasst uns einander mehr vertrauen - wir wissen schon, was wir tun!


Matthias Claudius beschreibt es so, wie auch ich es empfinde:

Foto: "Leonce & Lena", Theatergruppe Vorspiel: https://www.facebook.com/TheatergruppeVorspiel/

Mittwoch, 31. Mai 2017

"Der Mann, der Liberty Valance erschoss" - Maxim Gorki Theater Berlin


Bildquelle & Copyright: http://www.gorki.de






Als mein erster Gruppendrang-Kurs sich nach den erfolgreichen Titus-Andronicus-Aufführungen zum Abschlussessen und Feedback traf, überraschten sie mich mit sehr tollen Abschiedsgeschenken: einer bedruckten Tasse mit einem Foto der Inszenierung, einem Blumensträußchen und einem Gutschein für´s Maxim Gorki Theater.
Der Gutschein hing in der alten Wohnung eine Weile über meinem Schreibtisch und verschwand dann beim Umzug in meinen Unterlagen. Nach fast einem Jahr in meiner neuen Wohnung kramte ich ihn wieder hervor, um ihn endlich einzulösen. Ich gönnte mir einen Platz in der ersten Reihe und wie beim "Feuerschiff" fiel die Wahl des Stückes extrem einfach: ich brauchte nur das Wort "Western" lesen und die Sache war geritzt.

Seit einiger Zeit war ich nun endlich mal wieder im Maxim Gorki Theater. Schon das Bühnenbild sprach mich an, 50er-Jahre Reklame-Schilder einer Westernstadt kündigten wunderbares an und ergaben mit den weiteren Holzbauten hinter dem eisernen Vorhang die klassische Straßenflucht des Wüstenortes Two Trees.

Optisch war ich sofort überzeugt und auch inhaltlich komplett befriedigt: wo Western draufsteht, ist auch Western drin.
Mit "Der Mann, der Liberty Valance" erschoss, hat Regisseur Hakan Savaş Mican einen späten Western auf die Bühne gezaubert. Ich kenne das Buch und dessen Verfilmung nicht, aber dieser Bühnenwestern hat mich gleich gepackt. Die Schauspieler hatten Freude an diesen "Typen", dem typischen Cowboy, dem Anwalt aus der Stadt, der toughen jungen Wirtin, dem versoffenen Journalisten, dem knurrigen Sheriff und dem kalten Bösewicht.

Die übergeordnete Thematik - der freiheitsliebende, in seinem Umfeld perfekt zurechtkommende, anarchische Liberty Valance gegen den jungen, gesetzestreuen Stadtmenschen Ransom. Der eine bevorzugt das System der Naturgesetze, der andere das der politischen Verfassung. Ihr bevorzugtes System ist das für sie als Individuum passendere. Aber was sagen die anderen Bewohner des Städtchens dazu? Wie sollen sie überhaupt - als "Abgehängte" - mit dem Fortschritt der Städte mithalten? Der Städte, von denen sie nichts mitkriegen, die aber auch nicht ihrer Lebensrealität, ihren Alltagssorgen und ihrer Lebensweise entsprechen.

So schwebt über allen die Frage: wollen sie "Liberty" oder "Freedom"?


Freitag, 26. Mai 2017

Zuneigung - Blogreihe #wertekatalog

Es ist Value-Friday und es geht weiter mit der Blogreihe #wertekatalog,

Der sechsundfünzigste Wert ist:


ZUNEIGUNG

der Duden sagt:
deutlich empfundenes Gefühl, jemanden, etwas zu mögen, gernzuhaben; Sympathie [...] (http://www.duden.de/rechtschreibung/Zuneigung)

Zuneigung als Wert finde ich interessant. Aber ich weiß nicht, ob damit die Zuneigung zu anderen Menschen oder deren Zuneigung zu einem selbst gemeint ist. Beides sind natürlich berechtigte Wünsche und beides zusammen ist ein wichtiger Bestandteil eines glücklichen Lebens.

Zuneigung ist etwas wunderbares und wir empfinden sie manchmal schnell und manchmal zögerlich. Je jünger wir sind, desto schneller empfinden wir Zuneigung für eine andere Person und desto süchtiger sind wir nach Zuneigung, die uns von anderen entgegengebracht wird.

Mit zunehmendem Alter dauert das mit der Zuneigung länger. Unsere Erfahrungen lassen uns vorsichtiger werden und wir werten fremde Menschen schneller ab, finden sie unsympathisch. Wir projizieren unsere Erfahrungen auf neue Bekanntschaften - manchmal zu Recht, manchmal zu Unrecht.

Aber was passiert, wenn wir auf fremde Menschen treffen? Wenn wir viel Zeit mit ihnen verbringen müssen. Kann Zuneigung wachsen?

Ja, sie kann. In meiner Arbeit muss ich Gruppen "händeln". Diese Gruppen müssen sich zusammenraufen und gemeinsam an einem Ziel arbeiten. Für dieses Ziel sind gegenseitiges Vertrauen und ein offener Austausch miteinander wichtig. Sympathie bzw. Zuneigung ist dabei ein wichtiger Bestandteil.

Natürlich entsteht Zuneigung zum großen Teil auf einer körperlich-biologischen Ebene, aber sie entsteht auch über Gemeinsamkeiten. Mag mein Gegenüber die gleiche Serie wie ich, erhält er gleich Pluspunkte, das gleiche gilt für Hobbies, Musik und Essen.
Wir wollen von unserem Gegenüber wissen, wie gut er/sie in unsere "Gruppe" passt, die wir im Leben um uns versammeln. Je ähnlicher unser Geschmack und unsere Interessen sind, desto schneller wächst unsere Zuneigung zur entsprechenden Person.
Ein intensiver Austausch über die eigenen Ansichten und Interessen ist für das Wachsen von Zuneigung also essentiell und braucht bei Erwachsenen deutlich mehr als die gemeinsame Lieblingsband.

Eine der stärksten und zusammenschweißendsten Gemeinsamkeiten ist Humor. Wenn wir gemeinsam lachen, zeigen wir einander Schwäche und öffnen uns. Wir gehen beim Lachen und gemeinsamen Witzeln spielerisch und leicht mit Status um, wir nehmen uns selbst nicht so ernst.
Und die Zuneigung, die wir dabei füreinander empfinden, strahlen wir auch aus. Bei einem Auftritt sogar bis ins Publikum.
Mit Humor und Lachen öffnen wir die Herzen der Zuschauer. Sie freuen sich an unserer Darbietung und sind bereit uns das mit einem Lachen zu zeigen.
Dieses Lachen ist eine Weile der Zuneigung, die den Schauspieler auf der Bühne trägt. Wie ein Surfer kann er auf dieser Welle reiten, sich von ihr tragen lassen und aus ihr neue Kraft schenken. Um sie dem Publikum zurückzugeben.

Zuneigung durch Gemeinsamkeiten ist für uns elementar, die durch Freude und Witz schweißt uns noch enger zusammen. Deshalb ist mir Humor und Raum für Spaß in meiner Arbeit wahnsinnig wichtig. Das Leben ist oft ernst und anstrengend und ich möchte einen Raum für mehr Freude, Spaß und Spiel schaffen - und somit auch für mehr Zuneigung.

So wie David Hume es beschreibt:



Foto: "Gerüchte, Gerüchte", Theatergruppe Spielschauer: https://www.facebook.com/spielschauer

Mittwoch, 24. Mai 2017

#monthlyfavourites - Mai-Lieblinge




Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im April! 




Zum Arbeiten


Ich bin schon immer ein großer Overall-Fan gewesen und freue mich, dass jetzt mittlerweile endlich eine große Auswahl im Handel erhältlich ist, die mir auch passt.
Von Promod gibt es nun 3 neue Overalls bei mir im Schrank, die ich sogleich zur Arbeitsuniform auserkoren habe. Ein einfaches und wahnsinnig praktisches Kleidungsstück, das alles mitmacht ... besonders in der robusten Jeans-Variante.

Mein zweiter ständiger Begleiter im April sind meine Mini-Flyer. Vor wenigen Jahren bin ich für meine Veranstaltungen auf kleine Flyer im Visitenformat umgestiegen. Sie sind günstiger als die großen und man kann sie ganz einfach im Portemonnaie transportieren.



 
Zum Aufhübschen


Mein Mann hat sich eine Nähmaschine gekauft und mir dieses tolle Stirnband genäht. Es wurde schon einmal ausgeführt und passt super zu meiner aktuellen Haarlänge.
Das Armbändchen mit den kleinen Elefanten hat mir mein Bruder aus Thailand mitgebracht. Zusammen mit dem knallorangen Nagellack aus der letzten Glossybox und den selbstgebastelten Leder-Ohrsteckern in Monstera-Form ist das tropische Sommeroutfit komplett.



Zum Lesen


Auf die Leseliste haben es diesen Monat zwei Bücher geschafft, die ich schon seit etlichen Jahren im Schrank habe. Die Katzenbedienungsanleitung "Die Katze" ist leider inhaltlich etwas veraltet und enthält Tipps, die nicht mehr dem aktuellen Forschungsstand entsprechen.
Dennoch sind einige nützliche Informationen drin und ich habe viel darin geblättert, da wir diesen Monat Katzenzuwachs bekommen haben.

"Yoga im Bett" ist ein schönes Übungsbuch voller entspannender Yogapositionen, die man perfekt morgens nach dem Aufwachen oder abends vor dem Schlafengehen machen kann.



Zum Essen


Letzten Monat huldigte ich der Tardis-Keksdose, diesen Monat wird es - passend zum Wetterumschwung - Eiswürfel in Tardis- und Dalek-Form geben. Die Eiswürfelform ist ein Überraschungsgeschenk meines Mannes.
In der Biobox unseres Vertrauens sind momentan sehr oft Birnen und deshalb stehen sie auf dem täglichen Speiseplan.
Magic Gum habe ich als Kind gern gegessen und konnte letztens im Laden nicht daran vorbeigehen. Dieses lustige Knistern im Mund ist einfach genial!



Zum Stöbern

Lydia vom Blog Bueronymus muss leider gerade durchmachen, was bei mir auch das Thema der letzten Monate war. Als Erinnerung an ihren Kater hat sie einen schönen und wahren Artikel über die Dinge, die wir von Katzen lernen können, geschrieben:
https://bueronymus.wordpress.com/2017/05/10/10-dinge-die-wir-von-katzen-lernen-koennen/

Ebenfalls interessant: ihr Kurzüberblick über die Geschichte der Arbeit! Klick!

Und passend dazu bin ich über eine erschütternde und berührenden Geschichte über eine Sklavin im Amerika der letzten Jahrzehnte gestolpert. Der Artikel ist lang, aber sehr, sehr lesenswert:
Lolas Story



Zum Hören

Schon zweimal war ich bei lokalen MeetUps des Netzwerkes "intrinsify.me", das sich mit New Work beschäftigt. Die beiden Gründer des Netzwerkes stellen regelmäßig Podcasts online, in einem erzählen sie, wie sie das Netzwerk leiten: Klick!



Zum Anschauen

Endlich war ich mal wieder im Kino: in "Ghost in the Shell" mit der wunderbaren Scarlett Johansson. Sehr empfehlenswert!





Auf Netflix gibt es endlich eine neue Staffel "Sense8" - wie auch die erste Staffel absolut grandios! Eine Serie, die mich dank des fantastischen internationalen Casts sofort begeistert hat:





Ebenfalls auf Netflix findet sich dieses Juwel:





"We´ve been around" ist eine Videoserie über Transgender-Personen in der Historie. Der perfekte Link für alle, die behaupten, dass der ganze "Genderwahn" ein "Trend" sei. Hier eines der Videos, den Rest der Reihe findet ihr auf Youtube und hier: We´ve been around






Freitag, 19. Mai 2017

Dankbarkeit - Blogreihe #wertekatalog

Es ist Value-Friday und es geht weiter mit der Blogreihe #wertekatalog,

Der fünfundfünzigste Wert ist:


DANKBARKEIT

Wikipedia sagt:
Dankbarkeit ist ein positives Gefühl oder eine Haltung in Anerkennung einer materiellen oder immateriellen Zuwendung, die man erhalten hat oder erhalten wird. Man kann dem Göttlichen, den Menschen oder sogar dem Sein gegenüber dankbar sein, oder allen zugleich. [...] (https://de.wikipedia.org/wiki/Dankbarkeit)

Dankbarkeit ist komischerweise ein Begriff, der in meinen Ohren oft einen abschreckenden Beiklang hat. Das liegt daran, dass Dankbarkeit gern gefordert wird.
Im Internet wird in vielen Kommentaren oder Online-Foren zu allen möglichen Themen mit der Forderung nach Dankbarkeit um sich geschmissen. Am liebsten begleitet mit der genauso vehementen Forderung nach Demut.
Egal, ob es um Flüchtlinge, Arbeitslose, Arbeithabende, Alleinerziehende, Familien, Kinder, Feministen, Frauen, Männer, Menschen oder ... geht: es sollen doch bitte alle erstmal dankbar sein.

Auch ich finde, dass die Fähigkeit zur Dankbarkeit eine wichtige ist. Wenn wir aus tiefem Herzen dankbar sein können, zeigen wir Größe und Selbstbewusstsein.

Aber Dankbarkeit ist kein Automatismus. Um dankbar zu sein, muss man etwas erhalten, was einem einen Dank wert ist. Das kann Aufmerksamkeit, Zuneigung, Lob, Anerkennung, materielle Geschenke oder Zeit sein.

Die nächste Frage ist: wem gegenüber bin ich dankbar? Wer hat mir etwas ermöglicht? Zu oft habe ich den Eindruck, man solle einem "Schicksal" oder irgendeiner "übergeordneten Kraft" dankbar sein, wenn doch die eigentliche Person, die die Voraussetzungen für den Wert / das Geschenk / die Leistung geschaffen hat, wir selbst sind.
Warum sollen wir uns bei einem diffusen, fremden Äußeren für etwas bedanken, was wir uns selbst zu verdanken haben?
Das eigentlich angemessenere Gefühl wäre Stolz: auf sich sich selbst, das eigene Verhalten, die eigene Leistung, die eigene Fantasie, die eigene Kreativität, die eigene Kraft, das eigene Engagement.

Aber Stolz ist nicht gern gesehen. Vor allen Dingen nicht Stolz auf sich selbst. Auf die Kinder darf man stolz sein, auf den Partner auch. Vielleicht auch auf die eigenen Eltern. Aber auf sich selbst? Das wird schnell als Arroganz abgetan, es gehört sich nicht.
Wer auf sich selbst stolz ist, hebt seinen Status. Wer dankbar ist, erniedrigt ihn. Beides ist absolut legitim, aber wird oft miteinander vertauscht.



Wenn wir etwas aus eigener Kraft schaffen, dürfen wir uns selbst danken.
Dankbarkeit, die uns entgegengebracht wird, ist dabei das Futter, dass die Dankbarkeit uns selbst gegenüber nährt. Wir brauchen unseren gegenseitigen Dank, um weiterhin schaffend und auf soziale Weise füreinander tätig zu sein.
Diesen Dank, wenn er empfunden wird, dem Gegenüber so auszudrücken, dass es bei ihm ankommt, ist eine wichtige Aufgabe, der wir uns mit Freude widmen sollten, ohne Scham. Egal, ob der Dank einem anderen oder uns selbst gilt. Um das zu differenzieren, müssen wir uns nur die Mühe machen, genau hinzugucken.

Einander danken ist etwas wunderbares ... wir dürfen dabei nur uns selbst nicht vergessen.


Ein schöner Satz dazu stammt von Ernst R. Hauschka:

Foto: "Wer zuletzt lacht", Theatergruppe GROBKOST: https://www.facebook.com/grobkost/

Freitag, 12. Mai 2017

Stabilität - Blogreihe #wertekatalog

Es ist Value-Friday und es geht weiter mit der Blogreihe #wertekatalog,

Der vierundfünzigste Wert ist:


STABILITÄT

Wikipedia sagt:
Emotionale Stabilität ist im Gegensatz zur emotionalen Labilität die ausgeprägte Fähigkeit zur Kontrolle der eigenen Emotionen. Emotional stabile Personen zeigen ausgeglichene und wenig sprunghafte emotionale Reaktionen sowie die Fähigkeit zur raschen Überwindung von Misserfolgen und Rückschlägen. [...] (https://de.wikipedia.org/wiki/Emotionale_Stabilität)

Wenn es um emotionale Stabilität geht, bin ich wohl der Master. Ich vermute aber, dass ich wahrscheinlich einfach nur einen zu geringen Blutdruck habe. Oder zu wenig Adrenalinproduktion.

Über positives Feedback von Kunden freue ich mich immer sehr und stelle fest, dass am meisten meine Ausgeglichenheit gelobt wird. Und ja, man braucht einen kühlen Kopf in diesem wuseligen Job. In der Teamführung, die so viele verschiedene Ideen aufeinanderprallen lässt.
Das lustige ist: je aufgeregter die Teilnehmer meiner Kurse sind, desto ruhiger werde ich. Ich nehme automatisch den Gegenpol ein und lausche den vielen Ideen und Worten, die um mich fliegen.

Gestern abend war wieder Probe mit der Gruppe Vorspiel. Wir haben ihr neues Stück "Der Sturm" von William Shakespeare zu Ende gelesen und ich fragte nach ihren Gedanken und ersten Eindrücken. Erst waren alle zögerlich, einige moserten an dem komischen Ende rum und plötzlich hatte einer eine Idee, wie es stattdessen enden könnte bzw. wie man das Ende noch ergänzen könnte. Und ab der Sekunde startete ein wirklicher Sturm an Ideen, die jeder in die Runde warf. Ich fand es toll, diese freigesetzte kreative Energie im Raum zu spüren und belustigt den absurdesten Einfällen zu lauschen. Als ich dann selbst nicht mehr folgen konnte und kaum noch einer Gelegenheit hatte einen Satz auszusprechen, musste ich anfangen, die Runde ein bißchen zu moderieren.
Solch einen Sturm auszuhalten, erfordert Stabilität. Und auch wenn eine gewisse Ausgeglichenheit angeboren ist, braucht diese Stabilität Übung.
Denn Stabilität heißt nicht nur, dass sie nach außen stabil wirkt, sondern dass sie es im Inneren tatsächlich ist.

Als ich vor neun Jahren in meiner Freizeit mit der Theatergruppe Berlin startete, war von dieser inneren Stabilität noch nicht viel zu merken. Redeten alle durcheinander oder hatten - der absolute Horror - andere Ideen als ich, habe ich innerlich am Rad gedreht. Ich habe es mir nicht anmerken lassen, aber ich hatte nicht die entspannte Haltung, dass schon alles gut werden wird. Wenn meine Ideen abgelehnt wurden, hatte ich Angst, mir entgleitet alles. Ich begann hintenrum zu manipulieren und Strippen zu ziehen, unfair zu sein und zu tricksen. Alles aus der Angst heraus, die Kontrolle zu verlieren. Die nächsten Jahre waren dann ein langer Lernprozess und sind es noch immer.

Heute, neun Jahre und 26 Inszenierungen später weiß ich: es wird immer alles gut - egal wie es ausgeht.
Denn ich kann an dem, was gerade ist, nichts ändern. Aber ich kann Weichen für die Zukunft stellen und bin jederzeit frei, in eine andere Richtung zu gehen.


Arthur Schopenhauer drückt es ganz simpel aus:


Foto: "Leonce und Lena", Theatergruppe Vorspiel: https://www.facebook.com/TheatergruppeVorspiel

Freitag, 5. Mai 2017

Aufregung - Blogreihe #wertekatalog

Es ist Value-Friday und es geht weiter mit der Blogreihe #wertekatalog,

Der dreiundfünzigste Wert ist:


AUFREGUNG

Wiktionary sagt:
Gefühl der Anspannung und Unruhe [...] (https://de.wiktionary.org/wiki/Aufregung)

Wie viele Menschen nennen Aufregung als wichtigen Wert im Leben? Vermutlich diejenigen, die eher abwechslungsliebende Persönlichkeitstypen sind. Aufregung ist ein Wert, der aber eigentlich für jeden von uns wichtig ist ... doch für jeden in anderem Maße.

Aufregung heißt Unruhe. Unruhe ist die Ausgangsbasis für eine neue Handlung. Wenn wir nicht in unserer inneren Ruhe sind, dann wollen wir etwas tun, um sie wieder herzustellen. Wir wollen etwas herstellen, was für uns ein angenehmer Zustand ist.
Dieser angenehme Zustand ist aber bei den Menschen unterschiedlich. Manche fühlen sich am wohlsten, wenn sich nichts verändert. Andere brauchen stetige Veränderung als Wohlfühlfaktor.
In "Das Feuerschiff" sagt Caspary: "Es gibt auch Leute, die ein Verlangen nach Unsicherheit haben."

In jedem von uns stecken beide Sehnsüchte, die nach Sicherheit und Gewohnheit sowie die nach Aufregung und Abwechslung.
Aber es dauert oft lang bis wir genau benennen können, was uns fehlt. In der Regel fehlt uns genau das, was wir aktuell nicht haben (können). Sind wir gerade in einer Phase des Umbruchs, sehnen wir uns nach mehr Ruhe, nach Angekommensein. Die Aufregung ist dann in ihrer großen Masse fast erdrückend, sie überwältigt uns. Sind wir schon lange im gleichen Zustand, kitzelt uns der Wunsch nach Aufregung, nach etwas Neuem, was unsere Routine durchbricht.

Die schwerste Aufgabe ist, selbst aktiv einen Ausgleich zwischen Aufregung und Gewohnheit herzustellen. In stressigen Zeiten Gewohnheiten zu etablieren und in ruhigen Zeiten aktiv Aufregung zu suchen.
Wie machen wir das? Ohne Selbstdisziplin schaffen wir es nicht. Zu lange wurde uns das Gegenteil antrainiert, das Leiden unter den Umständen, das Kapitulieren unter dem, was da ist.
Änderungen - in beide Richtungen - brauchen Kraft.
Am einfachsten ist es, wenn wir uns von außen einen Zwang suchen, eine Person, Gruppe oder Institution, die uns regelmäßig zur Entspannung oder Aufregung zwingt.

Ich bin kein Sportmensch, weiß aber, dass mir Bewegung gut tut. Zu Hause raffe ich mich nicht auf, etwas zu tun, und wenn dann viel zu kurz. Ich weiß, dass ich Aufregung und Herausforderung brauche, aber in meinem gewohnten Umfeld tue ich nichts dafür.
Seitdem ich einmal in der Woche zum Rücken-Yoga-Kurs gehe, habe ich einen Zwang. Noch besser: mein Mann kommt mit und wir motivieren uns gegenseitig, wirklich hinzugehen.
Manchmal ist es entspannend, manchmal schweißtreibend und anstrengend. Dann gucke ich zwischendurch auf die Wanduhr und hoffe, dass die Stunde schnellstmöglich mit der Tiefenentspannung endet. Allerdings merke ich dgerade an diesen Tagen, dass mein Körper diese Anstrengung braucht.

In meinem Beruf als Theaterpädagogin realisierte ich im Laufe der Jahre, dass eine der Hauptaufgaben, die die Teilnehmer an mir schätzen, genau der Zwang ist: der Zwang zur Ruhe und der Zwang zur Aufregung, der Zwang zur Regelmäßigkeit und Gewohnheit sowie der Zwang zur Abwechslung und Herausforderung. Ich helfe, ihrem Leben genau die Elemente hinzuzufügen, die sie benötigen - und das in einem einzigen Kurs, an einem einzigen Termin.
Diejenigen, die einen Beruf haben, der mit viel Terminen, Aufregung und Stress verbunden ist, sehen den wöchentlichen Abendtermin als Pool der Entspannung, als angenehm-wohlige Gewohnheit, als ihre Clique zum Treibenlassen, ohne Druck.
Für die Homeworker, die nicht viel rauskommen, die viel allein sind, die einen ruhigen Job haben, die vielleicht auch das Rauskommen mit ängstlichen Gefühlen verbinden, ist der wöchentliche Probentermin die Portion Herausforderung, die Prise Aufregung, die sie zum Ausgleich brauchen.

Jeder von uns kennt beide Seiten des Lebens. Und so wunderbar ein regelmäßiger Rhythmus und das Angekommensein ist, so wichtig ist auch eine ordentliche Menge Aufregung im Leben.

William James sagt es wunderbar einfach:


Foto: "Suite Dreams", Theatergruppe Tiger Alien K(r)uh: https://www.facebook.com/tigeralienkruh

Freitag, 28. April 2017

Selbständigkeit - Blogreihe #wertekatalog

Es ist Value-Friday und es geht weiter mit der Blogreihe #wertekatalog,

Der zweiundfünzigste Wert ist:


SELBSTÄNDIGKEIT

Wikipedia sagt:
Selbständigkeit (auch Selbstständigkeit oder Eigenständigkeit) steht für:
  • Autarkie, die Umweltunabhängigkeit einer Gruppe oder eines Individuums
  • Autonomie, die Selbstbestimmung bzw. Eigengesetzlichkeit
  • Selbständigkeit (beruflich), Berufstätigkeit auf eigenes finanzielles und soziales Risiko
  • das Unterscheidungskriterium von einem Berg und einem Nebengipfel, siehe Berg #Kriterien für die Eigenständigkeit
Autonomie:
Als Autonomie (altgriechisch αὐτονομία autonomía ‚Eigengesetzlichkeit‘, ‚Selbstständigkeit‘, aus αὐτός autós ‚selbst‘ und νόμος nómos ‚Gesetz‘) bezeichnet man den Zustand der Selbstbestimmung, Unabhängigkeit (Souveränität), Selbstverwaltung oder Entscheidungsfreiheit. Ihr Gegenteil ist die Heteronomie.

Sie ist in der idealistischen Philosophie die Fähigkeit, sich als Wesen der Freiheit zu begreifen und aus dieser Freiheit heraus zu handeln. Auch wird die Existenz von Autonomie in der Ethik als ein Kriterium herangezogen, nach dem Individuen ethische Rechte zugeordnet werden können. [...] (https://de.wikipedia.org/wiki/Autonomie)

Selbständigkeit ist nicht nur eine Form der Erwerbstätigkeit, sondern auch ein Wert. Ein Wert, der mit Eigenständigkeit, Wachstum und Reife verbunden ist.
Es ist ein Wert, den wir gleichzeitig anstreben, aber auch fürchten.
Als Kind leben wir in Abhängigkeit von unseren Eltern und anderen erziehenden Personen. Diese Abhängigkeit sorgt dafür, dass wir keine komplette eigene Entscheidungsgewalt haben, schenkt uns aber den Luxus der Verantwortungslosigkeit.
Wenn jemand anderes über unser Leben bestimmt, müssen wir keine Verantwortung tragen. Wir müssen uns als Kind (in der Regel) keine Gedanken machen, wie wir uns verpflegen oder wo wir schlafen. Wir denken nicht darüber nach, mit wem wir zusammenleben und wer zu Besuch kommt.
Und das ist gut so, denn wir brauchen die Energie für unsere eigene Entwicklung, um uns als Individuum zu finden. Je mehr wir uns dessen bewusst werden, was uns wichtig ist und wer wir sind, desto autarker beginnen wir zu agieren.
Optimalerweise wird uns die Freiheit, die wir dafür brauchen, nach und nach gewährt.

Die Aufgabe, ein Individuum sich als Individuum begreifen und entwickeln zu lassen, es dabei zu unterstützen und später in die absolute Freiheit zu schicken, ist - finde ich - eine der schwersten.

Wir sind nur dann ein Individuum, wenn es auch andere gibt, und diese anderen brauchen wir für eben unser eigenes Selbstbild.
Wenn ich aber jemandem helfen möchte, kreiere ich automatisch eine gewisse Abhängigkeit. Eine Abhängigkeit, die mit einem Zugehörigkeitsgefühl einhergeht. Wir Menschen fühlen uns gern gebraucht, denn es erhöht unseren Status, gibt uns Stärke und Wohlgefühl.
Werden wir dann auf einmal nicht mehr gebraucht, fühlen wir uns zurückgewiesen, manchmal fallen wir auch in ein Loch. Loslassen braucht viel Selbstvertrauen.

Über die Jahre habe ich gelernt, dass es Menschen umso besser geht, je selbständiger sie sein dürfen. In meinen Kursen will ich diese Selbständigkeit fördern und den Teilnehmern somit vor Augen führen, zu was sie eigentlich fähig sind.
Lange hatte ich Angst, mich selbst als Gruppenleitung damit überflüssig zu machen. Bis ich auf die Idee kam, genau das als Herausforderung und Thema zu nehmen. So entstand Gruppendrang, ein Kurs, der das klare Ziel hat, die Gruppe am Schluss in die Selbständigkeit zu entlassen, sie von mir unabhängig zu machen. Manchmal funktioniert es gut, manchmal nicht. Ich mache weiterhin Fehler und so sehr ich Angst vor Fehlern habe, so wichtig sind sie auch, um weiter zu kommen, besser zu werden.

Denn gerade das Selbstmachen ist und war schon immer das, was ich an der Selbständigkeit mochte. Selbständig bedeutet, selbst zu entscheiden, was ich wann, wie, wo und mit wem mache. Und das sollte man zelebrieren.

Thomas Jefferson sagt dazu:


Foto: "Ernst", Theatergruppe Vorspiel: https://www.facebook.com/TheatergruppeVorspiel

Mittwoch, 26. April 2017

#monthlyfavourites - April-Lieblinge




Es ist wieder Zeit für die Lieblinge des aktuellen Monats - die #monthlyfavourites im April!



Zum Arbeiten


Zur Arbeit gehört auch die Arbeitsgesundheit, so nenne ich es einfach mal. Ich gehöre zu den vielen Menschen, die an den ersten Tagen ihrer Periode unangenehme Krämpfe haben, was bei der Arbeit zu Hause am Laptop nicht so dramatisch ist, bei der Probenarbeit vor Ort aber durchaus sehr anstrengend und schlauchend sein kann.
Bis jetzt waren immer Schmerztabletten und Wärmflasche das Mittel meiner Wahl, aber regelmäßige Einnahme von Ibuprofen ist eigentlich nicht gerade optimal. Mit Livia kam vor einiger Zeit per Crowdfunding ein kleines, handliches Reizstromgerät auf den Markt, das optimal fast den ganzen Tag getragen werden kann, die Schmerzen deutlich lindert und dafür sorgt, dass ich deutlich weniger Schmerzmittel brauche. Ein ausführlicherer Blogpost wird folgen. Ich liebe Livia auf jeden Fall jetzt schon!

Leichte Krämpfe werden auch durch eine Bauchmassage mit Thymianöl gelindert, allerdings lässt sich die Anwendung leider nicht mit Livia kombinieren (die stromleitenden Klebepads halten dann nicht mehr auf der Haut). Fürs Homeoffice oder nachts aber eine schöne Alternative. Da das Thymianöl in der puren Konzentration leicht hautreizend wirkt, habe ich mir eine eigene Ölmischung gemixt, aus etwa 9 Teilen Jojobaöl und 1 Teil Thymianöl.
Eine weitere Ölmischung nutze ich für die Spätfolgen eines kleinen Arbeitsunfalls. Im November bin ich auf dem Weg zur Probe auf der Straße gestürzt und hatte eine kleine Platzwunde am Knie. Sie ist komplett verheilt, eine rote Narbe ist aber geblieben. Da Lavendel bei der Narbenheilung helfen soll und Ölmassagen sowieso, massiere ich die Stelle regelmäßig mit meiner Lavendel-Jojoba-Mischung.

Die Partybrillen wandern nach den Aufführungen der Tiger-Alien-K(r)uh in meinen Fundus und sind einfach herrlich albern.



 
Zum Aufhübschen



Weiter geht es mit der Vorliebe für Öle. In der Glossybox im April war ein Gesichtsöl von Dr. Scheller dabei, das wunderbar frisch und zitronig riecht und das erste Öl ist, das wirklich in meine (eher fettige) Haut einzieht, ohne dass ich mich danach fühle wie ein Stück Butter. Auf dem Label steht zwar Arganöl, aber in Wirklichkeit ist es eine Mischung aus mehreren verschiedenen Ölen.

Für die Lippen ist momentan ein anderes Glossybox-Produkt im intensiven Einsatz, ein Lipbalm mit Blaubeerduft, allerdings weiß ich die Marke nicht mehr, er war im letzten Jahr in der Glossybox.



Zum Lesen


Ein- bis zweimal im Jahr muss mein Mann auf Geschäftsreise in die Schweiz. Um mir eine Freude zu machen, bringt er mir immer wahnsinnig viele Zeitschriften aus dem Flugzeug mit. Dieses Mal lese ich mit Begeisterung "Bild der Wissenschaft", besonders die Fortschritte im Bereich der Reproduktionsmedizin und die Entwicklung von Hirnschrittmachern faszinieren mich.

Eigentlich gehört das noch eher mit zum Arbeitsbereich, aber ich habe es trotzdem zum Lesestoff gepackt: Erich Kästners "Schule der Dikatoren" war neben vielen, vielen anderen Texten diesen Monat meine Lektüre. Zwei meiner Gruppen - Vorspiel und Spielschauer - haben sich diesen Monat für neue Stücke entschieden und in der Auswahlphase liest man in viele Theaterstücke und Inhaltszusammenfassungen rein. Bei den Spielschauern ist es diese Satire von Erich Kästner geworden, könnte aktueller kaum sein und wird ein großer Spaß in der Umsetzung ... die Ideen sprudeln über!



Zum Essen


Als ich vor etwa 3 Jahren krank im Bett lag, überraschte mich mein Mann mit einer TARDIS-Keksdose aus Keramik. Sie war gefüllt mit Oreos, Mini-Schoko-Leibniz-Keksen und kleinen Doppeldeckerkeksen mit Schoko-Füllung. Ich war hin und weg!
Die TARDIS (Abkürzung für "Time And Relative Dimension(s) In Space") ist das Raumschiff des Doctors in der britischen Kultserie "Doctor Who" (unten bei den Anschau-Tipps mehr dazu) und kann eigentlich ihre äußere Erscheinung chamäleonartig verändern. Leider ist diese Funktion kaputt und sie sieht von außen immer aus wie eine alte englische Police-Box.
Zum Staffelstart am Ostersamstag wurde sie wieder mit Keksen bestückt und wird stets wieder aufgefüllt, denn jeden Samstagabend muss sie einsatzbereit sein.




Zum Stöbern

Manchmal gestalte ich Webseiten oder Print-Artikel auch für andere. Vor zwei Wochen ist die Hochzeitsrednerin-Website meiner Kollegin Katja Lohmann online gegangen, schaut doch mal rein. Wenn ihr demnächst heiraten wollt und noch eine Rednerin sucht: ich lege euch Katja sehr ans Herz, weil sie einer der einfühlsamsten Menschen ist, die ich kenne. Dazu noch sehr sympathisch, locker und lustig.

http://hochzeitsrednerin-berlin.de/





Zum Hören

Vor kurzem habe ich den tollen Podcast "Here´s the thing" entdeckt, in dem Alec Baldwin mit verschiedenen Persönlichkeiten aus Film, Musik, Politik, Theater, Wirtschaft ... spricht. Kurzweilig und unterhaltsam, die Episoden sind mit einer Länge von einer halben Stunde schöne kleine Häppchen für unterwegs und zwischendurch. Meine Lieblingsfolge bis jetzt ist das Interview mit Kevin Kline.






Zum Anschauen

Mein aktueller Gruppendrang-Kurs geht seinem Ende zu und feiert am Wochenende mit den Aufführungen der Gruppe Tiger-Alien-K(r)uh seinen Abschluss!
Es ist immer ein komisches Gefühl, wenn ein Kurs zu Ende geht und man eine Gruppe, die man über ein halbes Jahr lang betreut hat, in die Freiheit entlässt.

Die Tiger-Alien-K(r)uh war und ist sehr selbständig und engagiert, organisiert Extraproben (am Samstag gab es eine Ganztagsprobe, die zweite bisher komplett ohne mich) und schleppt Kostüme, Bühnenbild und Requisiten zusammen.

Ich bin sehr gespannt, das Ergebnis auf der Bühne zu sehen und werde dieses Mal ungewöhnlicherweise als Technik dabei sein.

Für Samstag, den 29. Mai, gibt es noch Karten, reservieren könnt ihr bei mir.







Doctor Who is back! Nach über einem Jahr des Wartens gibt es endlich eine neue Staffel und es ist wunderbar, den Doctor endlich wiederzusehen. Seinen neuen Companion Bill mag ich auch sehr.





Nach Babylon 5 habe ich vor einer Weile angefangen Star Trek The Next Generation zu gucken. Die Charaktere sind anfangs noch distanziert, wachsen einem aber schnell ans Herz. Mein absoluter Liebling: Data. Weil die Musik so wunderbar ist, hier einfach das Intro:





Sehr unterhalten hat mich im April "Project Runway" auf Netflix. Es sind zwar nur zwei Staffeln online, aber ich sehe mir gerne Mode und Handwerkskunst an, also war es genau die richtige seichte Unterhaltung, wenn ich komplett abschalten wollte.





Zum Schluss die frohe Meldung für alle Suits-Fans: es gibt die 5. Staffel endlich auf Netflix. Bei uns war wieder extremes Binge-Watching angesagt und nach 3 Tagen hatten wir die Staffel durch.